Die Hölle

Ist die Hölle exotherm (Wärme abgebend) oder endotherm (Wärme aufnehmend)?

Zuerst müssen wir feststellen, wie sich die Masse der Hölle über die Zeit ändert. Dazu benötigen wir die Rate der Seelen, die „zur Hölle fahren“ und die Rate derjenigen, die sie verlassen. Ich denke, wir sind darüber einig, dass eine Seele, einmal in der Hölle, diese nicht wieder verlässt. Wir stellen also fest: Es gibt keine Seelen, die die Hölle verlassen. Um festzustellen, wie viele Seelen hinzukommen, sehen wir uns doch mal die verschiedenen Religionen auf der Welt heute an. Einige dieser Religionen sagen, dass, wenn man nicht dieser Religion angehört, man in die Hölle kommt. Da es auf der Welt mehr als eine Religionen mit dieser Überzeugung gibt, und da niemand mehr als einer Religion angehört, kommen wir zu dem Schluss, dass alle Seelen in der Hölle enden. Auf der Basis der weltweiten Geburten- und Sterberaten können wir davon ausgehen, dass die Anzahl der Seelen in der Hölle exponentiell ansteigt.

Betrachten wir nun die Veränderung des Volumens der Hölle, da nach dem Boyle-Mariotte-Gesetz bei gleich bleibender Temperatur und Druck das Volumen proportional zur Anzahl der hinzukommenden Seelen ansteigen muss.

Daraus ergeben sich zwei Möglichkeiten:

1. Expandiert die Hölle langsamer als die Anzahl der hinzukommenden Seelen, dann steigen Temperatur und Druck in der Hölle an, bis sie
explodiert.

2. Expandiert die Hölle schneller als die Anzahl der hinzukommenden Seelen, dann sinken Temperatur und Druck in der Hölle, bis sie gefriert.

Zur Lösung führt uns der Ausspruch meiner Freundin Nicole: „Eher friert die Hölle ein, bevor ich mit dir ins Bett gehe…“ Da ich bis heute nicht dieses Vergnügen mit Nicole hatte (und wohl auch nie haben werde), muss Aussage 1 falsch sein, was uns zur Lösung bringt: Die Hölle ist exotherm und wird nie einfrieren.

