Auge und Klaue (Warhammer Fantasy; 18+)

1. Prolog: Friedliche Zeiten

In der seichten Abendluft lag der schwere Geruch der verblühenden Sommerblüten und feuchter Nebel begann sich über den Boden zu winden um das seichte Gras zu umgarnen.

„Steffan! Komm schon! Das Essen wird kalt! Oder willst du dass die Monster dich holen?“ Die Stimme seiner Mutter hallte über das Feld, sie klang nicht zornig, vielmehr belustigt über ihren streunenden Sohn, als der Junge über einen der letzten Zäune kletterte.

Der kleine Hof der Familie befand sich in den äußeren Gebieten einer recht gewöhnlichen Stadt des Imperiums. Altdorf war weit weg, aber auch Krieg und Intrigen, von denen der Junge nichts wusste. Alles in allem war es ein ruhiges Leben und auch wenn sie nie wirklich reich sein und im Überfluss leben würden, so hatten sie doch stets genügend zu Essen. Allein darauf kam es an.

Er beeilte sich, aber natürlich nicht aus Angst vor irgendwelchen Monstern. Er war schließlich bereits elf Jahre alt und fast ein Mann. Darum hatte er nie Angst. Vor allem nicht vor Monstern.
Nicht so wie seine kleine Schwester Evelyne. Sie hatte immer Angst aber schließlich war sie ja auch ein Mädchen und zwei Jahre jünger als er.

Oft wenn er mit seinen Freunden unterwegs war, spielten sie „Hexenjäger und Mutant“. Steffan war ein guter Hexenjäger und hat die anderen, die natürlich die Mutanten spielten, schnell eingefangen und auf den „Scheiterhaufen“ gestellt. Ja, Steffan würde eines Tages ein großer Held des Imperiums werden.

In seinen Gedanken versunken lief Steffan das Feld entlang auf sein Elternhaus zu. Mittlerweile war das Dämmerlicht der Dunkelheit gewichen und ein warmes Licht empfing ihn.
Seine Mutter stand draußen vor dem Haus und winkte ihm entgegen.

Doch etwas war nicht so wie es sein sollte und Steffans Verstand realisierte es nur quälend langsam, wehrte sich gar gegen die neue Erkenntnis. Seiner Mutter standen glitzernde Tränen in den Augen und Flüsse zogen sich ihre Wangen hinab
Erst ein Schrei riss den Jungen endlich aus seinen Gedanken und lüftete den Schleier. „Steffan! Lauf weg!“

Über dem Haus tanzten, Leuchtkäfern gleich, Funken in schwarzem Rauch, der von den Flammen ausging, die begannen das Haus zu verzehren.
Das Licht warf verzerrte Schatten als eine groteske Klinge aus Knochen und Fleisch aus dem Brustkorb der älteren Frau drang und einen Nebel aus Blut in die Luft trieb. Nicht einen Augenschlag später hatte der riesige Mann, aus dessen Arm diese grauenerregende Waffe wuchs, die Frau gepackt und fortgeworfen wie eine Lumpenpuppe.

Der Rauch brannte in seinen Augen doch war Steffan nicht in der Lage seinen Blick ab zu wenden oder sich gar zu bewegen. Angst lies den jungen Körper erstarren.
Hilflos sah er dabei zu wie der verdrehte Leib seines Vaters von zwei Tiermenschen aus dem Haus gezerrt wurde und ein weiterer hatte den schlaffen Körper Evelynes in ihrem zerrissenem Nachthemd über der Schulter.

Schlanke Finger legten sich von hinten auf seine Schultern und Steffan wurde in jenem Moment bewusst dass er noch immer Angst vor Monstern hatte.

2. Unter dem Banner der Blutfedern

Auf einem einfachen Lehnenstuhl, scheinbar aus bleichen Knochen bestehend, saß der junge Mann schweigend.
Sein langes, bläulich-schwarzes Haar ruhte auf seinen Schultern und schimmerte in dem unbeständigen Licht der in dem Zelt verteilten Feuerschalen. Die Haut war ungesund bleich, fast schon durchsichtig.
Seine schlanken Finger mit ihren krallenartigen Fingernägeln, fast wie die eines Raubvogels, bewegten sich gleichmäßig nacheinander in einer, sich stets wiederholenden, Welle und verursachten bei jedem auftreffen auf der Tischplatte ein klackendes Geräusch. Neben einem leisen Wimmern war dies das einzige Geräusch dass das Zelt erfüllte. Die Geräusche der Außenwelt, die Schreie, das kehlige Grölen und ein düsterer Singsang, wurden durch den dicken Zeltstoff und den Segen des Chaos kaum hörbar.

Die Tiermenschen, sie hatten in faszinierender Eigendynamik eine Sprache entwickelt, nannten ihn Arkeph. Es schien in ihrer Sprache die Zeit zwischen Tag und Nacht zu umschreiben, das Zwielicht. Der junge Mann konnte nicht sagen, dass ihm dieser Name nicht gefiel, jedenfalls war er besser als der den er vorher trug. Verhasstes Überbleibsel seiner Vergangenheit.

Mit der Zeit war dieses Zelt für ihn eine Heimstadt geworden in der er sich zurückziehen konnte um nach zu denken wenn er nicht gerade dem Heerführer als Berater zur Seite stand. Es war nicht so dass er unzufrieden mit seiner Aufgabe war. Schließlich hat der Herrscher des Wandels selbst ihn dazu auserkoren. Jedoch war es ihm unangenehm andere in seiner Nähe zu wissen.
Sich unangenehm zu fühlen war nun jemand anderem beschert. Graue Augen starrten gnadenlos in eine der Ecken des Zeltes. Aus dieser kam das gelegentliche Wimmern, oft dann wenn die Augen sich einen Moment schlossen, nur um noch bohrender in das Wesen dort zu blicken.

Nur einen winzigen Moment, bevor die schweren Vorhänge des Eingangs bei Seite gestoßen wurden, ruckte der Blick zum eben jenen.
Der Eingang wurde durch die massive Gestalt eines Mannes ausgefüllt.

„Auge, wir müssen Reden!“ Die Worte des Mannes waren knapp und seine Stimme gab dem Zuhörer das Gefühl, sich raues Eisen über die Zähne zu ziehen.

Wotgar, so nannte man ihn. Er setzte sich dem jungen Mann gegenüber. Vielleicht hätte man ihn auf ein ähnliches Alter geschätzt, wenn man unter den alten Wunden und Narben, teils vom Kampfe teils rituellem Ursprungs, ein Alter schätzen könnte.
Wohlwollend hätte man ihn abstoßend nennen können. Sein kahler Kopf war übersäht von rituellen Narben und Zeichnungen unter der Haut von schwarzer Tinte. Er trug lediglich eine weite, lederne Hose und sein massiver Oberkörper war frei, jedoch von Schmutz bedeckt. Der Barbar verströmte den dumpfen Geruch eines Tieres. Narben bedeckten auch seinen Körper, hier und da war die Haut heller, als hätte etwas bis auf das Fleisch jegliche Haut verbrannt oder als wäre nur dünne und durchsichtige haut über einer Wunde gebildet worden, durch die Adern pulsierten und Muskeln sich bewegten.
Am verstörendsten jedoch war der linken Arm von Wotgar. Es schien als würde er nicht zum Rest des Körpers passen. Ein kränkliches braunes gelb überzog die Haut und dort wo er an die Schulter ansetzte befand sich eine pulsierende, wulstige Narbe, fast so als hätte man ihm diesen muskulösen Brocken Fleisch lediglich an den Körper genäht.
Alles in allem war Wotgar ein Mann, der selbst schwerlich eine Frau hätte kaufen können.

Da der Barbar ihm den Blick auf das eigentliche Objekt seines Interesses versperrte musste Arkeph wohl oder übel seine Aufmerksamkeit auf ihn lenken.

„Müssen wir das? Was ist derart wichtig, dass des nach mir verlangt?“ Seidengleich klang seine Stimme verglichen zu dem Ton des vernarbten Kriegers. Sein Ton war tief und es bedurfte kaum mehr als einem Flüstern, jedes der Worte war offensichtlich mit höchster Bedacht gewählt.

Ein Brummen entschlich der Kehle des Barbaren. „Yej, der Heerführer verlangt nach dir. Etwas scheint ihn zu beunruhigen. Und… nun, ein Teil des Heeres beginnt zu flüstern. Es gehen Gerüchte um und das Herumschleichen in abgelegenen Gebieten und Überfallen von,“ Seine dunklen Augen unter den buschigen Brauen fixierten die kauernde Gestalt in der Ecke des Zeltes, „unwichtigen Bauernhäusern lässt die Moral sinken.“

„Ist dem so?“ Arkephs Lächeln war wie Eis. „Nun, ich denke dass Du genau weist wie mit Aufrührern zu verfahren ist, Klaue.“ Sein Arm streckte sich und die Kralle seines Zeigefingers strich fast zärtlich entlang der Narbe auf Wotgars linker Schulter. „Kümmere Dich um sie, ich werde mit Hanner sprechen. Unser Herr darf nicht enttäuscht werden, denkst Du nicht auch?“

Auge und Klaue, dies waren die Spitznamen, die sie sich gegenseitig gaben. Denn wo der eine das Auge des Herren des Wandels war, entsprach der andere der grausamen und tödlichen Klaue des Dämonenprinzen.

„Lass mir ein Wenig Zeit, ich habe noch etwas zu erledigen, alter Gefährte.“ Arkeph sprach mit einem Lächeln auf dem Gesicht und deutete auf die dunkle Ecke in der noch immer eine Gestalt kauerte.

Wotgar schien nicht angetan und das war er auch nicht, nickte jedoch. „Aber Eile, ich werde mich um die Gerüchtemacher kümmern.“
Mit diesen Worten verließ der massige Mann das Zelt. Und als er die Felle hinter sich zufallen lies, erhob sich auch der junge Zeolot.
Seine Schritte führten zu einem Kerzenständer, den er in die dunkle Ecke zu schleppen begann.

Das dumpfe Licht fiel auf ein ungewaschenes Mädchen in einem zerrissenen Nachthemd. Fast sanft legte er seine Hand unter ihr Kinn und zwang ihre Augen in die seinen zu blicken. Mit der freien Hand, in der er ein Tuch hielt begann er ihre Tränen aus dem Gesicht zu tupfen.

„In den Jahren bist Du zu mehr geworden als ich gehofft hatte. „ Seine Hand glitt fast liebevoll über ihre Wange.
Mit dem Daumen strich er zärtlich über ihre linke Augenbraue. „Du hast so wunderbare Augen.“

* * *

Wotgar war kaum zehn Schritte entfernt als er den Schrei vernahm. Es war der Schrei des Kindes, das wusste er.
Er blieb stehen und genoss den Klang. Für gekünstelte Musik hatte er nie etwas übrig, doch genoss er diese Sinfonie des Leids, bis die Schreie zu einem Wimmern wichen und dieses dann verstummte.

Er hatte eine Aufgabe. Der Herrscher des Wandels würde kein Versagen dulden.

3. Der Hexenjäger

Die Sonne hob sich schwerfällig über den Horizont und tauchte die Felder in sanftes Gold.
Rings herum um den Hof erwachte die Natur zum Leben, nur dort selbst war der Tod.

Das abgebrannte Haus, die vernichteten Felder. Es schien wie ein Schandfleck in diesem seichten Gebiet.

In Mitten der Asche stand er, Falk vom Silberfluss, seines Zeichens Hexenjäger. Bereits vor seinem Tot war er eine Legende. Er zählte sicher mindestens vierzig Jahreswechsel doch war er noch immer vital wie ein junger Bursche.

Mit seinem Dolch stöberte er in der Asche.
„Sir, es müssen Grünhäute gewesen sein!“ Der junge Soldat hielt zwar angemessenen Abstand, jedoch war er störend.
„Und warum glaubt Ihr dies zu wissen?“ Die Stimme des Hexenjägers war seicht, jedoch verriet der Unterton eine gewisse Gereiztheit.

Der junge Ritter begann zu stottern. „Nu… Nun… Die Körper, s sie… Sind verstümmelt… Angenagt.“

Falk achtete nicht auf das Geplapper des Mannes. Er zog mit der Spitze seines Dolches etwas aus der Asche.
Es war ein Anhänger in der Form eines Greifvogels, ähnlich seinem eigenen. Sein Atem stockte kurz. Langsam, kopfschüttelnd, verdrängte er diese Tatsache, denn er durfte sich nicht beirren lassen.
Gequält wand er sich um. „Grünhäute… Wir sollten die Späher verstärken!“ Doch er wusste dass keine Wachen hier nötig waren. Das Chaos nahm sich bereits was es brauchte. Doch die Menschen hier würden sich besser fühlen; war dies denn nicht wichtiger?

„Lasst uns hinausgehen, ich will zu den Menschen sprechen.“

4. Konflikte im Inneren

Grunzend stieß Wotgar einen der Tiermenschen aus dem Weg, winselnd verkroch sich die Kreatur, – der Körper einer bezaubernden jungen Frau und den Kopf einer Ziege – in eine dunkle Ecke des Lagers.
Er spürte, wie sein Blut zu kochen begann. Unbewusst kratzte er an der wulstigen Narbe, die seine Linke Schulter zierte und knurrte. Es begann in seinem Kopf zu kribbeln und ein Pfeifen klang lauter und lauter in seinen, wulstigen, Stümpfen seiner Ohren.
Der narbige Krieger erlaubte sich, seine Gedanken schweifen zu lassen. Er würde bald einen richtigen Kampf brauchen. Er liebte es Macht über andere auszuüben, sie zu unterwerfen und körperlich zu brechen. Die Grafen und Könige bilden sich ein Macht über ihr Volk zu haben, doch hatten sie niemals eine ebenbürtige Macht wie Wotgar sie hatte wenn er seinen Arm tief in das Fleisch des Gegners bohrte.
In dem Moment in dem der Krieger das Licht in den Augen seines Opfers erlöschen sah war für ihn immer ein Zeichen der Herrschaft seines Fleisches über das seines Feindes. Ob Frauen, Kinder oder Männer, es war ihm gleich wenn er ihre Körper erst auf dem Altar seines Fleisches dem Herrn des Wandels entgegenbrachte.

Seine Gedanken schweiften zu Auge. Auch er liebte die Herrschaft über andere, doch mit einer Subtilität, für die Wotgar nicht viel Verständnis hatte, vernichtete er lieber ihre Essenz. Er erinnerte sich gut daran, wie es gewesen war als sie sich begegneten. Jung, fast zu jung. Wotgar wurde ausgestoßen von seinem Clan, weit nördlich sogar noch von Kieslev, wegen des Mals des Tzeentch.
Damals streunte er umher, fraß Aas oder was er sonst kriegen konnte. Eines Tages jedoch stieß er auf die Fährte eines anderen Menschen, und wie sich herausstellte war es ein Junge seines Alters, gekleidet in zerschlissenen Roben eines Novizen der Sigmarpriester.
Er hätte den Novizen fast getötet, hätte dieser sich nicht zu ihm gewandt und mit leeren Augen zu ihm gesprochen. An das was gesagt wurde konnte sich später keiner von ihnen erinnern, doch beide wussten, dass sie erwählt wurden.
Die Zeit danach erlebten sie viel und lernten noch mehr und doch ging jeder seinen eigenen Weg. Irgendwann begannen sie damit, Tiermenschen und Kultisten um sich zu scharen. So wurde auf kurz oder lang auch Hanner auf sie aufmerksam und sie schlossen sich seinem Heer an.

Als die Klaue des Tzeentch das Feuer erreichte machten ihm einige Kultisten Platz und ein geblendeter Sklave brachte ihm eine Schale mit starkem Gewürzwein.
In seiner einfachen Gedankenwelt spielte er durch, wie er mit den Aufrührern verfahren würde. Ihre lauteste Stimme stand direkt neben ihm und flüsterte den anderen seine Lügen zu.
Schnell strömten einige große Züge den Hals des Barbaren hinunter bevor er die Schale langsam absetzte, es schmeckte merkwürdig. Im Zucken eines Blitzes spiegelte sich sein Gesicht in der verbliebenen Flüssigkeit und scharfe Fangzähne glitzerten als es ihn angrinste.
„Nein!“ Er sprang auf und warf die Schale ins Feuer. Sein Blick ruckte von seiner blutigen, rechten Hand zu seiner Schulter. Er blutete und die Narbe zuckte. Die Adern unter der dünnen Haut färbten sich in ein bräunliches Gelb.
Es war zu spät. Knirschend brach einer der Knochen seines linken Armes. Fleisch und Haut platzten förmlich auf und hingen einen Moment, gespickt von Knochensplittern, in Fetzen schlaff hinab. Wotgar sank auf die Knie.
Ruckend riss etwas sein Körper wieder auf die Beine und der Schrei der aus seiner Kehle wich, war voller Schmerz jedoch nicht mehr auch nur ansatzweise menschlich. Das herabhängende Fleisch seines linken Armes vibrierte und begann sich zu winden wie Schlangen in einer Grube. Knoten bildeten sich aus dem blutenden Muskelfleisch und der zerfetzten Haut und Stacheln aus Knochen traten hervor. So nahm der Arm die Form einer grotesken Klinge an. Der Flüsterer zu seiner Rechten zog einen Dolch. Wäre er doch wie die anderen aus dem Weg gegangen. Denn Wotgars Rechte packte ihn an der Kehle und die Klinge aus Fleisch zuckte wieder und wieder in den Leib des Mannes, trat an seinem Rücken hervor, bis dessen Unterleib sich vom Rest löste und zuckend mit einem Klatschen in der Blutlache landete.

Ein Moment der Stille umgab diese eine, von vielen Feuerstellen des Kriegslagers. Gewaltsame Morde waren den Kreaturen hier nicht unbekannt, auch nicht den Barbaren mit ihren mutierenden Körpern.
Doch dieses Bild vor ihnen war unwirklich und beängstigend, es trieb einen kalten Dorn in ihre schwarzen Herzen.
Dann begannen die Schreie…

* * *
Gerade hatte Arkeph den schlaffen kleinen Körper in einer Ecke seines Lagers platziert als er der Aufregung außerhalb der Stoffbahnen gewahr wurde. Einige Flüche ausstoßend schloss er den schweren Eisenkragen um den Hals des Mädchens. Sein Lächeln wirkte für einen Moment fast zufrieden, als der Ring sich schloss.
Aber er konnte sich nicht leisten Zeit zu verschwenden und er musste herausfinden, was da draußen los war. Er atmete tief durch und trat nach draußen.

Wenige Schritte führten den Zeoloten in Richtung des Aufruhrs. Seine fließenden Bewegungen waren schnell jedoch nicht hektisch. Seine Augen waren auf den wütenden Berg aus Muskeln fixiert, der Wotgar war, während er aus einem der Täschchen an seinem Gürtel einige Pilze und Kräuter hervorholte um diese zwischen den blutbeschmierten Händen zu zerreiben.

Tiermenschen und Kultisten bildeten eine Schneise vor ihm. „Ihr verdreckten Narren…“ fluchte er ihnen entgegen.
Einige gemurmelten Worte, jedes ein Gebet an den großen Architekten, und seine Arme wurden von violetten Schemen umgeben. Diese zähflüssig wirkenden Schatten tropften hier und da in das platt getretene Gras, welches sogleich erstarb und toter Erde wich.

„Ishkarvel anoth Tzeentch,
Miskarr Yamug, miskarr Fanu, miskarr Terial!“
(Tzeentch, Herr des Wandels,
Verändere die unwürdigen, verändere diese Tiere, verändere die Welt!)

Arkeph erhob seine Stimme zu diesem Sprechgesang und trat näher an Wotgar, der mit dem Rücken zu ihm über einer zuckenden Kultistin hockte. Das knacken morscher Äste ertönte schmatzend aus dem Brustkob der Frau als der Nordmann diesen aufbrach.
Ein Tiermensch schrie kurz erschrocken auf als der Zeolot ihn packte und die unheilvolle Macht die heraufbeschworen wurde ihn durchströmte.

„Madifnetox haroth Tzeentch,
A`sarwo, miskarr Am.
Ledgash Am Mihag`te“
(Tzeentch, großer Architekt,
Ich Diene Dir, verändere mich.
Führe mich zur Macht.)

Das Fell der Kreatur wurde stumpf und grau, die Haut faltig und schlaff über den schwindenden Muskeln. Alles Leben, alle Jugend und Kraft wurde durch die Berührung des jungen Dieners des Tzeentch aus dem Tiermenschen herausgepresst.
Ein kräftiger Stoß und der Kadaver fiel Wotgar, der noch immer mit seinem Opfer beschäftigt war, entgegen.

Alle Sinne des Kriegers waren scharf, der Wind prickelte angenehm auf der Haut, das Fleisch und Blut in seinem Mund schmeckte so intensiv wie nie vorher. Auch die Bewegung eines Fremden in seine Reichweite entging ihm nicht und er war bereit, bereit es mit der Welt aufzunehmen und sich endlich zu holen was ihm gebührte.
Mit einer Eleganz welche ihm ob seiner massiven Gestalt nicht zugetraut worden wäre, wirbelte er herum und rammte seine Faust in die Magengegend des Angreifers, während sich die grausame Klinge seitlich gierig in das sehnige Fleisch fraß. Er musste grinsen.

In seiner verzerrten Wahrnehmung erkannte der große Krieger zu spät, das Auge neben ihm stand und die klauenbewährten Finger seiner rechten Hand in die wulstige Narbe an Wotgars Schulter rammte.
Der Mistkerl hatte ihn überrumpelt. Das schwächliche Püppchen hatte ihn schon wieder reingelegt. Blanker Hass keimte in ihm auf und wurde sogleich wieder erstickt. Klaue erkannte langsam dass diese Gedanken nicht die seinen waren und er konnte rauschend die Stimme an seiner Seite hören.

Schwitzend vor Anstrengung keuchte Auge: „Es ist nicht Deins… Wir haben es Dir genommen… Unterwerfe Dich der Macht des Wandels!“ Er hatte sich fest in die Schulter des Hünen gekrallt.
Der Lebenskraft des Tiermenschen musste er seine eigene beimengen um die Bannsprüche zu halten. Sie durften nicht brechen, schließlich gab es noch so viel zu tun und doch hatte er kaum Zeit für diesen Zwischenfall. Es verärgerte ihn.

Mit einem Grunzen ging der Krieger auf ein Knie nieder. Die Energie, welche seinen Arm verformt hatte, wich langsam und Knochen als auch Fleisch begannen sich auf befremdliche Art erneut zu formen. Einen Augenschlag später erhob sich Klaue und streckte, wie zur Probe, den Arm gen Himmel.
Mittlerweile hatte sich das Lager beruhigt. Die Krieger unter dem Banner dieser Truppen schlossen die Friedensknoten an ihren Waffen. Sie hatten das Spektakel fast schon genossen, eine angenehme Abwechslung.

Mit einer elegant anmutenden Handbewegung strich sich der junge Mann die Haare welche dort klebten aus seinem Gesicht, der Hauch eines Federraschelns war zu hören.
„Ihr Narren!“, rief er den Anwesenden entgegen, seinen Ritualdolch bereits gezogen und diesem mit ausgestrecktem Arm auf die Anwesenden gerichtet. Er war wütend, das war ihm anzusehen und das Gemurmel der anwesenden erhob sich langsam.
Seine Worte spuckte er ihnen förmlich entgegen. „Schweigt! Verdammter, undankbarer Abschaum! Ihr habt es heraufbeschworen, den Zorn des Tzeentch, unseres Herren!“

„Und jetzt seht mich nicht so an mit euren leeren Blicken. Im Namen unseres Herren marschiert ihr, lebt ihr und sterbt ihr.“ Erst leise dann immer lauter werdend begann Arkeph zu lachen. „Und jetzt versammelt euch unter den Bannern. Seid dankbar für die euch zugeteilten Aufgaben, mögen sie euch auch noch so klein erscheinen.“

Mit einer weit ausladenden Geste seiner Arme sprach er ernst und mit gesenkter Stimme weiter: „Es gibt keine unwichtigen Aufgaben im Namen unseres Meisters. Freut euch ob seiner Aufmerksamkeit die er euch schenkt. Feiert! Denn ich verspreche euch, am morgigen Tage werdet ihr großes beginnen!“

Innerlich aufatmend sah er, wie sich die Spannung zu lösen begann. Wotgar erging es ebenso, auch ihm war die Tragweite ihrer Aufgaben bewusst und brüllend riss er die Arme in die Luft.

„Tzeentch!“ Wie Donner hallte der Ruf über das Lager, wie eine Welle breitete sich der Ruf unheilverheißend über die Ebenen aus.

5.Spielfiguren

„Mein treuer Arkeph! Setze Dich. Es gibt etwas zu besprechen. Und was war da draußen los?“ ein breitest, fast dümmlich zu nennendes, Lächeln umspielte die Züge von Hanner Seidenstrick, dem Heerführer unter dem Banner der Blutfedern.
In seiner Prunkrüstung mit ihren aufgesetzten Goldfedern und dem Federkragen machte er in Arkephs Augen eher den Eindruck eines Geiers. Die übergroßen Augen, das zerfurchte Gesicht und die Gangart des Kriegers verstärkten diesen Eindruck noch weiter.
Widerwillig setzte sich der Zeolot an den Planugstisch jedoch nicht auf den, ihm angebotenen, Stuhl. Er konnte den Heerführer nicht ausstehen mit seiner selbstgefälligen Art und seinen stümperhaften Versuchen gerissen zu wirken. Nur nichts davon offensichtlich machen war hier die Devise denn Hanner war ebenso ungestüm wie er eingebildet war.

Leicht den Kopf seitlich legend und Hanner mit seinen grauen Augen fixierend wählte er seine Worte: „Ihr habt mich rufen lassen, wie könnte ich eure Einladung ablehnen.“ Er zwang sich zu einem Lächeln. „Leider mussten wir einige subversive Elemente entfernen. Es gab anscheinend Personen, die nicht mit eurer feinfühligen Art der Führung einverstanden sind. Sie sind einfach eurem Verständnis der Wege des Wandels nicht ebenbürtig. Klaue und ich haben euch die leidige Aufgabe abgenommen sie angemessen zu strafen.“

Glucksend lachte der Heerführer und die Anhänger, Ketten und Talismane seiner Rüstung schepperten unharmonisch. „Schön schön. Ich bin froh, dir diese Aufgaben delegiert zu haben. Du kannst dich glücklich schätzen, mich deinen Herrn nennen zu dürfen. Du kannst noch viel von mir lernen. Aber wir haben noch etwas wichtiges zu klären. Bringt mir und meinem getreuen etwas Wein, ihr Abschaum!“ ,rief Hanner zwei zerlumpten Sklavinnen zu bevor er fortfuhr. „Es geht um meinen Plan. Wirst Du es schaffen, ihn zu rufen?“

Zwei Kelche wurden gebracht.
„Ich werde meinen Herrn nicht enttäuschen.“ Es war eine knappe Aussage von Arkeph und sie lies keinen Zweifel offen, es gab nichts zu hinterfragen.

„Das ist hervorragend! Das sollten wir feiern.“ Lachend hob der Kriegsherr seinen Kelch und zog sich eine der Sklavinnen mit einem anzüglichen Grinsen grob auf den Schoß.
Nachdem er einen kräftigen Schluck genommen hatte fuhr seine dünne, schleimige Zunge zwischen den dünnen Lippen hervor und zog sich über den Hals der jungen Frau. Unter ihrem wilden, schmutzigblonden Haar blickte sie hilfesuchend den jungen Zeoloten an. Tiefe Angst und Verzweiflung spiegelte sich in ihren Augen, sie schien zu wissen was sie erwarten würde.
Auge nahm sich einen Moment den Blick zu genießen. Abscheu, mehr konnte er für die Kreatur nicht empfinden und das war schon zu viel. Nachdem er sich eine rebellische Haarsträhne aus dem Gesicht gepustet hatte, erhob er sich und verließ wortlos das Zelt.

Hanner nickte leicht. „Ja, mein Diener, Du darfst nun gehen.“ Doch Auge hörte ihn nicht mehr. Ebenso wenig wie das leise Flehen der Sklavin.

6. Gemetzel im Morgengrauen

Eisiger Nebel bedeckte den Boden. Jede Bewegung ließ Wirbel in den dichten Schwaden entstehen. Es roch nach kaltem Rauch, Erde und den Ausdünstungen der schwitzenden Leiber rings umher.
Hanner Stand auf einem kleinen Hügel. Gerade hatte er den letzten seiner Späher ausgeschickt. Nun hatte er einen Moment Zeit, die fleißige Geschäftigkeit seiner kleinen Armee zu bewundern.
In der Tat gingen all seine Pläne auf. Tzeentch würde stolz auf ihn sein und ihm endlich den Platz zuweisen, den er verdiente.
Sogar einen großen Dämon des Tzeentch hatte er durch seine Lakaien beschwören lassen, so fern ab der Chaoswüste. Es kostete zwar die Seelen einiger aber er war durchaus geneigt diesen Preis zu zahlen.

In der Ferne stiegen Rauchsäulen auf über der kleinen Stadt. Sie war nicht groß aber strategisch wertvoll. Und sie war so friedlich.
Alles was zwischen seinem Triumph stand war ein kümmerlicher Trupp aus einheimischen Lanzenträgern, sicher einfachen Bauern.
Es würde ein Schlachtfest werden.

Am Rande eines Wäldchens standen Klaue und Auge im Schatten der Bäume. Von dieser Stelle aus hatten sie einen guten Überblick über das Geschehen. Die Spannung in der Luft konnte man fast spüren. Endlich setzte sich das Heer der Blutfedern in Bewegung. Das laute Gejohle und Brüllen der wilden Horde hallte weit über die Felder hinweg.
Majestätisch erhob sich in ihrer Mitte der große Dämon des Tzeentch. Seine Schwingen warfen Schatten auf die Truppen und sein blick sog den Betrachter in die Tiefen des Chaos.
Wie ein Raubvogel beobachtete Arkeph das Geschehen. Die Truppen bewegten sich auf die letzten Meter schneller und an der Stelle an der sie aufeinandertrafen schoss roter Nebel in die Luft. Wotgar grunzte kurz, gerne würde auch er dort stehen, den Rausch der Schlacht erleben und das Blut auf seinem Körper spüren. Doch er wusste auch warum er nicht dort unten war.

Kurz darauf geschah, worauf der Zeolot gewartet hatte. Aus den hohen Kornfeldern blitzten Plänkler, bereit den Angreifern in die Flanken zu fallen. Auf den Zinnen erschienen Musketenschützen, ein imperialer Gardetrupp wie es schien.
Und Dröhnend, wie der Brunftruf eines Ogerriesen, ertönten die Kriegshörner. In der Ferne konnte Auge das Funkeln der morgendlichen Sonne auf den Schilden und Rüstungen der Reitertruppen sehen.

„Es ist Zeit…“ Aus einem Beutel zog er einen kleinen Metallspiegel. „Wind, verwehe…“
Kaum waren diese Worte gesprochen wurde die glänzende Oberfläche stumpf und schwarz wie die Nacht.
Ebenso verblasste der große Dämon des Tzeentch. Mehr hat es nicht bedurft um die angeschlagene Moral der Truppe zu brechen. Panik brach aus wie die Pest in einem Kinderheim. Die Truppen des Chaos wurden Stück um Stück dahingemetzelt. Die Reitertruppen des Imperiums nahmen Formation an und pflügten sich erbarmungslos durch das Fleisch der Ketzer.

Ein tiefes, kaltes Lachen drang aus Auges Kehle. Es waren Momente wie diese an denen es selbst Wotgar kalt werden ließ und er war auf gewisse Art froh dass der junge Zeolot nicht dazu neigte, viel zu lachen.

„Eine meiner besten Illusionen, fast zu schade.“ Er wand sich Wotgar zu, der sich wieder dem Gemetzel gewidmet hatte und sich die Lippen leckte.

„Sie werden alle sterben…“ Sprach der Barbar mit seiner Reibeisenstimme.

Auge nickte. „So ist es.“

Klaue wand sich Auge zu und sein Blick fixierte die grauen Augen des Mannes. „Ich mochte den Wein…“

„Ich auch, Klaue. Ich auch.“
Er deutete zum Wald. „Lass uns gehen, ich muss noch etwas abholen und dann müssen wir weiter.“

„Wir werden unseren Herrn nicht enttäuschen, Auge.“ ,nuschelte Klaue zu sich.

„Niemals…“ Hauchte Auge in den Wind.

Gemeinsam kehrten sie den Schreien und dem Sterben den Rücken um im Namen ihres Herrn sein Werk in die Welt zu tragen.

Wo die kleinen Vampire herkommen 2

Ventrue: Ich danke euch allen für euer Erscheinen. Ich habe dieses Treffen einberufen um ein WEITERES Problem zu lösen, welches wir mit unseren… Kindern…

Toreador: Du hast unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, wie immer. Bitte fahre fort.

Ravnos: (Ein arschküssendes Geräusch und ein rollen von Zigeuner Augen)

Malkav: (packt Ravnos bei den Wangen und gibt ihm einen Kuss mitten auf dem Mund)

Ravnos: Bäh!! (Spuckt aus und rennt hinter Malkav her, der schnell wegläuft) Ich Leg dich um du verdammter Bastard!

Ventrue: GENUG!! (steht auf) Ravnos BITTE setz dich hin. Malkav. (zeigt auf ihn) Da hin… direkt neben Brujah.

Brujah: (lächelt und tätschelt den Sitz neben ihm und veranlasst Malkav sich hinzusetzten)

Ventrue: Wie ich vor diesem AUSBRUCH feststellte (ein strenger Blick zu Malkav) haben wir nun ein neues Problem. Die Kinder wissen das wir kleinere Makel haben die uns unterscheiden, aber jetzt wollen sie auch unsere Stärken wissen. So habe ich mir die Freiheit genommen…

Gangrel: (knurrt) Wenn du mich jetzt verarschst wie mit den Makeln kannst du deine Freiheit mit ins Krankenhaus nehmen kleiner Mann.

Ventrue: (hüstelt und nickt) Selbstverständlich… Gangrel… Sollen wir mit dir anfangen?

Gangrel: (Verschränkt ihre Arme und starrt den Mann an… wenn Blicke Töten könnten)

Ventrue: Äähm… ah ja.. (raschelt mit dem Papier) Gangrel… Ich gebe dir die Fähigkeiten deiner tierischen Natur. Wachsende Krallen mit Willenskraft, verwandeln in eine tierische Form mit Willenskraft, sogar der Nebel der Nacht selbst werden (ein tiefes Schlucken) Ist das Annehmbar?

Gangrel: Das ist ein Anfang. Ich schulde dir immer noch was für diesen Schweineschwanz.

Ventrue: Also weiter gehts… Malkav… Dir gebe ich… Die Macht der Beherrschung, du kontrollierst die Gedanken deiner –

Brujah: BIST DU VON ALLEN GUTEN GEISTERN VERLASSEN? Gibst IHM die Möglichkeit ANDERE zu kontrollieren?? Wir werden alle so wahnsinnig enden wie er!

Ventrue: Wahnsinn? Verrücktheit in andere einflößen?

Malk: Gekauft. Das wars. Danke dir.

Brujah: (Schreckt zurück und schüttelt seinen Kopf)

Ventrue: Ich bin… nicht… sicher was gerade… passiert ist… Malk? War ich das?

Malk: (Geht zu Toreador)

Ventrue: (Schüttelt seinen Kopf und nickt) Ja… eh… Toreador. Aufgrund deiner Schönheit, und unter Berücksichtigung deiner… perfekten sozialen Geschicklichkeit, und deiner unerreichten Eleganz, gebe ich dir die Fähigkeit die Gefühle der anderen zu beeinflussen. Einflößung von Ehrfurcht, Angst, Liebe, oder Respekt in jeden den du willst.