Cindy 666

Teil 1

Seid gegrüßt ihr schwarzen Seelen!
Um mich vorzustellen, mein Name ist Claudy666, ich bin zwölf Jahre alt und
höre seit kurzer Zeit METAL. Metal, das ist böse
Musik, also HIM, Marilyn Manson, Limp Bizkit und Korn. Die Sänger von
diesen Gruppen sind alle ganz bleich und tätowiert,
das heißt, dass sie echte Satanisten sind und so richtig böse. Ich höre
diese Musik, weil ich auch böse bin. Das sieht man daran,
dass ich mir beim H&M immer schwarze Sachen kaufe, so mit Rüschen dran,
weil das ist ,gothic‘ und liegt jetzt voll im Trend.
Ich hab mir auch so einen Nietengürtel gekauft, der ist aus rosarotem
Plastik und hat so kleine spitze silberne Dinger drauf, weil
das noch böser ausschaut. Meine Mama mag das zwar nicht, wenn ich so
satanistisch ausschaue, aber was meine Mama sagt,
ist mir egal. Vor zwei Tagen habe ich zum Rauchen angefangen, weil der
Sänger von den HIM tut auch rauchen. Ich glaube,
Leute die rauchen, sind noch viel böser als normale Leute. Wenn mich alte
Omas sehen, erschrecken sie sich immer, weil ich
mir mein Gesicht weiß anmale und meine Lippen schwarz. Manchmal male ich
mir auch die Augen schwarz an, das schaut noch
ärger aus. Meine Haare habe ich mir rot gefärbt, weil schwarz, sagt die
Mama, darf ich sie mir nicht färben. Ich weiß, dass ist
richtig uncool, dass ich mir das von ihr verbieten lasse, aber sie sagt,
sonst bekomme ich kein Taschengeld mehr und dann kann
ich mir ja sonst auch nichts mehr kaufen, und das wäre schlimm.
Ich finde, ich bin ein echter Satanist. Im Bravo steht drinnen, dass alle
Leute, die sich so anziehen wie ich, echte Satanisten sind.
Ich habe mir ein verkehrtes Kreuz um den Hals gehängt, das ich mir selber
aus einem richtigen Kreuz, das einmal als Extra im
Girl drinnen war, gebastelt habe. Am Finger habe ich einen Totenkopf-Ring,
den ich bei der Paperbox gekauft habe. Am
Abend gehe ich immer mit meinem Hund im Wald spazieren und dort zünde ich
dann wenn es dunkel ist, Kerzen an. Die Kerzen sollen die Toten aus ihren Gräbern
hervorholen und den Satan ehren.
Manchmal rede ich auch mit dem Satan oder den
Toten. Außerdem habe ich mir ein eigenes Ritual ausgedacht, bei dem ich
Mich in einen echten Vampir verwandle.
Aber jetzt habe ich schon genug über mich erzählt.
Wenn mich Leute fragen, was ich höre, dann sage ich immer, ich höre Black
Metal, weil das klingt so cool und ich glaube
schon, dass das was ich höre, wirklich Black Metal ist. Ich glaube Black
Metal, das spricht man ,Pläkmeddl‘ aus.
Heute war ich zum ersten Mal am Abend fort. Meine Mama hat gesagt, in
meinem Alter darf man das nur bis um sieben Uhr am
Abend, aber ich war trotzdem bis halb neun Uhr weg. Natürlich habe ich als
erstes ein Lokal gesucht, wo alle Leute so sind wie
ich. Ich habe auch wirklich eines gefunden. Da waren alle schwarz
angezogen und fast alle haben schwarze Haare gehabt. Nur
waren sie alle schon viel älter als ich und haben mich ganz komisch
angeschaut, als ich bei der Tür hereingekommen bin. Dann
hat mich so ein Mann gefragt, was ich höre und ich habe ,Black Metal‘
gesagt. Dann hat er gelacht und mir was von seinen
Lieblingsbands erzählt. Ich glaube, die Bands hießen ,Immortal‘ und ,Dark
Throne‘ und ,Venom‘ und dann waren da noch ganz
viele andere Namen, aber die habe ich mir nicht merken können. Der Mann
war auch ein echter Satanist. Er hat ein T-Shirt
angehabt, auf dem war eine Frau und ein Totenkopf und Kerzen drauf und
,Siebenbürgen‘ ist obengestanden. Hinten waren
Männer mit Schminke im Gesicht oben. Er hat gesagt, die Schminke, die
heißt ,Corpsepaint‘. Ich glaube, so male ich mich auch
einmal an, wenn ich in die Schule gehe. Da erschrecken sich die Lehrer
bestimmt. Der Mann hat gesagt, dass Black Metal
nichts für Kinder wie mich ist, dabei denke ich, bin ich gar kein Kind
mehr, weil ich ab heuer sogar im Auto vorne bei der
Mama sitzen darf. Kinder müssen hinten im Kindersitz sitzen. Dann hat mich
ein anderer Mann gefragt, ob ich weiß, was ein
,Poser‘ ist. Ich glaube, der Mann war ein Freund von dem Mann mit dem
T-Shirt mit der Frau drauf. Ich habe gesagt, dass ich
natürlich weiß, was ein Poser ist, obwohl ich das nicht gewusst habe. Dann
haben die zwei Männer gelacht und dann haben sie
mich gefragt, ob ich ein Poser bin. Ich habe Ja gesagt, weil ich glaube,
dass ein Poser was Böses ist. Dann haben die Männer
noch mehr gelacht und haben es allen im Lokal gesagt, und plötzlich hat
das ganze Lokal auf mich geschaut und alle haben
gelacht. Ich glaube, das war ein Witz, den die den anderen erzählt haben,
und deshalb habe ich auch gelacht. Dann habe ich mir
ein Bier bestellt, weil die anderen auch alle Bier getrunken haben. Das
Bier hat grauslich geschmeckt, ganz bitter und nicht so
gut, wie alle gesagt haben, aber ausgetrunken habe ich es trotzdem, weil
ein Satanist erträgt alles. Danach habe ich mich ganz
komisch gefühlt. Schwindlig war mir und komische Sachen habe ich gesagt
und die Männer haben alle über mich gelacht.
Zum Schluss haben die Männer gesagt, ich soll wieder kommen, wenn ich
meinem Hamster den Kopf abgebissen habe.
Das werde ich tun, weil ich bin ein echter Satanist.