Toreador: Weise, gerecht und gut. Ich danke dir.

Brujah: (macht ein küssendes Geräusch und sieht schnell zu Malkav) Wenn du auch nur daran DENKST zerquetsche ich dich zu Brei du Spinner.

Ventrue: Assamite. Aufgrund deiner… Ääähh… Aktivitäten… Habe ich die Stille für dich gewählt. Du manipulierst die Geräusche, z.B. die Todesschreie deiner Opfer wenn sie sterben.

Assamite: (lächelt und nickt) Solche Dinge liegen mir im Blut…

Ventrue: Brujah… mein kräftiger Freund. Weiterhin… deiner Persönlichkeit gebe ich einmalige Stärke… und Geschwindigkeit. Möge deine Wut genauso schnell und quälend sein wie dein Temperament.

Brujah: (Grinst Assamite an) Aaaahhh. Ich wollte wirklich leise sein!!! (ein spöttischer Seufzer) Ich schätze ich muss mich mit Stärke und Schnelligkeit begnügen. (lachen)

Assamite: Dann leide an Stille.

Brujah: (Das Gelächter stirbt ab und jedes seiner Geräusche bricht abrubt ab)

Ventrue: Ehhm…Ich hätte dir das schon viel früher geben sollen Assamite. Weiter gehts. Tzim… Dir gebe ich…

Malk: EINEN NEUEN CLANNAMEN!!! Etwas was wir aussprechen können ohne das es sich wie ein Niesen durch einen Mund voll von… (Und er ist Leise)

Ventrue: Ich danke dir Assamite. Äehm. Tzim, du sollst die Fähigkeit haben Fleisch und Knochen zu formen, so wie Künstler Ton Formen oder Steine behauen.

Tzim: (dreckiger Blick zu Malk) Komm her mein kleiner stiller Freund…

Malk: (Ein leiser Schrei als er zwei Finger zu einem Kreuz verschränkt)

Ventrue: Ähem… Nosferatu. Dir gebe ich die Fähigkeit…

Malk: Überspringen kleiner Gebäude mit EINEM EINZIGEN SATZ!

Ventrue: (Überrascht) Ich dachte du wärst ruhig gestellt?

Brujah: (Schüttelt seine schmerzende Hand) Nun er muss bei BEWUSSTSEIN sein um das zu machen, oder nicht? (Tritt Assamite bevor er sich hinsetzt) Stärke und Geschwindigkeit. Ich Liebe es.

Ventrue: Nosferatu, Ich gebe dir die Macht nicht gesehen zu werden. Du kannst kommen und gehen und niemand wird deine Anwesenheit bemerken.

Brujah: (lacht) Oh jaa… möge er ALLE Annerkennung dieser Welt bekommen… ein echter Frauenheld.

Nosferatu: Einverstanden, danke dir Ventrue. (An Brujah gerichtet) Warum in alles in der Welt sollte ich andere Frauen anziehen?

Brujah: (wird blaß) Du… bist… ein… Oh Gott… Ich werde Krank..

Giovanni: (rückt näher zu Nosferatu) Nuuun… was machst du nach…

Ventrue: Giovanni. Dir wird Macht über die Toten gegeben. Die wahren Toten. All die Verrotteten und Verwesten in deiner Domäne.

Brujah: Ugh… da hast du eine Chance mit Nosferatu. Sieh auf Ventrue. Mann… kannst du dir vorstellen wenn… (lehnt sich flüsternd zu Ventrue der blass wird und krank aussieht)

Ventrue: Danke dir… für dieses sehr anschauliche Bild. Ich werde dir sicher meine Therapierechnung zu schicken. Ravnos…

Ravnos: (schaut erschrocken auf und sagt dann schüchtern) Tschuldigung (und händigt Ventrue sein Portemonnaie aus).

Ventrue: Nein… Ich… (schüttelt seinen Kopf und schnappt sich seine Geldbörse) Ich weiß ich werde das bereuen… aber ich gebe dir die Macht der Betrügerei. Deine Illusionen, Scherze, und allgemeiner Übermut soll nicht nur die Augen Täuschen sondern alle Sinne.

Malk: Yeah. ICH BIN der Verrückte… (Sieht nach dem bewusstlosen Assamiten und schlägt ihm gegen den Kiefer) Ich werde dich K.O. schlagen! Mama sagt mir dich K.O. zu schlagen. Ich werde diese doofe Frauenwelt erstürmen und ich bin grade… urnk.

Brujah: (schüttelt seine Hand) Stärke und Geschwindigkeit. Ich LIEBE es.

Ventrue: Lasombra. Ja… du in der schlecht beleuchteten Ecke. Deine Fähigkeiten soll die Macht über die Schatten und die Dunkelheit. Damit…….. (Blinzeld) Wo ist er hin?

Stimme von Lasombra: Einverstanden. Gern.

Malk: (wacklig und schwach) Carolanne… bleib weg vom Licht… (taumelt zurück zum Tisch)

Ventrue: Uhm… ja. Tremere. Aufgrund deiner Studien… wird dir die Fähigkeit gegeben Magie zu erschaffen. Beschwörungen zu vollziehen und deine Macht zu verwenden wie du sie verstehst.

Tremere: Aber ich hab doch schon…..

Ventrue: Und als letzter, ich selbst.

Brujah: (vorsichtig) Das Beste zuletzt? Was bekommst du?

Ventrue: Ich gebe mir die Macht der Gedankenkontrolle. Damit sollte ich uns führen, halte alle Treffen ab, und habe die Stimmenmehrheit. Jeder der widerspricht, versucht bitte seine Hand zu heben.

Alle: (bemühen sich hartnäckig ihre Arme zu heben welche sich weigern zu gehorchen)

Ventrue: Sehr schön. Treffen beendet.

Wo die kleinen Vampire herkommen 3

Ventrue: Meine Damen und Herren. Wir haben ein neues Problem. Unsere Kinder wollen nun wissen wie wir uns voneinander Unterscheiden… was uns einzigartig macht.

Toreador: Das ist einfach… wir sind alle einzigartige… besonders… schön auf unsere eigene Art und Weise sind wir –

Brujah: Halt dein Maul. Er meint was die CLANS unterscheidet du verschwendete Unterhose.

Malk: Verschwende niemals Unterwäsche… In dieser Jahreszeit sind sie zu schwer zu finden.

Ventrue: Genau Brujah. Was uns… in eine eigene Kategorie steckt. Was uns ausmacht. Unseren CLAN.

Brujah: Jaaa… noch eine weitere Möglichkeit für die Sterblichen uns zu entdecken.

Malk: Welche Sterblichen?

Brujah: Halts Maul bevor ich dich zerquetsche du kleiner Spinner.

Ventrue: (Seufzt) Irgendwelche Vorschläge?

Toreador: Besondere Kleidung?

Tremere: Halsketten? Mystische Anhänger?

Malk: Käse… Verschiedene Käsesorten die zu jedem Clan gehören. Es gibt verschiedene Sorten aus denen man wählen kann, versteht ihr?

Brujah: (sieht zu Nosferatu) Oh ja. Lass mich raten wer der Limburger ist….

Nos: Das hab ich gehört!

Ventrue: Ich dachte mehr an etwas Schicksalhaftes… an eine Schwäche… ein… kleiner Mangel

Malk: Ich sage Kryptonit!!!

Brujah: (schlägt ihm auf den Kopf) Ich bräuchte eine Kryptonitfaust. HALTS MAUL!

Malk: Unnrk.

Ventrue: O.K… Brujah… Deins wird dein Temperament sein. Aus einem klar ersichtlichen Grund.

Brujah: Temperament! WELCHES TEMPERAMENT? Scheiß Schlipsträger… Du würdest dich auch aufregen wenn du zwischen Nosferatu und Malkav sitzen müsstest.

Ventrue: (Hüstelt) Torrie, da du die Kunst liebst… sollt ihr als der künstlerische Clan bekannt sein.

Toreador: Tragisch… dennoch… sehr schön. Einverstanden.

Malk: (mit leiser Stimme) Ich will aber immer noch Kryptonit.

Brujah: (SMACK) Haha. Temperament… alles klar… Geil.

Malk Unnnggh.

Nos: (Kratzt sich am Kinn, was Haut abblättern lässt) Und was ist mein… Makel?

(Stille)

Ventrue (erschauert) Nun kommen wir zu dir Gangrel. Deins wird sein… jedes Mal wenn du in Raserei verfällst… siehst du mehr wie ein Tier aus.

Gangrel: WAAAS? Was meinst du mit „Siehst du mehr aus wie ein Tier??“

Ventrue: Es beginnt ganz klein… du verstehst… ein Pelz… eine tiefe Stimme… Vielleicht Hörner…

Gangrel: WAAAS??? Hey komm… Torrie wird melancholisch bei dämlichen Bildern und ich kriege eine beschissene Hakennase? Jaa… das ist WIRKLICH Fair… (Das Knurren wird zu einem Brummen)

Assamite: Und ich?

Tremere: Du kannst kein Vampirblut trinken (Lacht) Es ist Gift für dich. Dein Haar fällt aus und du siehst aus wie er (zeigt auf Nosferatu)

Ventrue: Einverstanden.

Nosferatu: Ich warte noch.

(Stille, Malk kichert)

Assamite: Wieso darf TREMERE meine Schwäche auswählen.

Tremere: Isso Kumpel.

Ventrue: Tremere… wenn Assamite kein Vampirblut trinken kann… dann musst du davon trinken… Alles Blut deiner Älteren

Malk: Bekommt denn keiner Kryptonit?

Brujah: (Bumm) Temperament… Ich LIEBE es.

Ventrue: Lasombra… hmmm… kein Spiegelbild.

Lasombra: Du solltest DAS an Nosferatu geben…..

Nosferatu: Ich warte…..

Ventrue: (hüstelt) Ich komme gleich zu dir Nos… Ist das akzeptabel Lasombra?

Lasombra: Jaa… Aber ihr müsst mir sagen wenn ich was an meinem Kinn habe.

Ventrue: Kein Problem. Hmmm… Tzim… deine Schwäche… wird sein…

Malk: Einen Clannamen zu haben den keiner aussprechen oder Buchstabieren kann?

Ventrue: Ja. Ehh Nein. Du… musst schlafen… in deiner natürlichen Erde.. oder du musst etwas davon in deinem Sarg haben.

Gangrel: WAAAAS??? ich kriege Zehen mit Schwimmhäuten und sie muss im DRECK schlafen??

Tzim: Einverstanden.

Gangrel: Ich will was neues…

Nos: Ich warte immer noch… hast du mich vergessen?

(Stille )

Ventrue: Machen wir weiter mit… Giovanni… Dein Kuss schmerzt. Es ist keinerlei Vergnügen in deinem Biss.

Toreador: Kannst du DAS noch mal sagen?

Die Versammlung schaut auf Torrie: Oh… Entschuldigung… war das zu leise?

Giovanni: eines Nachts… wird dich dein Unleben plagen

Ventrue: Ravnos. Deine Natur ist Kriminell.

Ravnos: (Gibt Ventrue seine Geldbörse wieder) Tschuldigung.

Ventrue: (nimmt es blinzelnd) Eh nee. Ich meinte… (schüttelt den Kopf) Aaaalso gut. Das Geld auch.

Ravnos: Oh Hier… Tschuldigung.

Nos: Wann bekomme ich einen Makel?

Brujah: Bei Geburt…

(Unterdrücktes Lachen)

Ventrue: Ähm… Du dort drüben… Setit… deine ist… du magst das Licht nicht.

Gangrel: HEY MAN WAS IS’N DAS FÜRN SCHEIß??? Ich bekomme Fledermausflügel und er mag kein grelles Licht??

Malk: Fliegt meine kleinen Affen… Fliiiiiiiegt.

Brujah: (hebt seine Hand und Malk zuckt zusammen)

Set: (grinst) Einverstanden – Fair und gerecht. (er zwinkert)

Gangrel: (zeigt auf Set) Er hat gezwinkert!! Ihr beide hattet eine Abmachung?? Gottverdammte Drecksschlangen…

Nos: Wenn du mich weiterhin ignorierst… werde ich HÄSSLICH!

Malk: Zu spät.

(Unterdrücktes Lachen)

Ventrue: Habe ich jemanden Vergessen?

Malk: Krieg ich jetzt mein Kryptonit?

Tzim: Du, kleiner Mann, hast GENUG Probleme… Du brauchst keinen zusätzlichen Makel.

Ventrue: Dann ist es Beschlossen….

Nos: Du hast dich selbst vergessen… und mich.

Brujah: Genau. Mr. Pingelig. Was ist dein Makel?

Ventrue: (lächelt) Ich bin Pingelig… darüber… was ich esse…

Gangrel: (steht auf und wirft seinen Stuhl um) Ich GEHE!! (zeigt auf jeden im Raum) Ich kriege einen Euter wie eine Verfickte KUH und DU schläfst im DRECK? DU bist ein nervöser Esser? Du vertiefst dich in Kunst… DU… (der Finger zeigt auf Nosferatu) Also gut ich glaube es könnte schlimmer kommen.

Nos: Ich habs. Ich bin der Makellose Clan. Das ist es!

Brujah: (lacht) Jau das ist es.

Ventrue: (hüstelt) Das Treffen ist beendet.

Malk (verlässt den Raum, sehr leise singend): Du bist hässlich… du bist hässlich… und deine Mama kleidet dich grässlich….Du bist hässlich… du bist hässlich…

Wo die kleinen Vampire herkommen 4

Samstag (Poker)Nacht

Ungefähr 03:42 Uhr morgens

Im Unterschlupf des Vorsintflutlichen der Gangrel

Die Szene:

Eine große ägyptische Pyramide, wir sind im Inneren. Es ist ein großer Raum, bedeckt mit Staub; antike Gräber umgeben die Wände, der gesamte Raum riecht nach Verfall und Tod. In der Mitte des Raumes sitzt eine Gruppe von Vampiren, sie spielen Karten. Ein einzelnes Licht hängt von der Decke herab und beleuchtet die gesamte Szenerie.

Gangrel: Ich halte dein Chicago und erhöhe um den Schwarzwald.

(lange Stille)

Tremere: Halte deinen Schwarzwald und erhöhe um die Mona Lisa.

Toreador: Das kannst du nicht machen.

(kurze Stille)

Tremere: Wie bitte?

Toreador: Das kannst du nicht machen.

Tremere: Warum nicht?

Toreador: Die Mona Lisa gehört mir.

Tremere: Das weißt du nicht!

Toreador: Doch das tue ich. Sie ist in Paris, der größten Stadt der Toreador, ich besitze sie, ich kontrolliere sie, sie gehört mir.

Tremere: Nein tut sie nicht. Ich hab es hier.

(Geräusch von Scharren und ein langes Stück Stoff wird entrollt, danach eine lange Pause)

Toreador: Du Bastard!!! Wie hast du das bekommen?

Tremere: Eine Variation von Zweck des Weißen Sendschreiben; hat eine Weile gedauert das Ritual des Besitzes korrekt zu beherrschen, aber niemand hat die Fälschung bisher entdeckt.

Toreador: Wie konntest du das tun? Du Teufel, du Bestie!!! Eines der größten Kunstwerke die jemals geschaffen wurden, eines der feinsten Stücke… (ad infernitum)

Nosferatu: (flüstert) Sie geht jedes mal in die Luft, oder nicht?

Assamite: Nun, keine Disziplin diese Toreador.

Malkav: Eigentlich haben sie welche.

Assamite: Oh nein! Halt den Rand Malk!

Malk: DAS ist nicht sehr nett! Nur weil du mehr physische Eigenschaften bekommen hast als ich! (schmoll)

Nosferatu: Assamite, kannst du sie nicht ein wenig ruhigstellen? Nur soweit das man ein Wort verstehen kann.

Assamite: Das kann ich nicht hübscher Junge. Bei meinem Level würde es den gesamten Raum beeinflussen – Probleme mit höhergestellten Disziplinen. Jedenfalls hat sie Majestät aktiv und du weißt wie kompliziert es ist all diese gesellschaftlichen Eigenschaften zu überwinden.

Nosferatu: Schlitzohr! Hey, Tremere, Misch die Karten!

(Unterdessen)

Toreador: …wie lang hat er an diesem Bild gearbeitet; die Qualen und Entbehrungen die wir durchgemacht haben um es vor den Brujah zu beschützen; die komplizierte Schönheit des Kreuzstriches; es ist unbezahlbar, etwas was geteilt werden muss, etwas das die Welt zum Leben braucht, etwas…

Tremere: RUHE!!!

(Stille)

Nosferatu: (nebenbei) Ich wette es kostet ihn einen Punkt Willenskraft um nicht in Raserei zu verfallen.

Assamite: (nebenbei) Verdammt richtig.

Tremere: Schau Toreador. Ich entschuldige mich. Können wir für eine Sekunde ne Pause machen? Warum hörst du nicht auf zu brüllen und schaust kurz auf dieses schöne Bild?

Toreador: Nein, das sollte ich nicht… Sieh Tremere, wenn du denkst du kannst durch die Ewigkeit gehen mit deinen Lügen und Tricks… und kannst scheußlich sein zu denen von… uns… die… OH!(verzückt) WAS FÜR EIN SCHÖNES BILD!

(lange Pause)

Nosferatu: Gott sei dank dafür! Ich schwöre diese Pokernächte werden Langweilig.

Gangrel: Nicht wie in den alten Tagen.

Nosferatu:: Verdammt richtig. Bestimmt nicht wie in den alten Tagen. Das waren noch Zeiten als wir die Erde durchstreiften wie Giganten, alles unterlag unserer Herrschaft, nichts hat uns kontrolliert…

Malkav: Außer Kain.

Nosferatu: O.K. da war Kain. Richtig, aber davon abgesehen, niemand hat uns kontrolliert, niemand stand uns im weg….

Malkav: Nun da war Enoch.

Stille, alle starren ihn an

Nosferatu: Ja, nun da war Enoch, das gestehe ich dir zu, aber…

Gangrel: Und da waren noch die anderen zwei.

Tremere: Wie wurden sie genannt?

Malkav: Ich weiß es nicht, hängt davon ab welche Version vom Buch Nod du ließt, eine Version sagt man nannte sie…

Nosferatu: OK, OK, da waren also Kain und die zweite Generation, aber ich meine, abgesehen von denen, wer war den dort der uns im weg gestanden hätte, wer…

Malkav: Lilith.

Tremere: Genau, Lilith. Ich hab sie schon lang nicht mehr gesehen.

Gangrel: Du hast Lilith noch nie getroffen.

Tremere: Hab ich wohl.

Gangrel: Du lügst. Niemand hat Lilith gesehen, seit Jahren. Du erzählst eine VERDAMMTE LÜGE!

Nosferatu: SEHT! WIE ICH SCHON GESAGT HABE! Abgesehen von Lilith und Kain; und der zweiten Generation. Wer zum Deibel stand uns in den alten Tagen im Weg?

(eine verlängerte Pause)

Assamite: Ich wusste gar nicht das Nosferatu Präsenz hat.

Tremere: Das wusste ich auch nicht. Er war echt gut, meint ihr nicht?

Gangrel: Ich glaube so wie er auf den Tisch gesprungen ist war er schrecklich beeindruckend.

Assamite: Ich denke wir sollten unsere Bewunderung zeigen.

(Ein Geräusch von höflichem, schnellem Applaus)

Nosferatu: Ähm…danke?

Tremere: Nicht der Rede wert alter Kumpel. Sehr gut.

Malkav: Selbstverständlich hast du ein paar Leute vergessen.

Nosferatu: Was?

Malkav: Du hast ein paar Leute vergessen. Die Leute die uns gegenüberstanden, die Leute die uns stoppen wollten.

Nosferatu: Oh hab ich das? Nun, na denn, trübe Tasse, sag es uns. Wen hab ich vergessen von deiner kostbaren Liste?

Malkav: Uns selbstverständlich.

(Lange, ernsthafte Stille als die Versammlung merkt das Malkav grade die Wahrheit sagte)

Assamite: Ich hasse es wenn er das tut.

(Stille)

Nosferatu: Egal, abgesehen von diesen Punkten. Die alten Tage waren besser. Wir waren alle zusammen; wir alle 13. Eine große Gruppe. Die Dinge waren groß damals.

Tremere: Wie war es denn?

Gangrel: Oh Fantastisch. Du sahst Brujah den Vampiren erklären wie man liest (er brauchte Tausende von Versuchen, aber er konnte in der Zeit zurückreisen und so dauerte es nur einen Nachmittag)…

Assamite: Ich mochte Brujah noch nie.

Malkav: Warum nicht?

Assamite: Er hält immer die Zeit an nur um mich ungeschützt zu erwischen.

Malkav: Jau, aber du hast immer die Pfeife des Schiedsrichters verstummen lassen so hat niemand bemerkt wenn du dich regelwidrig benommen hast.

Gangrel: Wie ich schon sagte!!! Dann war da noch Ventrue…

Malkav: JAWOHL!!! Ventrue! Was für ein Prachtkerl.

Tremere: Du MOCHTEST Ventrue?

Malkav: Ja aber sicher, er war verrückter als ich es bin.

Tremere: Ventrue! Verrückt!!?!

Assamite: Verdammt Richtig. Er pflegte mit einem Cilp-Board durch die Gegend zu laufen immer versuchend alles in irgendwelchen Treffen zu Organisieren und sowas. DIE GANZE ZEIT; er wollte schon immer mit diesem blinkendem Metall spielen.

Gangrel: Aber dieses ‘GELD’-Dings das er erfunden hat, hat mächtig eingeschlagen.

Nosferatu: JA, aber das wird niemals überleben.

Tremere: Ventrue, VERRÜCKT! Nun ich hätte niemals…

Nosferatu: Oh ja. Herzhaft wie ein Nusskuchen war der alte Ventrue.

Gangrel: Aber da war auch Lasombra, der immer etwas für ihn zu tun gefunden hat.

Malkav: Lasombra, das war eine interessante Sache.

Tremere: Ich hab ihn nie richtig kennen gelernt.

Gangrel: Oh er war schon ganz in Ordnung. Sehr eigenbrötlerisch. Verbrachte viel Zeit alleine in seinem Zimmer. Leider haben sie ihn vor der Erfindung des CD-Players getötet. Er hätte die Smiths GELIEBT.

Malkav: Nicht so sehr wie Kappadozius.

Assamite: Nun da war ein Verrückter. Dachte er könne andere Vampire aussaugen, mein Gott er hat es getan. Er liebte tote Dinge….

Tremere: Tun wir das nicht alle?

Assamite: Nicht so wie er das getan hat. Ich meine, es begann harmlos genug. Gangrel tötete seine Hauskatze…

Gangrel: Das war ein Unfall.

Assamite: Na dann, du hättest KI benutzen sollen! Ich meine, du hättest dich in eine Katze verwandeln können anstatt in einen Bengalischen Tiger…

Gangrel: Sie wollte es aber so.

Malkav: Dr. Doolittle und seine fröhliche Band der Perversionen hat wieder zugeschlagen!

Assamite: Was auch immer, seit dem begann er damit mit toten Dingen zu spielen. Er war zweifellos der Überflüssigste von uns allen.

Malkav: Nee, Set war überflüssiger.

Tremere:: Wo ist Set?

Set: Dort drüben.

(Erstaunte Stille)

Malkav: Frag nicht. Ist ne lange Geschichte.

Assamite: Egal, Kappadozius (wir nannten ihn kurz Erich), letztendlich wurde er wirklich bekloppt. Er versuchte Gott zu ersetzen. Wir mussten schnell einen Ersatz für ihn finden

Tremere: Und so habt ihr Giovanni gewählt?

Gangrel: Jap, ich hab ihn damals 1250 getroffen. Er lief über diese übertriebene Piazza in Venedig – Ich glaub das macht er immer noch.

Nosferatu: Nein, das ist sein Vetter.

Gangrel: Welcher?

Nosferatu: Du kennst diesen schmalen, mit diesen witzigen gesellschaftlichen Sitten.

(Stille)

Gangrel: Wen?

Nosferatu: Du WEIßT schon! Der Alte mit dem albernen Bart! Der eine, der mit der verheiratet war, welche die Schwester des Vetters des Mädchens ge(räuspert sich) hat die den Bruder des Vaters von dem geheiratet hat, der mit der Frau des Onkels der Schwester des Ahnen im Bett erwischt wurde der mit dem Bruder seiner Nichte geschlafen hat die gesagt hat er hätte einen kleinen (bricht ganz ab).

(Stille)

Gangrel: Wen?

Assamite: Egal, Kappadozius ist jetzt tot. Giovanni hat ihn umgelegt. Und du hast Saulot getötet. Und Brujah hat Ventrue ermordet und Troile tötete Brujah, und die Anarchisten töteten Lasombra und beinahe auch Tzi… uuups!

Tremere: Was war das?

Assamite: Och nichts. Wirklich nicht.

Tremere: Was wolltest du sagen?

Assamite: Nichts mein Freund ehrlich.

Malkav kichert

Tremere: Was geht hier vor? Versucht ihr etwas vor mir zu verbergen?

Gangrel: Nein nicht wirklich. Assamite war nur etwas verwirrt, STIMMTS NICHT ASSAMITE?

(Geräusch eines beschleunigten Tritts zusammen mit großer Stärke, trifft jemandem mit großer innerer Stärke unter dem Tisch)

Assamite: Äehm… Ja. Das wars, ich war verwirrt. Kommt von meinem seltsamen Hintergrund. Wirklich.

(Lange misstrauische Stille)

Malkav: Jau danach wurde es ein wenig verrückt. Jeder hat jeden umgelegt. Das ist es warum wir im Mittelalter mit der besten Lösung dieses Problems ankamen.

Tremere: Die Camarilla?

Malkav: Nein, die Pokernacht. Hielt uns für Jahre am Leben. ‘Ewiger Heiliger Krieg’ und all das.

Tremere: Oh klar! Ich hab verstanden. Und das bedeutet Gehenna ist…

Malkav: Was mir machen wenn wir uns Langweilen. Richtig. Jetzt hast du es Verstanden.

(Stille)

Nosferatu: Apropos Poker, Tremere, wegen deinem letzten Stich. Vier Asse. Was war dieses Herunterleiern was du vorher gemacht hast?

Tremere: Och, nichts.

Nosferatu: Du hast doch nicht dieses ‘Zweck des Weißen Sendschreibens’ Gedöns, von dem du vorhin geredet hast, hast du?

Tremere: Nein, der Himmel bewahre.

Nosferatu: Du hast, oder nicht?

Tremere: Nein, bestimmt nicht.

Malkav: Er Lügt. Er hat es in seiner Aura geschrieben.

Tremere : Seht, O.K. ich habs getan. Aber Nosferatu betrügt genauso.

Nosferatu: Nein tu ich nicht!

Tremere: Er hats getan. Er verdunkelte sich, schlich herum und spähte über Malkavs Schultern.

Malkav: Oh du verdammter Betrüger!

Assamite: Wie lange hast du das schon getan?

Nasferatu: Ich betrüge nicht! Kommt Leute. Ihr kennt mich.

Assamite: Exakt. Warte eine Minute. Damals in 1475 – Den Flush den ich hatte. Da hast dus getan, oder? In der Nacht hab ich Arabien verloren, du betrügerisches …

(Geräusche eines kleinen Streites und einen gelegentlicher Seufzer von Toreador)

Szene: Gerade außerhalb. Zwei Gestalten nur beleuchtet vom fahlen Mondlicht.

Kain: Siehste, DAS ist der Grund warum ich nicht zurück gehe!

Lilith: O.K. O.K., du hast deinen Standpunkt klargemacht. Können wir jetzt nach hause gehen. Ich habe einen Braten im Ofen…

Wo die kleinen Vampire herkommen 1

Ventrue: In Ordnung, meine Damen und Herren, nehmen Sie Platz. Ich nehme an, Sie fragen sich, warum ich Sie alle hierher gerufen habe.

Toreador: In der Tat! Ich habe in zwei Stunden eine Verabredung, die ich einfach einhalten muss, und ich möchte nicht zu spät kommen.

Ventrue: Ja, ja. Ruhe bitte (Klopfgeräusche). Nun, ich weiß nicht, wie das bei Ihnen ist, aber meine Nachkommen haben begonnen, mit recht…, nun…, hhm… beunruhigende Fragen zu stellen und ich…

Malkav: Sag ihnen einfach, wenn sich Mami und Papi sehr lieb haben…

Ventrue: Seien Sie still, Malkav. Nun, sie wollen wissen, wo wir herkommen, warum, wie, und all das. Ich denke, es ist Zeit, dass wir eine Antwort für sie finden.

(Stille)

Brujah: Also, was wollen Sie? Wir ficken nicht herum!

Saulot: Etwas gewählter, bitte!

Brujah: Tschuljung.

Ventrue: Was ist mit Ihnen, Ralf? Sie stecken Ihre Nase doch überall rein.

Nosferatu: Ich habe auch keine Idee – aber etwas anderes: Ich nenne mich nicht mehr länger Ralf. Von heute an sollten Sie mich „Nosferatu“ nennen.

(Stille)

Ravnos: Mache ich nicht, Mann. Ralf passt zu Ihnen.

Nosferatu: Nein! Ich weigere mich, mit diesem Namen geschlagen zu sein!

Ventrue: Lassen Sie ihn, Ravnos.

Toreador: Um bei diesem Thema zu bleiben…

Ventrue: Was gibt’s denn jetzt noch?

Toreador: Ich habe den Künstlernamen „Toreador“ angenommen.

(tiefe Stille)

Hassam: Heinrich, Du hast niemals einen Stier gesehen, geschweige denn mit einem gekämpft!

Toreador: Das ist allein meine Sache!

Ravnos: Ich wollte etwas sagen mit „Kuh…“, ach, lassen wir’s.

Ventrue: Können wir nun zurück zum Thema kommen?

Lasombra: Ralf, ich denke, „Nosferatu“ klingt wirklich cool.

Nosferatu: Oh, danke, und es ist weitaus einfacher auszusprechen als Ralf, besonders, wenn man die Zähne nicht einziehen kann.

Ventrue: Meine Damen und Herren!!!

(Stille)

Ventrue: Okay, irgendwelche Ideen?

Tzimisce: Äh…

Ventrue: Ja, Tzimisce?

Tzimisce: Wie wäre es vielleicht mit einer Krankheit?

Saulot: Nein! Nicht so was. Ich wüsste, wenn es so was wäre.

Malkav: Ooh! Ooh! Ich habe eine Idee!

Ventrue: (gähnend) Was denn?

Malkav: Ooh! Ooh! Wir alle sind… Außerirdische! Ja! Vom Planeten… Yuggoth!

Brujah: Malkav?

Malkav: Ja?

Brujah: Halt’s Maul!

(Stille)

Malkav: Ist es nicht zu schade, dass Du kein Dominate besitzt?

Brujah: Richtige Männer brauchen kein Dominate!

(Geräusch von einem Faustschlag)

Malkav: Auuu!

Ravnos: Okay, ich hab’s.

Ventrue: Ja?

Ravnos: Sie sind nicht wirklich Vampire, sie glauben bloß, dass sie welche wären.

Ventrue: Hmmm, nicht schlecht… Aber was ist, wenn einer der Trottel dies glaubt und versucht, ein Sonnenbad zu nehmen?

Lasombra: Na, und? Merzt die blöden aus, wir haben weniger Überbevölkerung und weniger Nachkommen, die dumme Fragen stellen.

Toreador: Lasombra, Du bist pervers.

Lasombra: Heh, bin ich meines Bruders Hüter?

Tzimisce: Eigentlich hat er recht.

Toreador: Ihr seid krank!

(Gemurmel)

Saulot: meines Bruders Hüter… das erinnert mich an was. Wissen Sie, an diese Leute, die diese spaßigen Handtücher um den Kopf tragen.

Hassan: Hüte Deine Zunge, Dreiauge!

Saulot: Verzeihung. Nun, sie haben eine alte Geschichte über jemanden, der seinen Bruder ermordete und dafür verflucht wurde. Schauen sie…

Sutekh: Verflucht, sagen Sie?, Hhmmm… das gefällt mir!

Nosferatu: Ja, aber wenn Sie das erzählen, glaubt es niemand.

Tremere: Ich weiß was besseres! Wir haben es mit Magie getan!

(tiefe Stille)

Brujah: Wer zum Teufel ist das?

Tremere: Oh. Tremere! Meister der Magie – zu Ihren Diensten.

Saulot: Verschwinden Sie, Sie haben hier erst ab 1314 etwas zu sagen!

Tremere: So? Ich bin ein Orakel der Zeit. Ich bin, wann ich will.

Ventrue: Ein Sterblicher, was? Heh, Tremere!

Tremere: Ja?

Ventrue: Raus!

Tremere: Klar. (Aufschlaggeräusch) (Gemurmel: Verdammt. Ich muss lernen, wie das geht) (Türeschlagen)

Ventrue: Nun sollten wir uns weiter mit dieser „Fluch“-Geschichte auseinandersetzen. Wir haben noch nichts von Gangrel gehört und wir brauchen die Meinung einer Frau zu diesem Thema. Was denken Sie, Gangrel?

(Stille)

Ventrue: Gangrel?

(noch mehr Stille)

Ventrue: Hat irgendjemand Gangrel gesehen?

Ravnos: (Räuspern) Nun… nun, ja, wir hatten eine kleine Meinungsverschiedenheit.

Malkav: Oh, liebt Sie Dich nicht mehr?

Ravnos: Verpiss Dich!!!

Malkav: Macht sie’s auch wie…

(undefinierbares Geräusch)

Ravnos: Danke, Brujah.

Brujah: Gern geschehn, Bruder.

Ventrue: (Seufzen) Okay, also, was war das mit diesem Fluch?

Saulot: Nun, sie sagen, dass die ersten zwei Söhne des ersten Menschen ihrem Gott Opfer zu bringen hatten. Der erste Bruder opferte Pflanzen und so Zeug, der zweite opferte Tierblut.

Alle: Ja! Klingt Super! Das ist es! Cool!

Saulot: Dann tötete der ältere – Kain, glaube ich – Abel, seinen jüngeren Bruder, und wurde von Gott für diesen allerersten Mord verflucht.

Hassam: Innovativer Charakter, dieser Kain.

Sutekh: Soso, wir stammen also von einem psychopatischen Vegetarier ab. Wie wäre es, wenn wir von dem Ermordeten abstammten? Dann wären wir die Erwählten Gottes, die Träger der göttlichen Macht, die…

Malkav: Du hast wirklich einen Götterkomplex, oder? Erzähl mir von Deiner Mutter. Sperrte sie Dich in den Kleiderschrank? Oder…

(gleiches, undefinierbares Geräusch wie eben)

Brujah: letzte Warnung!

Ventrue: Sutekh, würde es Ihnen sehr viel ausmachen, wieder von dem Stuhl herunterzuklettern?

Tremere: Ich mag diese „von Gott verflucht“-Kiste, wirklich!

Ventrue: Wie kommen Sie schon wieder hierher?

Tremere: Ach, einfach so. Ich dachte, Sie wüssten alles? Heh, Saulot!

Saulot: Ja?

Tremere: Ich glaube, ich kann mich jetzt erinnern, wo ich Ihr Gesicht schon mal gesehen habe. Kann ich Sie kurz unter vier Augen sprechen, vor der Tür vielleicht? Es dauert höchstens fünf Minuten – versprochen.

Saulot: Sicher. Ich komme.

(Türgeräusch)

Lasombra: Ich frage mich, was er wollte… egal…

Toreador: Ich denke, ich bevorzuge den älteren Bruder. Er ist eine charmante, leidenschaftliche Persönlichkeit, die ihrem Herrn hingebungsvoll opfert, aber von Eifersucht verzehrt wird und schließlich zu einer verzweifelten Tat getrieben wird. Natürlich bedauert er diese später, aber zu spät, um dem harten Gericht eines unbarmherzigen Gottes zu entgehen, und wird verdammt, auf ewig auf der Welt umzugehen, ausgestoßen von den anderen Menschen. Oh, der Schrecken! Oh, die Menschlichkeit! Oh, die Angst! Ach!

Brujah: Was ist „Angst“?

Sutekh: Oh, das ist eine Art Kreuz, aber mit einem kleinen Ring am oberen Ende. Meine Landsleute lieben das.

Brujah: Oh… Dann verstehe ich nicht..

Toreador: Das reicht jetzt…

(Ein Schrei von draußen)

Tzimisce: Was zum Teufel war das?

Nosferatu: Klang wie Saulot. Heh, da draußen! Ruhe!

(die Tür öffnet sich)

Tremere: Oh, Verzeihung, hmm… Saulot hat gesagt, äh, dass er noch etwas zu tun hätte und gehen müsse – sofort, ääh, aber er war.. hrmph, er meinte noch, viele Grüße.

Nosferatu: Kommt’s nur mir so vor, oder schaut er ein wenig bleich aus?

Ventrue: Wen kümmert’s. Noch mal zu diesem Fluch…

Lasombra: Sind wir also seine direkten Nachkommen? Wieso wissen wir dann nicht, wo er ist?

Malkav: Nun, er erschuf uns und reiste dann weiter. Ziemlich schnell sogar.

Ravnos: Nein, nein, nein, zuerst erschuf er noch einige andere, und dann erschufen diese uns.

Toreador: Und er war entsetzt über den Schrecken, den er über die Welt gebracht hatte! Und er zog sich selbst vor unserer aller Blicken zurück!

Malkav: Und lief sogar sehr schnell weg!

Toreador: Naja, bei Ihnen…

Ventrue: Aber wieso sind wir alle so verschieden, wenn wir vom gleichen Ahnen abstammen?

Toreador: Der Fluch wirkt auf mysteriösen Wegen.

Nosferatu: Ja! Ich war einer der bestaussehendsten Männer der Welt.

Ravnos: Ja, wirklich.

Brujah: War ich vielleicht ein Philosoph?

Ravnos: Und Toreador hatte früher mal Geschmack…

Malkav: Und ich war verrückt!

(Stille)

Ventrue: Ich denke, dass wir unser Glück mit dieser Geschichte auf die Probe stellen.

Sutekh: Eine bessere Idee?

Ventrue: Nein. Also, lassen Sie uns abstimmen. Wer stimmt für Magie?

Tremere: Ja!

Ventrue: Das ist eine Stimme.

Ventrue: In Ordnung, Außerirdische vom Planeten Yuggoth?

Malkav: 23

Ventrue: Ihre gespaltenen Persönlichkeiten zählen hier nicht, Malkav!

Malkav: Oh. Aber sie sollten auch nicht unterdrückt werden!

Ventrue: Die erwählten Söhne Gottes?… Sutekh, Lasombra, Tzimisce. Noch jemand?

Hassam: Hier.

Ventrue: Gut, das sind vier. Verfluchte Kinder eines psychopathischen Vegetariers?… Das sind vier, plus meine Stimme, also fünf.

(Gemurmel)

Lasombra: Wahlbetrug, Sie fleckwestiger Bürokrat!

Ventrue: Wenn es Ihnen nicht gefällt, gehen Sie und eröffnen Sie ihren eigenen Verein.

Lasombra: Vielleicht werde ich das…

Ventrue: Gut, damit wären wir am Ende unserer Versammlung. Ich bitte Sie alle, Ihren Nachkommen die Geschichte zu erzählen, so wie ich es meinen Nachkommen erzählen werde. Ein schriftliches Protokoll der Sitzung wird Ihnen wie immer in dreifacher Ausfertigung zugehen.

(Klopfgeräusche)

Ventrue: Mag jemand einen Drink?

Malkav: Ich glaube, Tremere hatte schon AAAAAAAaaaaahhhh…

Tzimisce: Warum haben Sie ihn aus dem Fenster geworfen, Brujah?

Brujah: Keine Ahnung, Mann, irgendwie musste ich es einfach tun (Seufzen). Keiner von Euch versteht mich…

Hassam: (geflüstert) Heh, Tremere!

Tremere: Ja, was gibt’s denn?

Hassam: Saulot.. Du hast’s ihm gegeben, oder? Hast ihn ausgetrunken?

Tremere: Hhm, äh, …, ja.

(Stille)

Hassam: Und, äh, hat sich das gut angefühlt?

Bräute im Rollenspiel

Rollenspielende Frauen sind im Augenblick ein heiß diskutiertes Thema. Das waren sie schon seit die erste Generation der (männlichen) Rollenspieler alt genug war sich für Mädchen zu interessieren. Irgendjemand schaute damals in die Spielrunde und dachte: „Mann, ich wünschte ein paar Bräute würden mit uns rumhängen!“ Auch die Spielehersteller bemerkten dies und dachten: „Mann, ich wünschte zweimal so viele Leute würden meine Spiele kaufen!“

Zwei verschiedene Strategien wurden entwickelt. Erstens: Füge Dinge in die Spiele ein, die den Bräuten gefallen. Zweitens: Entferne, was ihnen nicht gefällt.

Aber wenn Rollenspieler wirklich gewusst hätten, was Bräute mögen, dann hätten sie wohl kaum ihre Jugend damit verbracht mit einem Haufen Freaks rumzuhängen, die so tun als wären sie Elfen. Also mussten sie sich mit der Entferne-was-ihnen-nicht-gefällt Strategie abfinden. Das war Pech, denn was den Bräuten eigentlich an Rollenspielen nicht gefällt, sind die Spieler.

Seien wir mal ehrlich, wenn der knackige Brad, Kapitän der Fußballmannschaft, Rollenspiele spielen würde, dann würden sich die Bräute schon dafür interessieren.
Statt dessen spielen aber Typen wie der nicht-so-knackige Norman, Kapitän der Schachmannschaft, vorzugsweise Rollenspiele. Die Bräute hassen es, von ihm jedesmal angebaggert zu werden, wenn sie mal versuchen eine Runde Schach zu spielen. Sie nennen es „sexuelle Belästigung“, weil Norman eben ein Wichser ist.

Norman: „Wenn du verletzt bist, dann kann dich mein Paladin heilen, indem er dir die Hand auf …“

Braut: „Denk noch nicht mal dran, du Schwein!“

Und so geschah es. Die Spielehersteller bemühten sich, die ursprünglichen Fans vom Rollenspiel-hobby abzubringen.

Eins muss man ihnen lassen, sie haben wirklich gute Arbeit geleistet. Sie haben außerdem noch einige andere Dinge entdeckt, die Bräute nicht am Rollenspiel mögen, aber das war wahrscheinlich Zufall. Indem sie Dinge aus den Spielen entfernten, die die Fans mochten, haben sie in der Tat noch einige andere Elemente entfernt, die den Bräuten nicht ganz zusagten.

Das Wort „Braut“, zum Beispiel. Bräute hassen es. Es gibt nicht mehr viele Spielregeln, die das Wort „Braut“ verwenden, wenn sie über Bräute reden. Nicht dass es jemals so viele Spiele gegeben hätte, die wörtlich das Wort „Braut“ verwendet haben, aber im übertragenden Sinne hatten sie denselben Tonfall. Außerdem machen die Spiele jetzt nicht mehr so viele Verallgemeinerungen über Bräute. Bräute mögen es nicht, verallgemeinert zu werden. Bilder mit Kettenhemd-Bikinis, getragen von großbrüstigen Kriegerbräuten, um ein anderes Beispiel zu nennen, wurden von den meisten Bräuten verabscheut und waren zur selben Zeit eines der Dinge, die Norman, der ebenfalls von den meisten Bräuten verabscheut wurde, besonders anzogen. Jeder, der jemals die 1st Editon von AD&D gespielt hat, erinnert sich an die Zeichnung des Succubus im Monsterhandbuch. Sicher, sie würde schwer erarbeitete Erfahrungspunkte stehlen, hatte Klauen, kleine Hörner und Fledermausflügel, aber sieh dir nur mal diese Titten an! Wow!

Der Spielleiter würde drohen: „Sie beginnt damit, dir das Leben auszusaugen!“
Worauf Norman antworten würde: „Auf geht’s, Baby!“

Ein anderer wichtiger Punkt war die Mathematik. Bräute sind furchtbar schlecht in Mathe, oder mögen sie zumindest nicht, wohingegen Leute wie Norman das Zahlenjonglieren lieben. Heute sind die meisten Braut-freundlichen Spiele „regelarm“, benötigen wenig Rechnerei und solche Sachen. Bräute mögen das, Norman nicht. Hinzu kommt, dass der knackige Brad, Kapitän der Fußballmannschaft, ebenfalls nicht besonders gut in Mathe ist, regelarme Spiele aber selbst für ihn verständlich sind. Er könnte also tatsächlich spielen – vorausgesetzt jemand liest ihm die Regeln vor. Brad zum Spielen zu bewegen und Norman dazu aufzuhören, ist der Schlüssel um Bräuten das Hobby näher zu bringen.

Eine Menge Spiele haben jetzt damit angefangen das Pronomen „sie“ anstelle des neutraleren „er“ zu verwenden. Damit spricht das Spiel viel mehr das gewünschte Zielpublikum an und Norman fühlt sich einmal mehr ausgeschlossen. Es besteht aber keine Gefahr Leute wie Brad damit vom Spielen abzuhalten, denn, wir erinnern uns, Brad kann gar nicht lesen.
Das Pronomen „er“ ist deswegen allgemeiner, weil es schon immer so verwendet wurde und auch von jedem so verstanden wird. So heißt es zum Beispiel: „Der Spielleiter leitet das Spiel. Er würfelt für die Monster.“

Gemeint ist natürlich: „Er oder sie würfelt für die Monster.“ Beide Geschlechter werden einbezogen und Leute wie Norman hatten damit auch nie Probleme. Das hat sich nun geändert.

In den neuen Regeln heißt es: „Sie würfelt für die Monster.“ Dadurch fühlt sich Norman ausgeschlossen und beschließt, lieber mit seinem Mathematik-Club rumzuhängen.

Die paar Bräute, die bereits rollenspielen, tun ebenfalls ihr Bestes um Norman auszuschließen. Wahrscheinlich folgen die Spielehersteller nur ihrem Beispiel. „Women in Gaming“, kurz WIG, ist eine Art exklusiver Verein nur für rollenspielende Bräute. Norman könnte ihm nicht beitreten, selbst wenn er wollte (und glaubt mir, er will). Nun, ich weiss, dass sich WIG (englisch für „Perücke“) sexistisch anhört, da die Assoziation von Frauen mit Perücken stereotyp ist, und ich bin absolut kein Sexist, aber die Bräute sind von ganz allein auf diese Abkürzung gekommen. Ich persönlich hätte mich ja für „Broads in Gaming“, kurz BIG, entschieden. Aber mich hat keiner gefragt.

Unter anderem veranstaltet WIG einen „Bräute only“-Tag, damit sie Norman wenigstens einmal im Jahr direkt ins Gesicht sagen können, dass er nicht willkommen ist. Ich glaube sie nennen diesen Tag „Ich mag dich, nur nicht auf diese Weise, du hast eine tolle Persönlichkeit, lass uns nur Freunde sein“-Tag. Und vielleicht wollen sie auch mitten im Spiel Säuglinge an der Brust stillen, was nicht so sexy ist wie ihr vielleicht denkt.

TSR verfolgte eine andere Strategie um die Spieler von ihrem Hobby abzubringen, die sogar noch viel erfolgreicher war: Sie schrieben ihre Spiele für Zwölfjährige. Eine absolut brillante Idee, denn noch nicht mal Zwölfjährige interessiert irgend etwas, das für Zwölfjährige geschrieben wurde. Zum Beispiel wurde die erste Auflage von AD&D für Erwachsene geschrieben. Die Spielmodule, das Monsterkompendium etc. beinhalteten Themen für Erwachsene und Bilder von nackten Brüsten. Es war also ganz natürlich, dass sich viele Zwölfjähirge davon angezogen fühlten.

Als einfaches Beispiel kann man hierzu auch ein beliebiges „Teen-Magazin“ anführen. Wer liest denn diese Heftchen? Doch wohl kaum ein ernstzunehmender Teenager. Nein, die Vor-Teenager lesen sie, denn diese Magazine schreiben über Themen welche für Vor-Teenager eigentlich nicht geeignet sind. Sex zum Beispiel. Der sicherste Weg um das Desinteresse der Jugend für etwas zu wecken, ist für sie darüber zu schreiben. TSR bemerkte dies, setzte es in die Tat um und wie zu erwarten war, blieben die Zwölfjährigen (zusammen mit allen anderen) dem Spiel fern. Auch diverse Spielclubs folgten den Kettenbikinis aus dem Hobby. TSR war mit ihrer Strategie so erfolgreich, dass sie fast in Konkurs gingen und sich an eine Spielkarten-Firma verkaufen mussten.

Die Verkaufen-Ohne-Sex Strategie wurde von den anderen Herstellern adaptiert. Sex sells, besonders aber an die Sorte von Leuten, an die sie nicht verkaufen wollten (d.h. männliche Spieler), so dass alle Hersteller den moralischen Weg zum Bankrott wählten. Jungen fühlen sich nunmal zu Mädchen hingezogen, und eine nackte Elfenprinzessin ist doch im Grunde nichts anderes als eine nackte Fünfzehnjährige mit spitzen Ohren. Die allfälligen Anfragen der Justiz konnten die Hersteller immer ganz einfach beantworten: „Kinderpornographie? Gott bewahre, nein! Sehen sie sich doch nur mal die spitzen Ohren an!“ Wie auch immer, es ist schwer die Argumente gegen Sex als verkaufsförderndes Mittel zu verstehen, denn gäbe es keinen Sex, dann wäre wohl niemand von uns hier. Und mit „hier“ meine ich natürlich „im Internet“.

Wie dem auch sei, Norman vom Rollenspielen abzubringen war nur der erste Schritt. Jetzt mussten noch die Bräute zum Hobby gebracht werden.

Vampire und Vampire-ähnliche Spiele eigneten sich bestens für beide Aufgaben. Diese Spiele wurden eingeführt, weil Leute wie Norman sie hassen. Er will ein Krieger sein, ein Held, der mit komplexen mathematischen Kalkulationen großbrüstige Monster ins Jenseits befördert. Gothic-Spiele haben das nicht zu bieten. Sie bieten dafür „Regeln light“, wenig bis keine Mathematik und einiges an Romantik, was Norman sowieso noch nie verstanden hat. Bräute hingegen mögen all diesen Romantikmist, und Vampire im speziellen sprechen die perversen Vergewaltigungs-Fantasien an, die natürlich alle Bräute abstreiten zu haben.

Der Spielleiter sagt nun also: „Er beginnt damit, dir das Leben auszusaugen!“
Und die Spielerin antwortet: „Auf geht’s, Baby!“

Natürlich ist diese Vampire-Sache erst der Anfang. Deadlands zum Beispiel wird auch immer populärer. Es spielt in einer Art Horror-Western Welt. Der „Horror“-Teil ist eine gute Anknüpfung an das Vampire-Thema, außerdem mögen Bräute Cowboys. In der Tat kann man wahrscheinlich ganz einfach vorhersagen, welche Art Rollenspiele im nächsten Jahr erscheint, indem man in einen Männer-Strip-Club geht und sich die Kostüme ansieht. Es gibt da immer mindestens einen „Bronco Billy“-Tänzer, der Sporen, Staubschutz, Stiefel und Hut trägt. Der String-Tanga gehört nicht zum gewöhnlichen Cowboy-Outfit, aber das Gesetz schreibt ihn vor.

Damit soll aber nicht gesagt werden, dass Frauen keine klassischen „Schwert und Zauberei“-Rollenspiele mögen. So habe ich einmal eine Kampagne gespielt, bei der viele Freundinnen der Spieler mitgemacht haben. Der Spielleiter begann damit, Abenteuer zu führen, die den Bräuten gefallen, was natürlich dazu führte, dass die richtigen Spieler letztlich aufhörten. Schließlich bestand die ganze Gruppe nur noch aus Bräuten. Das wird nach und nach immer üblicher werden, wenn Leute wie Norman ihr Hobby aufgeben und Bräute damit anfangen. Wenn du planst, in einer „Bräute-Only“-Spielrunde der Spielleiter zu sein, dann musst du dich anpassen.

Es gibt einige Dinge, die ein Spielleiter tun muss, um das Spiel für Bräute interessant zu machen. Sie wollen nicht dieselben Dinge tun, die ein Kerl machen würde. Sie wollen zum Beispiel nicht mit komplexen mathematischen Kalkulationen großbrüstige Monster ins Jenseits befördern.

Männer lieben die Jagd. Sie mögen es, wenn man ihnen ein Ziel vorgibt und sie dieses mit engstirnigem Fanatismus verfolgen können. Deshalb bestehen auch so viele Fantasyabenteuer aus der „Queste“- oder Befreiungs-Variante. In der Tat ist das klassische „Befreie die Prinzessin“-Abenteuer nichts anderes als eine Queste, in der das Ziel Brüste hat. Es ist nicht wirklich eine andere Art Abenteuer, sondern bloß eine Variation des Themas. Es ist das Mittelalter-Fantasy Äquivalent zum Internetsurfen.

Bräute hingegen lieben Shopping. Sie mögen es, auszuziehen um zu sehen was sie finden können, ohne dass sie genau wissen, was sie eigentlich suchen. Außerdem halten weibliche Abenteurer an und fragen nach dem Weg, wenn sie sich verlaufen haben, so dass man weder Tabellen für Zufallsbegegnungen noch Proben auf den Orientierungssinn benötigt. Die Bräute werden schon selber Begegnungen provozieren. „Entschuldigung, Herr Ork? Können sie uns sagen, ob das der Weg in den Verwunschenen Wald ist?“ Ach ja, sie gehen natürlich nicht wegen irgend etwas Speziellem in den Verwunschenen Wald, sondern sie wollen nur sehen, was sie dort finden können.

Und glaub jetzt bloß nicht, dass es damit getan ist, den Ork einfach angreifen zu lassen. Männer würden den Ork kurzerhand töten, die Leiche plündern und sich wieder auf den Weg machen (obwohl sie sich völlig verirrt und keinen blassen Schimmer davon haben, welcher Weg das eigentlich ist). Bräute hingegen würden probieren mit dem Ork eine zwischenmenschliche (oder besser zwischenorkische) Beziehung aufzubauen. Sie werden ihn nicht töten, sondern wahrscheinlich gefangen nehmen und dann solange auf ihn einreden bis er sich wünscht tot zu sein. „Sieh dir doch nur mal deine Klamotten an! Ehrlich, wie konntest du nur in diesem Aufzug die Höhle verlassen? Hast du keinen Respekt vor deiner Mutter?“ und „Warum bist du eigentlich jedem gegenüber so feindlich eingestellt? Ich werde dich nicht losbinden, bis du nicht gelernt hast, dich in weniger beleidigender Weise auszudrücken.“

Auch ist die „Suche nach einem verschollenem Gegenstand von großem Wert“ nicht so reizvoll für Frauen wie das „Finden eines echten Schnäppchens“. Ein Sonderangebot also. Lass sie ein Gerücht hören, dass es in der nächsten Stadt Breitschwerter im Sonderangebot gibt und sie werden sich so schnell wie möglich auf den Weg machen. Natürlich müssen sie sich zuerst für die Reise ausrüsten, was für Bräute bedeutet, dass sie sich ein völlig neues Outfit für die Reise zulegen müssen. Das muss selbstverständlich ausgespielt werden und deswegen ist es wohl am besten, wenn man sich für solche Situationen ein paar Spielregeln ausdenkt. Gewöhne dich solche Sachen zu sagen wie: „Okay, du probierst das Kleid an … wirf mal einen W20 für einen Rettungswurf gegen Es-lässt-deinen-Arsch-fett-aussehen.“

Du kannst die Charakterbögen, die du die letzten 10 Jahre verwendet hast, getrost wegwerfen. Denn auch diese müssen an die neue Situation angepasst werden. Die Spalte mit der Ausrüstungsbeschreibung wird sicherlich um einiges größer werden. Dort wo Männer einfach „Kleidung, abgenutzt“ hinschreiben (wenn überhaupt), werden Bräute die Art des Stoffes, den Designer, die Farbe, die Waschinstruktionen und den Kaufort anführen wollen. Statt die Kosten jedes Ausrüstüngsstückes zu protokollieren, werden Bräute aufschreiben wieviel sie beim Kauf gespart haben. „Schwert, lang, elfischer Stil, grauer Stahl mit malvenfarbigem Griff, Insignien des Hochelfen-Designers Krados eingraviert, 10 Goldstücke gespart beim Einkauf im Schwertwarenhaus in Morgorim City.“ Es wird wohl das Beste sein, eine Extra-Seite zu benutzen.

Auch die Snacks während dem Spiel werden sich ziemlich verändern. Vergesst die Chips, billige Noname-Cola und Pizza. Willkommen in der Welt von hors d’oeuvres, fettarmen Keksen, ungezuckertem Popcorn, Cola Light und Fruchtpunsch. Für diejenigen, die es nicht wissen: Ein hors d’oeuvre ist ein kleines essbares Etwas am Ende eines Zahnstochers. Gewöhne dich also daran mit Zahnstochern zu essen, oder manchmal sogar mit dem teuren Silberbesteck. Es gibt da noch kleine, meist viereckige Papier- oder Stofffetzen, die „Servietten“ genannt werden und es wird von dir erwartet werden, dass du sie benutzt. Dies setzt natürlich voraus, dass man dich überhaupt einlädt.

Letztendlich haben die Spielehersteller nur das Zielpublikum gewechselt. Statt zu expandieren und sowohl an Männer als auch an Bräute zu verkaufen, verkaufen sie ihre Frauen-Only-Spiele jetzt nur noch an Bräute. Damit sind die Hersteller aber immer noch in einer besseren finanziellen Lage als vorher. Denn schließlich werden sie auch Bräute anstellen, die das Design, das Artwork und das Schreiben von neuen Spielen übernehmen. Und das bedeutet große Einsparungen, weil sie den Frauen nur 75% des Lohnes eines Mannes zahlen müssen.

Wahrscheinlich denkst du jetzt, dass du die Rollenspiele so magst wie sie zur Zeit sind und möchtest nicht, dass Bräute das Hobby übernehmen. Wahrscheinlich hast du das Gefühl als wäre das alles nicht ganz fair. Tja, hör auf zu flennen, du Weichei! Es gibt nichts, was du dagegen tun kannst. Die Männer hätten daran denken sollen bevor sie den Bräuten das Wahlrecht gegeben haben. Jetzt fühlen sich die Bräute dazu berufen, sich alles zu nehmen was sie wollen, genauso wie wir es früher getan haben. Mann kann sie nicht mehr aufhalten.

Heinz Sielmnann im Reich der Rollenspieler

Guten Abend meine Damen und Herren,

heute möchten wir uns bei unserem Ausflug ins faszinierende Reich der Tiere, einer ganz besonderen Spezies zuwenden, dem Homo loquiens vulgaris, oder zu deutsch dem gemeinen Rollenspieler.

Diese interessante und überaus faszinierende Lebensform verdient unser aller Beachtung, besonders wenn man bedenkt, dass sie in unseren heimischen Breiten nur noch in sehr kleinen Populationen von 3-7 Einzeltieren je Revier auftreten.

Aber beobachten wir nun diese possierlichen Wesen in ihrem natürlichen Lebensraum. Dort um diesen Tisch drapiert sehen sie fünf Exemplare dieser außerordentlich seltenen Gattung. Obwohl gerade dieser Raum und seine Ausstattung nahe legen, dass der gemeine Rollenspieler auch keine Schwierigkeiten mit dem sich durch den Menschen veränderten Lebensräumen hat, wachsen die einzelnen Populationen nie über eine gewisse Zahl heraus an. Das kapitale Männchen an der Stirnseite der Gruppe scheint das Leittier zu sein. Seinen durch diverse Grunzlaute gegebenen Anweisungen leisten die schwächeren Exemplare im allgemeinen Folge. Nur gelegentlich kommt es zu kleineren Beißereien, die aber in der Regel unblutig verlaufen. Das unterlegene Tier zeigt dann seine Demut, mit einem Laut, der sich in etwa so anhört: „Ist ja gut steht wirklich auf Seite 63.“ Das dominierende Exemplar erkennt diese Demutsgeste mit einem Heraufziehen der Lefzen an.

Besonders auffällig ist die Vielzahl der Laute, die fast meinen lässt, der gemeine Rollenspieler wäre einer orientierten Kommunikation innerhalb der Reviergruppe fähig. Noch in den Kinderschuhen indes steckt die Forschung bezüglich der verschiedenen Duftmarken, welche die einzelnen Exemplare setzen, und damit oftmals heftigste Reaktionen unter ihren Artgenossen produzieren.

In seiner Ernährungsweise erinnert der gemeine Rollenspieler an den amerikanischen Vielfrass. Seine Kiefer scheinen ständig zu malen und er scheint auch jede Form von Nahrung anzunehmen. Besonders possierlich ist es zu sehen, wie der Rollenspieler zunächst mit den Vorderpfoten die Nahrung prüft und sie wenig später in die Backentaschen schiebt. Eine weitere erstaunliche Eigenschaft hat man erst kürzlich entdeckt. ähnlich einer Elster scheint der gemeine Rollenspieler eine Vorliebe für das Sammeln von kleinen Gegenständen zu haben, mit denen er dann sein Nest ausstattet. Es geht dabei aber nicht um glänzende Dinge sondern um 6-20 seitige kleine bunte Gegenstände. Gern nimmt er sie in die Vorderpfoten und rollt sie von sich weg, ein Verhalten welches von beeindruckendem Mienenspiel begleitet wird. Welchem Zweck es dient, ob der Balz oder der Revierabgrenzung, ist bis heute nicht geklärt. Sehen sie da, wie das Jungtier ständig dieses Verhalten, was es bei den älteren Exemplaren abgeschaut hat, vollführt? Sehr putzig! Unlängst unterhielt ich mich mit Ed Redwood vom Institut of Research Califonia, der diese faszinierende Gattung seit nunmehr 18 Jahren erforscht. Im Verlaufe seiner zahlreichen Expeditionen gelang es im auch einzelne Exemplare handzahm zu bekommen. Er glaubt jetzt den Grund für die geringe Populationsdichte gefunden zu haben. Anscheinend übersteigt die Zahl der Männchen bei weitem die der weiblichen Exemplare. Dieser Mangel an Weibchen ist wahrscheinlich auch die Ursache für das ausgesprochen eindrucksvolle Balzverhalten dieser Spezies. Gleich mehrere männliche Exemplare umwerben hier in diesen Aufnahmen ein einziges Weibchen. Beobachten sie hier meine Damen und Herren, wie die Anwesenheit des Weibchens zu einer Veränderung des Verhaltens ei den Männchen führt. Die Augen werden glasig und es kommt zu verstärktem Speichelfluss, der sogar soweit geht, dass einige der Männchen regelrecht zu sabbern beginnen. Jetzt bieten sie die bereits erwähnten bunten Dinge da, was den Schluss nahe legt, das ihr eigentlicher Zweck doch die Balz ist. Wie dieses Verhalten weitergeht, konnte leider auch diesmal nicht gefilmt werden, weil unser Infrarotfilm aus unklarer Ursache hoffnungslos überbelichtet war. Auch gelang es uns nicht einen Wurf junger Rollenspieler zu filmen. Wahrscheinlich verbringen sie die ersten Jahre ihres Lebens in Erdbauen, welche sie erst zum Beginn der Pubertät verlassen. Man nimmt an, dass das Weibchen meist ein, selten zwei oder mehr gesunde Jungen wirft.

Da diese Tiere sehr scheu sind, bleibt nur zu hoffen, dass dieses Verhalten irgendwann auf einem Film dokumentiert werden kann. Auf den Film gebannt hat man indes ein weiteres faszinierendes und bis dato ungeklärtes Verhalten dieser Spezies. Ein oder auch mehrmals im Jahr, machen sich viele Exemplare auf den Weg zu einem Ort, an dem sich dann oft mehrere hundert Einzeltiere zu einer großen Herde zusammenschließen. Anders als bei den Lemmingen kommt es nicht zu einem kollektiven Selbstmord, sondern die Exemplare präsentieren sich gegenseitig ihre bunten Gegenstände, die bei dieser Gelegenheit auch den Besitzer wechseln können.

Wodurch dieses Verhalten ausgelöst wird, ist bis heute ein Rätsel. Die Herde bleibt dann etwa 1-3 Tage beieinander, dann ziehen sich diese possierlichen Wesen in ihre angestammten Reviere zurück.

Sie sehen also, meine Damen und Herren, eine wirklich beachtenswerte und eindrucksvolle Spezies, die der Wissenschaft noch viele Rätsel aufgibt. Hoffen wir, dass sie gelöst werden können, bevor der gemeine Rollenspieler gänzlich ausgestorben ist.

Sollten sie das Glück haben eine dieser Populationen in freier Wildbahn beobachten zu können, vermeiden sie es, ihr natürliches Verhalten zu stören, Damit diese possierlichen Tierchen auch morgen noch eine Chance haben.

Bis zum nächsten mal.

Ihr Heinz Sielmann

Tagebücher aus dem Blutsumpf von Cpt. Oaktree

1. Eintrag:
Wir wurden verschifft. Ich hätte nicht gedacht, das so viele von uns schon in den ersten
Wellen waren.
Ich bin Militärarzt. Mein Vater wollte unbedingt, das ich, der Tradition der Familie folgend,
Arzt werde. Sogar mein Großvater selbst war Medizinmann bei irgendeinem der
Indianerstämme. An dieser Stelle: Vielen Dank!! !
Ich wollte eigentlich zur Army und mein Land schützen. Am liebsten zu den Green Berets …
Ja, das sind echt klasse Typen. Von denen hatten wir auch fünf auf unserem Schiff.
Schweigsame Jungs. Nicht anders zu erwarten, als Einzelkämpfer. Doch wenn sie mal
Humor gezeigt hatten dann richtig klasse. Na ja nicht jeder mag diese Art von schwarzem und
sarkastischem Humor. Zum Beispiel gestern, da ging ein Private über Bord und das einzige,
was der Kerl von den Greens sagte war: „Wenn du schon untergehst, schau wenigstens nach
feindlichen U-Booten.“
Also ich fand den Witz nicht schlecht. Haben den Jungen ja wieder eingesammelt. ..
Wo war ich? Ach ja. Um einen Kompromiss zu finden, habe ich Medizin studiert und bin
dann zur Army gegangen. Da ich mein Studium mit Bravur abgeschlossen hatte, war mein
einstieg gut.
Leider fahren wir jetzt an einen Ort von dem wir nicht wissen, was er uns bringt.
An Board habe ich mich mit einem[nbsp] anderen Arzt angefreundet. Sein Name ist Terris er
kommt aus Boston und hat irgendwie irische Vorfahren. Netter Kerl, wir verstehen uns recht
gut. Mit dem kann man Pferde stehlen, vorausgesetzt die Krauts haben überhaupt Pferde.
Ich vermisse Cassie schon jetzt, ebenso wie meine Kinder. Ich hoffe ich sehe sie bald wieder.
Aber jetzt muss ich meinem Land dienen. Ich werde in eines der Lazaretts fast direkt an der
Front geschickt.
Das werden sicher harte Zeiten. Aber ich habe einen Glücksbringer bei mir. Das Skalpell
meines Vaters. Es wurde aus einem Messer gefertigt, das schon meine rothäutigen Vorfahren
benutzt haben. Jetzt liegt es hier in seiner Schatulle aus Kirschholz. Hoffentlich bringt es mir
Glück. ..

2. Eintrag
In wenigen Minuten legen wir an und dann geht‘ s los …

3. Eintrag
Na dann, wir sind da. Die Zelte stehen und die Soldaten haben sich gesammelt. Colonel
McKolwin ist unser Kommandant. Scheint ein recht netter Kerl zu sein. Nicht zu streng.
Etwas eigenartig vielleicht, aber das ist nicht so schlimm.
Klasse, Terris ist auch hier! Na dann kann ja nichts schief gehen und wir haben es sogar
geschafft gemeinsam ein Zelt zu bekommen. Na ja, ein gewisser Sgt. Irvine ist auch in
unserem Zelt, aber mit dem sollten wir klarkommen, schließlich sitzen wir alle im selben
Boot.
Sonst hatte ich kaum Zeit, hier jemanden kennen zu lernen. Aber dieser kleine, dürre Kerl ist
bemerkenswert. Er ist der Assistent von McKolwin. Na ja, mit dieser Brille ist er wie
geschaffen für die Schreibstube. Ich erinnere mich an etwas das Terris mir mal erzählt hat…
Kobolde … Und irgendwie erinnert mich dieser Private Smith an einen…
Ganz in unserer Nähe ist auch eine kämpfende Einheit stationiert, zu unserem Schutz. Na,
wenn die nicht schon bald auf unserem Tisch liegen, fresse ich meinen Colt.

4. Eintrag
Um 1234 standen die Zelte, und um 1235 ging es schon los. Es kamen zwei Lieferwagen an
mit verletzten. Meine Güte, diese Jungs sahen schrecklich aus. Zerfetzte Gliedmaßen,
Trümmersplitter, Einschüsse, alles war dabei.
Ich wusste es würde schlimm werden, aber das?! Großer Gott, wenn das immer so ist… wer
soll da denn den Verstand bewahren.
Smith, ich denke ich nenne ihn ab jetzt Kobold, hat sich beim Anblick der ersten verletzten
gemütlich verbeugt und den anwesenden sein Essen demonstriert.
Ich hätte mich gerne dazu gestellt, aber ich musste Arbeiten, vielleicht in der Mittagspause…
Irvine musste den großen Mann markieren und versuchte alles zu regeln, dabei stand er
jedem nur im Weg. Irgendwer muss ihm mal sagen, dass wir wissen, was wir tun…
Das erste Mal seit meiner Laufbahn ist mir jemand unter den Händen weggestorben. Ich
konnte einfach nichts weiter tun, er ist einfach gestorben. Ich kann es immer noch nicht
begreifen. Ist das der Krieg? Es scheint so. Ich will das nie wieder erleben, aber ich fürchte
das war nicht der letzte.
Ich muss mir etwas einfallen lassen, sonst werde ich hier Irre…
Es ist jetzt ca. 0200. Zu Hause stehen sie sicher gerade alle auf…
Terris sieht das ganze recht gelassen. Er sitzt auf seinem Bett und zeichnet was vor sich hin.
Ich frage mich, was er da macht. Jedenfalls hat er so ein Funkeln im Auge…

5. Eintrag
Ich hatte Alpträume. So viele Verletzte, denen ich nicht helfen kann.
Die Trompete zum Morgenappell riss mich glücklicherweise aus meinem Schlaf. Dreck,
Smith kann nicht trompete spielen … Ich habe mich erst einmal schnell in meine Uniform
geworfen. Ich denke es sollte hier egal sein, wie man rumläuft. Verdammt, wir haben Krieg.
Eigentlich hatte ich ja auch recht, kaum jemand war komplett den Vorschriften entsprechend
gekleidet. Nur Irvine, das dumme Arschloch musste sauber und ordentlich da stehen, Bauch
rein, Brust raus. Der Trottel drückt den Schnitt unseres Zeltes…
Der Colonel hatte eine kleine Ansprache gehalten in der er uns gedankt hat und seine
Hoffnung aussprach, dass wir nicht nur eine Truppe werden würden, sondern eine Familie.
Und er stellte klar, dass er das Oberhaupt dieser Familie ist.
Eigentlich wollte er uns abtreten lassen aber Irvine plapperte darauf los: „Sollten wir nicht
den Vorschriften entsprechend eine namentliche Zählung durchfuhren und die
Aufgabenverteilung sowie die Stabsaufteilung festlegen, Sir?“
Ich fange an ihn zu hassen, was will der Kerl? Sich wichtigmachen?! Dank ihm durfte ich
eine Auflistung über das medizinische Material erstellen, die ich Smith geben sollte. Smith
selbst war über diesen Berg an Arbeit, der auf ihn zukam nicht sonderlich erfreut da er es
alleine machen sollte. Danke Irvine! Eines Tages klebe ich deine Schuhe am Boden fest dafür.
Gegen 1430, also nach meinem verlängerten Morgenschlaf und dem da vorigen Frühstück,
wenn man unidentifizierbare Masse Frühstück nennen darf, machte ich mich an die Arbeit.
Ich sollte einmal das Küchenpersonal genauer beobachten, dieser Brei sah dem was gestern
aus dem Kopf eines Soldaten quoll verdächtig ähnlich.
Terris wollte mir unbedingt helfen, bei dem Auflisten ich verstand nicht warum, bis er mir
seinen Plan erläuterte.
„Es ist einfach. Ich denke, ich kann dir vertrauen. Also, ich habe da ein paar alte Rezepte
meiner Familie. Für Alkohol. Aber dafür brauche ich etwas zum brennen.“
„Und was habe ich damit zu tun?“
„Simpel, wir bauen eine Destille. Wen interessiert es schon wenn ein paar Teile fehlen?
Da Du die Liste machst, fehlen sie nicht einmal. Außerdem ist ein guter Tropfen erholsam
und vertreibt dunkle Gedanken. Das lässt uns besser arbeiten und daher tun wir nur etwas
gutes.“
Erst war ich nicht überzeugt, doch ich erinnerte mich an die Ereignisse von gestern. Da hätte
ein Drink sicher geholfen.
Ich liebe diesen Kerl! Wir hatten Spaß wie zwei Kinder an Weihnachten während wir die
Destille bauten. Und gerade in diesem Moment in dem ich dies Schreibe, tropfen die ersten
fertigen Tropfen in die Reagenzgläser…
Ich war auch bei unserem Pfarrer. Harris ist sein Name. Ein netter aber recht verwirrter Kerl.
Dennoch sympathisch. Man redet gerne mit ihm. Ich denke ich gebe ihm einen aus, wenn
unser Experiment gelungen ist.
Leider war dieser Tag am Ende nicht so gut wie er anfing…
Irvine wäre fast durchgedreht, als er unsere Destille sah.
„Seid ihr beide Irre?‘ Verkauft mich nicht für Blöd! Was ist das“!“ Waren seine Worte
„Also das ist ein Experiment zur Gewinnung von Treibstoffen aus einfachsten Grundstoffen,
zwar nur ein kleines Modell, jedoch irgendwann vielleicht ein Großprojekt. “ Ich fand meine
Ausrede klasse.
„Ihr haltet mich für dumm. Ich weiß was das ist! Ich werde das sofort berichten, ihr werdet
schon sehen was euch dafür blüht, Soldaten!“ Diese Worte haben ihn arg unsympathisch
gemacht. ..
Aber bevor es in einem Streit ausbrechen konnte, kam wieder ein Transport mit verletzten.
Im OP hat sich Irvine zur Lachnummer gemacht, als er auf einer Blutpfütze ausrutschte und
sich schwungvoll aufs Maul gelegt hatte. Gott haben wir gelacht. Leider hat eine der
Schwestern dafür den Ärger bekommen…
Aber wir haben das Spiel gewonnen, wenn auch nur knapp: 21 zu 29 für uns gegen den Tot,
obwohl der Heimvorteil hatte. DAS nenne ich eine Leistung. Das haben Terris und ich auch
gleich mit einem guten, hausgemachten Tropfen begossen.
Erst dachte ich, ich sterbe an dem Zeug. Aber jetzt geht es und ich merke es schon. Ich bin
nicht betrunken, aber ich bin ruhig und denke um einiges klarer. Irvine schläft schon der
Dreckssack. Wir sollten auch schlafen…

6. Eintrag
Heute ist ein guter Tag. Erst hatte ich einen Kater, aber Terris hat mich überredet, etwas mit
ihm zu trinken und sehe da, kein schmerz. Ich habe sogar gut geschlafen und geträumt.
Zum Appell waren wir auch nur wenige Minuten zu spät, aber wir waren nicht die letzten. Es
schien McKolwin nicht weiter zu interessieren. Nur Irvine musste eine Abfällige Bemerkung
machen. Irgendetwas über Säufer und Langschläfer und Strafe oder so was. Aber ich habe
beschlossen ihn zu ignorieren, der wird sein Fett schon weg bekommen …
Leider hatte er gepetzt und nach dem Appell inspizierte McKolvin unser Zelt. Er sah unsere
Destille und sah uns todernst an.
„Ist das euer Werk, Soldaten? Aus den Vorräten der US Army gestohlen?!“ Er hatte das mit
dem Befehlston echt drauf.
„Sir, ja, Sir. Aber sie müssen wissen, dass wir das hier nur aus gesundheitlichen Gründen
gebaut haben, denn wir wollen nicht das eine psychologische Überlastung unsere Arbeit
einschränkt und uns damit zu Fehlern verleitet, Sir“ Zum ersten Mal lohnte sich der
Psychologie Studiengang … hoffte ich.
„Sie haben gestohlen und damit werden sie nicht durchkommen. Als ihr befehlshabender
Offizier sage ich ihnen, dass ich dieses Ding nie wieder sehen will und sie dafür bestraft
werden!“ In diesem Moment dachte ich nur: Scheiße, da geht es dahin…
„Aber als gebürtiger Schotte sage ich ihnen, dass ich es einfach nicht sehen WERDE und
dass sie mir, ich meine der Army, gelegentlich einen Teil davon zukommen lassen sollen.
Aber sie sollten dieses Teil besser mit diesem Kolben verbinden und dann …“ Ich konnte es
kaum glauben, Gott ich danke dir für das unverschämte Glück. Musste an Terris liegen, das
Glück der Iren.
„Aber Sir, Sie können diese Verbrecher doch nicht damit davonkommen lassen! Ich hoffe sie
sind sich darüber im Klaren, dass ich das in meinen Bericht schreiben muss …“ es war klar, das
Irvine sich nicht ruhig halten konnte.
„Sgt. Irvine, wollen sie meine Entscheidungskraft als befehlshabenden Offizier in Frage
stellen?! Ich bin mir sicher, dass sie ihre Berichte gewissenhaft schreiben werden. ICH werde
sie gerne an das HQ leiten. Noch Fragen“!“
„Sir, nein, Sir!“ Ich denke Terris und ich klangen dabei fröhlicher als Irvine. Der kleine,
dreckige Schleimer.
Terris ist gegen Nachmittag, als der erste Fleischwagen durchgearbeitet war, dann zum
Colonel gegangen und hat sich für die Unannehmlichkeiten entschuldigt während er ihm ein
Fläschchen mit unserem selbstgemachten rüberschob.
Na ja, jedenfalls werden wir nicht auf dem Trockenen sitzen.
Heute fragte mich ein junger Soldat: „Sir, ist es arg schlimm wenn das Blut meines
Kameraden dunkel ist?“
„Nein, es ist nicht schlimm. Aber vor fünf Minuten hätte man sagen können dass es tödlich
ist.“ Was hätte ich denn sagen sollen? Nein, er kommt schon durch, auch wenn sein Herz
nicht schlägt? Ich bin eben ehrlich, wem es nicht passt, hat selbst schuld.
Unser Mittagessen war genau wie unser Frühstück, nur grüner und wärmer. Ich brauchte
dringend das Rezept des Koches … Damit ich ihn damit ersticken kann![nbsp] Gott, was würde ich
für ein Steak geben…
Oh, Dr. Terris hat mir gerade meine Medizin verordnet, da muss ich eine Pause machen.

Alscho hir isst alls gutt ich hab mein medi zinn genomme und geh jest schlafn .. Terris besucht
noc di schwestrn …

7. Eintrag
Heute kein Kater. Ich gewöhne mich erfreulich schnell an das Zeug. Unser erster Morgentoast
ging an die Soldaten, die heute im Laufe des Tages von uns zerschnitzt werden. Der Nächste
ging auch auf sie, und der danach und … Ach egal…
Heute starteten wir unseren Rachefeldzug gegen Irvine. Kurz bevor er zu Bett geht werden
wir ihm auf sein Laken einen gelben Fleck mit etwas Ammoniak und Apfelsaft an einer
strategisch wichtige Positionen anbringen. Das wird ein Fest, wenn wir ihn auslachen!
Ansonsten gab es heute nichts Neues. Den ganzen Tag über wurden wir von netten jungen
Soldaten besucht. Wegen jeder Kleinigkeit konnten die sich aufregen.
„Doktor, Doktor mein Arm tut weh! Das brennt wie verrückt.“ Hat heute ein Soldat
gequengelt.
„Das geht gar nicht, mein Junge. Der ist schon seit Stunden nicht mehr dran, aber wenn’s dir
hilft, legen wir deinen Arm zu dir ins Bett…“ Ich gebe zu, es war etwas unfair den jungen so
anzufahren, aber ich hatte einen verdammt harten Tag.
Einige Granatsplitter und zerfetzte Knochen später war endlich Mittagspause. Ich traf mich
mit Terris vor dem OP um gemeinsam erst einmal Platz für das Mittagessen zu schaffen
indem wir uns in einen der Kübel erbrachen. Irgendwie hat es was zusammenschweißendes,
wenn zwei Männer sich zusammen die Seele aus dem Leib kotzen.
Danach haben wir dann noch die Funktionstüchtigkeit der Destille überprüft um dann frisch
wie der junge Abend zum Essen fassen zu gehen.
Es gab heute Kartoffelbrei mit Bohnen in Tomatensauce. Aber das verdammte Zeug sah dem
Kram verdächtig ähnlich, dass wir schon gestern hatten. Und ich glaube es hat mich
wiedererkannt. Jedenfalls meine ich schon von dem Fraß gegrüßt zu werden…
Nach dem Essen ging es wieder dorthin, wo noch echtes Fleisch lagert … in den OP. Davor
wurden wieder die guten ins Töpfchen und die schlechten ins Kröpfchen gebracht.
Ich musste einen Soldaten betäuben, der sich schreiend an den toten Leichnam seines
Kameraden gekrallt hatte. Manche Dinge sind wirklich nicht für menschliche Augen
bestimmt. Aber das macht nichts, denn ich bin hier ja eh so etwas wie ein Gott. Meine Güte,
ich werde hier noch wahnsinnig…
Irgendwie ist das komisch. Der Feind braucht nur wenige Minuten um unsere Leute zu
zerfetzen und wir brauchen dafür Stunden und oft ist das Ergebnis dasselbe, der Tot.
Jetzt haben wir erst mal einen Drink genommen. Terris geht der ganze Mist hier genauso auf
die Nieren, wie mir.
Ich bin gerade mit einem Briefnach Hause fertig geworden. Ich hoffe, es geht meiner Familie
gut.
Gute Nacht Deutschland. Möge Gott euch nicht zu mir schicken…

8. Eintrag
Kaum drei Stunden geschlafen und schon kam wieder ein Nottransport. Da hatte sich
wahrscheinlich eine Einheit zu weit raus gewagt. Wir bekamen nur einen Bus aber die
Soldaten sahen aus, als hätten sie einen riesigen Bären und dann eine Horde wilder ‚Wölfe
getroffen.
Kein Einschuss, aber überall Kratzer und Biss spuren. Drei von den Jungs konnten wir
durchbringen.
Kurz bevor ich mich wieder hinlegte, ging ich noch einmal durch das Zelt mit den
Krankenbetten. Da packte mich einer der Jungs am Arm und sah mich entsetzt an.
„Sie sie sind hier… Die Monster… Nicht in den Sumpf‘. Nicht weiter gehen … Sie töten uns
alle Ich muss sie warnen! Nicht! Nein!!!“ Der Mann war völlig aufgelöst.
Selbst wenn er wieder vollends gesund wird, wird er wohl nach Hause geschickt auf Grund
psychischer Störungen. Armer Kerl. .. Oder besser Glückspilz? Jetzt ist er erst mal auf Drogen,
den Gefallen musste ich ihm tun. Genug Opium um einen Elefanten umzuhauen …
Wir haben noch fast zwei Stunden, die wir zum Schlafen nutzen können, aber wir haben uns
dafür entschieden, diese Zeit zu nutzen um uns mental auf den Tag vorzubereiten. Terris hat
mir drei Dollar beim Poker abgezogen, das kann ja nur besser werden.
Wenigstens ist Mission „Irvines Bettgeschichten“ erfolgreich gewesen.
„Hier riecht es ja wie in einem Saustall! Das liegt sicher an ihrer Teufelsmaschine. Ich werde
jetzt mein Bettzeug lüften, das sollten sie auch tun, aber wahrscheinlich kommen sie Eber sich
in diesem Stall heimisch vor..“ Ja, Irvine konnte nach dem Aufstehen richtig nett sein.
Jedenfalls hat er dann schlaftrunken seine Bettwäsche vor unser Zelt auf die Leine gespannt,
so dass jeder sehen konnte, was er so auf seinem Laken fabriziert hatte. Das war ein Fest! Alle
haben sie gelacht und Irvine wurde immer kleiner.
Wutentbrannt hat er dann sein Laken von der Leine gerissen und ist feuerrot auf uns zu
gestürmt.
„Das … Das wird so nicht durchkommen! Ich werde sie vor das Kriegsgericht bringen.
Mangelnder Respekt gegenüber einem höheren Offizier. Das kostet sie ihre Köpfe.“ Er war so
wütend, dass er schon spuckte beim Sprechen, aber wir konnten einfach nicht mit dem Lachen
aufhören.
Nach dieser Aktion war das gesamte Lager, Irvine mal ausgenommen, fit für einen neuen Tag
in der Hölle. Jedenfalls reichte es um einige frohe Gesichter zu zaubern. Und das war es mir
natürlich wert, aus der Army entlassen zu werden und nach Hause geschickt zu werden.
Pünktlich nach dem Morgenerbrochenen, neues und treffendes Wort für Frühstück, kamen die
ersten Transporte. Es war das Übliche. Splitter, Einschüsse und abgerissene Gliedmaßen.
Wenn die Jungs weniger wimmern würden und ihre Körperteile einsammeln, wäre es
vielleicht sogar möglich einiges wieder anzunähen. Aber wie soll ein Arzt denn arbeiten,
wenn die Leute denken, dass Finger und Ohren irgendwo auf Lager liegen oder an Bäumen
wachsen.
Hab ich das gerade geschrieben? Gott, ich werde verrückt. Aber die Vorstellung eines
Baumes, an dem Finger und Ohren wachsen ist irgendwie amüsant. Jesus! Ich werde wirklich
verrückt. Ich brauche einen Drink
Der Mittagsschleim war genauso gut wie das Morgenerbrochene. Habe ich erwähnt, dass ich
den Koch hasse? Nein? Ich hasse ihn! Ich denke ich werde das Essen sein lassen und mich
von unserer Destille ernähren. Wir haben mehr als genug mittlerweile produziert. Vielleicht
können wir unseren Selbstgebrannten ja in diesem Dorf in der Nähe gegen was Ordentliches
zu Essen tauschen.
Heute habe ich einen Soldaten auf dem Tisch gehabt, der sich selbst aus Versehen in den Fuß
geschossen hat. Das war ihm vielleicht peinlich…
Ich denke Irvine hat uns vergeben, mittlerweile hat er seine Waffe schon wieder gesichert. Ich
frage mich warum der Kerl ne Waffe trägt. Wen will er erschießen? Einen aufmüpfigen
Patienten? Der Kerl ist echt pathetisch. Vielleicht will er damit ja auch was kompensieren wer
weiß.
Gegen Abend habe ich noch mal den Jungen besucht, dem das Unglück mit seinem Gewehr
und dem Fuß geschehen ist.
„Sir, Dürfte ich sie um etwas bitten, Sir?“ Er klang etwas zaghaft.
„Na klar, Sohn. Was liegt ihnen auf dem Herzen? Schießen sie los, aber lassen sie ihr Bein
heil.“ Ich denke mein kleiner Scherz kam bei ihm nicht gut an.
„Sir, würden sie bitte nichts von dem hier in ihrem Bericht erwähnen? Es ist doch etwas
peinlich und ich möchte nicht als Trottel nach Hause zurückkehren, Sir.“
„Aber klar, in meinem Bericht wird nur eine Schusswunde vermerkt werden. Gratulation,
dafür bekommen sie ein Purple Heart. Sie sind ein Held, Soldat.“
Das schien ihn etwas aufzubauen. Irvine der Armleuchter hätte ihn sicher eiskalt als Trottel
dargestellt, aber damit ist in diesem Krieg niemandem geholfen. So werden vielleicht noch
andere inspiriert.
Jetzt ist es wieder einmal 2357 zum Glück ist für heute wohl erst einmal alles vorbei. Terris
hat Bereitschaft. Ich habe ihm gerade ein Glas von unserem destillierten Erzeugnis gebracht.
Wenigstens konnte ich ihm eine kleine Freude machen. Wenn auch sonst in diesem Krieg nur
schlechtes geschieht.
Gute Nacht an alle Soldaten. Möge Gott euch schützen.

9.Eintrag
Im Osten nichts Neues. Unsere Truppen kämpfen, werden angeschossen und kommen zu uns
in den OP. Krieg ist etwas Widerliches. Fast so widerlich wie unser Essen, aber nicht
annähernd so widerlich wie Irvine.
Der Typ muss krank sein. Das alles hier scheint ihn nicht im Geringsten zu berühren. Wie dem
auch sei, er ist eben ein Arschloch.
Terris hat den Tag erst mal Pause. Heute Nacht kamen wohl doch noch ein bis zwei Wagen
rein. Er hat mich heute nach seinem Dienst geweckt um noch einen mit mir zu trinken. Erst
dachte ich, der Tot holt mich. Rot unterlaufene Augen und bleich wie eine Kalkwand stand er
da und grinste. Zum Glück hatte ich keinen Herzinfarkt.
Nach dem Appell ist Terris dann ins Bett gefallen und hat geschlafen.
Gegen Mittag kam endlich mal ein Wagen an, der keine Verletzten gebracht hat. Es war ein
Versorgungswagen!
Langsam wurde es auch Zeit, ich wollte mir schon einen Baseballschläger besorgen um
Anästhetika zu sparen.
Es war ein erhabener Anblick zu sehen, wie Kisten um Kisten entladen wurden. Smith sah auch
recht zufrieden aus mit seiner Lieferliste und alles koordinierend.
Mit sauberem Kittel und schmutzigen Gedanken ging es dann wieder in den OP. Also wenn
ich nicht verheiratet wäre, könnten mir einige der Schwestern gefallen. Aber es stimmt,
Frauen stehen auf verheiratete Männer. Sogar Irvine bändelt mit einer Schwester an. War der
nicht verheiratet, oder so etwas? Memo an mich: Den Familienstand von Irvine dem
Drecksack überprüfen.
Ich liebe unseren Koch! Ich nehme alles Schlechte zurück was ich über ihn gesagt habe und
behaupte das Gegenteil. Es sind Vorräte geliefert worden. Heute schmeckte der Kartoffelbrei
nach Kartoffel und alles andere auch nach dem, was es sein sollte. Als ich in die Kantine kam
dachte ich, mich trifft der Schlag. Das war wie ein Wunder. Und es gab sogar echte Äpfel.
Jap, heute ist ein guter Tag. Jetzt müsste nur noch ein Brief kommen, in dem steht, dass ich
nach Hause kann. Dann wäre es perfekt.
Nach dem Essen war Postausgabe. Ich habe zwar keinen Brief vom Oberkommando aber ein
Paket von zu Hause bekommen.
Das war großartig da waren so viele tolle Sachen drin, von Dosenbohnen bis Schokolade. Ich
habe auch schon eine gute Idee, was ich mit der Schokolade machen werde…
Nach einigen Drinks und ein paar Keksen aus der Heimat haben wir Feierabend für heute. Ich
übergebe das Wort an das Artilleriefeuer unserer Soldaten. Gute Nacht.

10. Eintrag
Es war doch kein Traum … Ich sitze in einem dreckigen Feldlazarett in mitten des Krieges und
schneide an Menschen rum. Wenigstens gibt es mittlerweile was Richtiges zum Frühstück.
Eier mit Speck, das nenne ich Service.
Auszüge aus Briefen, die Oaktree an seine Frau geschrieben hat.

02-16-1917
Hallo Cassie,
wie immer ist in diesem elenden Feldlazarett die Hölle los. Heute ist mir ein junger Mann
unter den Fingern gestorben. Eine verdammte Granate hat ihm den halben Brustkorb
zerrissen, Gott ich hasse diese Dinger!
Ich hoffe es geht dir und den Kleinen gut.
Terris hat heute in die Stiefel von Sgt. Trvine gekotzt. Naja, gekotzt ist vielleicht falsch, wir
haben nur aus alten Resten aus der Kantine etwas Entsprechendes zusammengerührt. Du
hättest das Gesicht des Idioten sehen sollen als es morgens zum Appell (Ich frage mich, wann
er merkt, dass er der einzige ist, der, wenn überhaupt, pünktlich kommt…) in seine Stiefel
sprang. Ja, ich weiß was du jetzt sagen würdest, ich sollte mit den Spielereien aufhören, ich
bin kein Kind mehr.
Aber das ist hier die einzige Möglichkeit nicht wahnsinnig zu werden. Das und unser guter
selbstdestillierter.
Verdammt, ich will nachhause und dich und die Kinder endlich wieder in die Arme nehmen.
Ich träume oft von dir, kleines. Weißt du noch, wie wir uns damals kennen lernten? Ich werde
den Tag nie vergessen. Ich war noch in meinem Medizinstudium zu dem mein Vater mich
gedrängt hatte, von wegen Familientradition … Jedenfalls war ich in Gedanken unterwegs und
hab dich vollends übersehen und über den Haufen gerannt. Du sahst schon immer süß aus
wenn du wütend bist. Und dann hast du mich geohrfeigt. Meine Güte, ich war perplex, dass
eine so kleine Lady einen Riesen wie mich einfach ohrfeigt … Wenigstens hast du meine
Einladung um mich zu entschuldigen angenommen.
Wenn ich daran denke wie wir geheiratet haben, kommt es mir manchmal wie ein Traum vor,
den ich gerne den Rest meines Lebens träumen würde … Aber hier ist Krieg und der ist Echt.
Ich liebe Dich. Sag bitte Susan und Daniel, dass Daddy sie liebt und bald wiederkommt.

02-26-1917
Hi Sweetheart,
Heute haben wir den Tag der Unabhängigkeitserklärung. Alle Feiern sie, wir hatten heute eine
Ladung verletzter von einem Mienenfeld, sie haben auch gefeiert … unabhängig von ihren
Körperteilen …
Shit, ich drehe hier langsam durch. Jeden Tag sitzen wir hier rum und warten auf den
nächsten Fleischwagen. Dann werden die Verletzten aussortiert. Die, für die noch Hoffnung
besteht nach links und die anderen nach rechts, gleich wie sehr sie schreien.
Teilweise sind fast noch Kinder dabei … Gott ich verfluche diesen Krieg.
Ich hoffe es ist bald vorbei. Manchmal wünschte ich zu den Green Berrets gegangen zu sein.
Dann würde ich wenigstens einen Feind zu Boden bringen und töten und nicht meine eigenen
Leute.
Ich sehne mich nach dem Tag an dem ich wieder bei dir bin.
In Liebe,

05-27-1917
Hi Cassie,
Sorry, das ich dir so verdammt lange nicht schreiben konnte, aber irgendein Trottel hat unser
Lazarett mit irgendetwas anderem verwechselt und wir standen unter Beschuss.
Mach dir keine Sorgen, ich wurde zwar angeschossen, aber wenigstens hat es mich nicht
schlimm erwischt.
Fast hätten wir unseren Colonel verloren. Er hatte eine wirklich üble Schusswunde
abbekommen. Verdammt übel zu operieren wenn überall um einen herum Kugeln und
Granaten einschlagen.
Aber so wie es aussieht werde ich befördert, na wenn das nichts ist.
Wir hatten echt Glück, dass hier eine gute Truppe stationiert ist. Ein gewisser Joe Carter ist
recht interessant. Grundsätzlich ist er recht unauffällig, aber er ist pflichtbewusst und loyal. Er
hat Zukunft, nur leider ist seine Humorlosigkeit echt widerlich …
Ich werde das erst einmal mit Terris zusammen begießen…
Hoffe dir und den Kindern geht es gut. Sag dem kleinen bitte danke für das schöne Bild dass
er mir gemalt hat und dein Fresspaket war großartig. Habe es mit Terris geteilt.
Ich soll dir von ihm ausrichten, dass er dich auch liebt.

06-17-1917
Hallo ihr drei daheim,
ich dachte die letzte Zeit war die Hölle. Aber ich habe mich getäuscht.
Terris ist tot. Verdammte Scheiße, er ist tot! Gütiger Gott, warum?
Es war letzte Nacht, seit Tagen war Terris schon merkwürdig. Seit dem Vorfall mit diesem
jungen Soldaten … Der arme Bengel war völlig durchlöchert. Terris ist gut, nicht so gut wie
ich natürlich, aber auch er konnte nichts machen. Nach dem Herzstillstand versuchte er ihn
wiederzubeleben, wieder und wieder. Ich habe ihn nie derart keifend und fluchend gesehen …
Ich habe ihn wegzerren müssen, dann haben wir ein paar getrunken. Er war vollkommen
aufgelöst. Er murmelte dauernd, das sein jüngerer Bruder fast genau so aussah und sein Alter
hatte.
Jeden Tag sterben Menschen. Bin ich ein schlechter Mensch, weil es mich nicht mehr
berührt?
Jedenfalls wurden wir letzte Nacht von einem kleinen Feindtrupp der sich wohl verlaufen
hatte angegriffen. Sie zerbombten unseren Destillierapparat Terris riss einem anderen
Soldaten das Gewehr aus der Hand und stürmte schreiend auf sie zu. Er schrie, dass sie ihm
den Rausch nicht auch noch nehmen würden … dann wurde er durchlöchert. Ich habe ihn aus
dem Schussfeld gezerrt, aber es war zu spät. Ich habe wirklich versucht ihn zu retten, aber ich
konnte es nicht … ich konnte meinen Freund nicht retten. Einen Anhänger gab er mir, den soll
ich seiner Familie geben. Dann starb er. Scheiße! Ich werde nie seine Augen vergessen…
Ich habe genug von Krieg spielen. Ich mach da nicht mehr mit!
Ich will zurück zu euch. Im Moment ist der Gedanke daran zu euch zurück zu kommen das
einzig tröstliche.

12-25-1917
Hallo Kleines,
Wie geht’s euch?
Hier ist alles in Weihnachtsstimmung. Wir haben sogar einen Tannenbaum. Na ja ein Gerüst
aus alten Schirmen und anderen Dingen, die unser kleines Organisationsgenie Smith besorgt
hat.
Der kleine ist lustig. Und war sehr hilfreich dabei die Destille zu reparieren.
Hab auch versucht, Joe Carter mal etwas aufzulockern, aber irgendwie hat er sich nicht über
mein Geschenk gefreut. Er hätte wohl nicht erwartet, dass ich ihm mein Herz schenke… Na
gut, es war nicht wirklich meins, aber es war eben nach einer Operation übrig.
Ach ja, wir haben einen neuen. Ein Schlitzauge. Er soll Terris ersetzen. Als wenn das jemand
könnte.
Ich kann diesen Besserwisser nicht leiden. Ich denke er heißt Ling oder so. Das Schlitzauge
mag ja eh niemand.
Ansonsten gibt es hier nichts Neues. Ich bade täglich … in Blut. Und das Essen ist auch gar
nicht so gut. Ich sollte mehr trinken, ich bekomme zittrige Hände.
Was sollte eigentlich die Sache in deinem letzten Brief bedeuten? Das mit dem
Alkoholproblem und das sich manche Dinge ändern?
Gib den Kindern einen Kuss von mir.

01-05-1918
Hallo ihr da drüben,
Meine letzten Briefe scheinen nicht angekommen zu sein, oder deine sind hier nicht
angekommen. Ich versuche es einfach weiter. ..
Viel passiert hier nicht. Ich musste einem Jungen heute die Beine Amputieren, leider war er
Quaterback in der Schule. Tja, das wird er wohl vergessen können. Wenigstens kann er nach
Hause und muss nicht weiter hier in diesem Höllenloch sitzen. Na ja, mehr als sitzen wird er
nicht mehr können…
Langsam mag ich diesen Ling, gestern haben wir zusammen ,,Den Drachen gejagt“ wie er es
nannte … das hat ihn arg sympathisch gemacht. Obwohl ich eigentlich ein Gegner von Jagten
bin.
Ich denke von dem kleinen Schlitzauge kann ich noch gut was lernen. Er weiß eine Menge
über Pharmazie und solche Dinge. Vielleicht war ich etwas zu streng mit ihm…
Ich liebe euch.
Bis bald,

02-03-1918
Hallo,
Es ist immer noch kein Brief von dir angekommen. Stimmt etwas nicht? Auch zu Hause hat
sich keiner gemeldet, als ich es endlich geschafft habe, einen Anruf zu bekommen…
Was gibt es zu erzählen? Nicht viel, ich lerne einiges von Ling aber ansonsten passiert hier
nur das übliche.
Das Blut ist immer noch rot, und der Boden in unserem OP ist immer nass. Gestern Nacht
wurden wir aus den Betten geholt, Nottransport von verletzten. Dieses Mal waren es
Zivilisten, Krauts. Die sprachen größtenteils nicht einmal englisch. Aber wir hatten die Pflicht
Leben zu retten und das taten wir, so gut es ging.
Ich erinnere mich am Ende eines Tages eigentlich nicht an Gesichter. Dieses Mal war jedoch
das einer jungen Frau in meinem Kopf Ich hatte sie auf dem Tisch. Fast hätte ich sie verloren,
aber wir hatten Glück. Es wird ihr bald besser gehen.
Warum passiert so etwas? Ich hoffe wir gewinnen den Großen Krieg, ich will nicht, das
irgendwann vielleicht meine Tochter auf irgendeinem verdammten Tisch liegt und fast stirbt.
Na ja.
Es ist hier jetzt 2100 bei euch muss es mitten in der Nacht sein. Träum süß mein Schatz. Sei
behütet.

03-17-1918
Hey!
Scheiße! Was soll das verdammt?! Ich habe endlich einen Brief bekommen und darin sind
lediglich Scheidungspapiere? !
Das ist doch ein schlechter Scherz! Warum? Was ist denn los? Ich kann es nicht glauben…
Gott, ich liebe dich und du weißt es!
Warum … ich werde jetzt erst einmal auf die Jagd gehen…

04-22-1918
Ich weiß nicht warum ich dir noch schreibe … Sicher werde ich diesen Brief nicht abschicken,
aber ich muss einfach schreiben…
Ich werde langsam müde…
Sie haben mich auf einen Lehrgang geschickt. Da sollte ich meines Wissens um die
Feldmedizin“ vertiefen und meine Pharmaziekenntnisse auffrischen und verbessern.
Allgemein war das eine nette Abwechslung, aber ich will keinen Krieg mehr…
Am 12. haben sie mich dann zum Captain befördert, zusammen mit Joe Carter. Ich sagte
doch, der Bengel hat Zukunft. Keine Ahnung warum, aber wenigstens einige Lorbeeren für
mich… Tolles Lametta für nächstes Weinachten im Blutsumpf ..

09-17-1918
Das darf doch nicht wahr sein!
Der Krieg ist vorbei! Endlich! Yes! Ich kann nach Hause!
Aber was erwartet mich da? Du bist weg … die Kinder auch … Na ja, wenigstens kann ich die
Destille mitnehmen … war mir eh am treusten in der Zeit.

12-24-1918
Super, bald ist Weihnachten … Ich habe mein Leben satt. Wenigstens habe ich meinen Sold
und meine Wohnung. Ich habe den Kakerlaken sogar Namen gegeben.
Ist es schön in Iowa? Geht es den Kindern gut? Ich habe hier genug Opium um den
Verdammten Drachen endlich zu fangen. Damit Könnte ich mich ins Walhalla blasen!
Vielleicht sollte ich das machen…
So, jetzt habe ich den Mist intus. Klasse Farben und ich fühle mich so… hey Terris … Ich bin

12-26-1918
Ich bin aufgewacht. Scheiße! Ich wollte doch sterben … Gott was für eine Welt … vielleicht ja
das nächste Mal.
Es ist nicht fair, dass du dich nicht mal meldest. Aber es ist dir wahrscheinlich egal…

01-01-1919
Keine Ahnung warum, aber die haben mich „Auf Reserve“ gestellt. Und dann auch noch den
Sold erhöht?‘ Na ja, mir soll es egal sein. Hauptsache sie zahlen und wenn ich dann nichts
dafür tun muss umso besser.
Nichts tun ist untertrieben…. Ich soll auf einen Lehrgang. Na mal sehen was da kommt…

01-12-1919
Meine Güte, das mit dem Lehrgang war richtig ernst. Was haben die da vor? Mich doch noch
zum guten Soldaten machen?!
Training unter .Extrembedingungen“ nennen die das. Die spinnen!!! Das ist Mord! Ich bin
doch kein Teenager. ..
Und dann noch Carter. Ich glaube langsam der verfolgt mich… Ist der Schwul? Irre ist er
jedenfalls. Wenigstens waren die so clever mich zu holen wenn er mit Sprengstoff spielt. So
besteht wenigstens eine Chance, dass ein paar Leute das überleben.
Sicherheitsvorkehrungen sind eine gute Sache … wenn man sie nutzt.
Ich hab gerade eine neue Mischung ausprobiert. Das Zeug riecht schon gut. Mal sehen, was
der Tropfen mir bringt…

09-22-1919
Also langsam finde ich fast Gefallen an diesen Lehrgängen … Etwas, dass mich mal aus diesem
Loch holt.
Ich finde das echt interessant, dass die mich, einen Arzt, in ihr neues Programm gesteckt
haben. Comando- Training nennen sie es. Scheint irgendetwas mit Schlägen und Treten zu tun
zu haben. Es ist simpel aber doch tödlich. Interessant…
Ich könnte fast wetten, dass mich keiner von den jungen Hüpfern bei den Rekruten zweimal
„Alter Sack“ nennt. ..
Bin ich das oder nehmen die Niggerbars überhand? Was solls… wenigstens ist ihre Musik
nicht schlecht … wenn man dicht ist. ..

11-04-1919
Und wieder ein Lehrgang. Heute gab es richtig Feuerwerk! Zwei junge Soldaten wären fast
verreckt. Aber man konnte die Löcher stopfen und was ab war konnte wieder ran gebaut
werden. In ein paar Wochen werden die wieder Tanzen. Wenn sie es können heißt das.
Ich vermisse die Kinder. Ich träume oft von euch. Es regnet hier, regnet es auch in lowa?
Ich werde einen guten Rat von Ling befolgen … Der sagte: „Wenn das Schicksal dich ärgert,
reite auf dem Drachen davon.“ Oder so ähnlich …