Teil 2

Hallo meine schwarzen Freunde, da bin ich wieder!
Diesmal erzähle ich euch, wie die Geschichte weitergegangen ist.
Wie ihr euch vielleicht noch erinnern könnt, habe ich euch im letzten Teil
erzählt, dass ich in einem bösen Lokal war, wo mir ein
Mann gesagt hat, ich soll meinem Hamster den Kopf abbeißen.
Zuhause bin ich also erst einmal in mein Zimmer gegangen. Mein Zimmer habe
ich übrigens vor zwei Wochen, als ich
angefangen habe, Black Metal zu hören, ganz schön hergerichtet. Ich habe
überall Poster von HIM und Korn und den anderen
bösen Bands aufgehängt. Sogar der Eminem hängt da, obwohl das gar kein
Metal ist, sondern Hip Hop oder wie das heißt.
Aber er ist trotzdem böse, weil er auf der Bühne immer eine Kettensäge in
der Hand hat und sich ganz Amerika drüber aufregt,
dass er so böse ist. Dann habe ich auf meinem Schreibtisch Kerzen
aufgestellt, die noch von Weihnachten übrig waren. Aber
Weihnachten mag ich jetzt nicht mehr, weil das ist christlich und alles
was christlich ist, das ist uncool. Dann habe ich aus Karton
ein verkehrtes Kreuz gebastelt und darauf habe ich mit Filzstift ein
Pentagramm gemalt und einen Totenkopf aus Gummi
aufgeklebt. Den habe ich auch von der Paperbox. Das verkehrte Kreuz hängt
jetzt über meinem Bett. Meine Mama hat
natürlich fürchterlich geschimpft, wo sie das gesehen hat. Sie sagt, das
ist ,Blasphemie‘ und der liebe Gott sieht das gar nicht
gerne. Irgendwie habe ich mich dann doch geschämt, aber ich bin stolz
darauf, dass ich böse bin und meine Mama das einsieht.
In diesem Zimmer steht auch der Käfig mit meinem Hamster drinnen. Ich habe
also daran gedacht, was der Mann im Lokal
gesagt hat. Dann habe ich alle Kerzen in meinem Zimmer angezündet und habe
den Käfig aufgemacht und den Hamster herausgenommen.
Ich glaube, der Hamster hat gemerkt, dass ich ihm was antun will, weil er mir vor lauter Angst auf die Hand
gemacht hat. Das habe ich aber schnell weggewischt. Dann habe ich mir
überlegt, ob ich den Hamster lieber tot machen soll,
bevor ich ihm den Kopf abbeiße. Aber ich glaube, der Mann hat sicher
gemeint, ich soll ihm lebendig den Kopf abbeißen. Ich
war schon ziemlich aufgeregt und mein Herz hat wie verrückt gepumpert.
Dann habe ich die Augen ganz fest zugemacht und den
Kopf vom Hamster in den Mund genommen. Das hat gekitzelt, weil der Hamster
ja überall Haare hat und ich habe fast niesen
müssen. Gerade wollte ich zubeißen, weil der Hamster hat ja so fest
gezappelt, da ist meine Mama bei der Türe hereingekommen.
Sie hat einen Schreck bekommen und zum schreien angefangen.
Ich wollte gerade sagen, dass ich nur mit dem Stupsi, so heißt der Hamster, spiele,
da habe ich ihm vor lauter Schock echt den Kopf abgebissen. Einfach so.
Es hat geknackst und mein ganzer Mund war voller Blut und es hat grauslich
geschmeckt. Das Fell hat ganz blöd gekratzt und ich hab
zum Schreien angefangen. Meine Mama hat getobt wie eine Wilde. Dann hat
sie die Rettung angerufen, weil ich ja nicht mehr
zum Schreien aufgehört habe und dann auch noch gebrochen habe. Den ganzen
Fußboden habe ich vollgespieben, auf mein
Gewand drauf und alles. Und mitten drinnen ist der tote Hamster gelegen und die Teile von seinem Kopf.
Ich habe fürchterlich gezittert und mich geschämt und meine Mama hat mir eine runtergehauen.
Dann sind die Rettungsleute gekommen und haben gefragt, was los ist.
Die zwei Rettungsleute waren Zivildiener und hatten beide lange schwarze Haare.
Als sie mein Zimmer mit den Postern und den Kerzen und dem verkehrten Kreuz gesehen haben,
haben beide angefangen zu lachen und nicht mehr aufgehört. Dann haben sie
mich auf eine Bahre gehoben und mich ins Rettungsauto getragen.
Während wir mit der Rettung ins Krankenhaus gefahren sind, haben sie meine Mama gefragt, ob ich
denn einer Sekte angehöre. Meine Mama hat gemeint, dass ich seit zwei
Wochen Black Metal höre, weil ich ihr das ja gesagt habe.
Dann hat sie noch gesagt, dass ich eine Satanistin bin und ich war
richtig stolz. Da haben die zwei Zivildiener wieder zum
Lachen angefangen und haben gemeint, das wäre nur die Pubertät und dass
richtiger Black Metal nichts für Kinder ist, und dass ich sowieso nur ein ,trendy‘ Black Metal Girlie bin.
Das habe ich gemein gefunden, weil ich finde, dass ich ein richtiger Satanist bin und überhaupt.
Dann waren wir aber schon im Krankenhaus und dort hat der Doktor gesagt,
dass ich wahrscheinlich eine Vergiftung habe, weil ich ja das ganze Hamsterblut geschluckt habe und so.
Drei Tage lang haben sie mich dort behalten, im Krankenhaus.
Dann habe ich wieder nachhause gehen dürfen.
In meine Entschuldigung für die Schule hat meine Mama hineingeschrieben,
dass ich eine Hamsterblutvergiftung hatte. Das finde ich echt evil.

Bis zum nächsten Mal,

eure Claudy 666

Teil 3

Und wieder begrüße ich euch, meine Wesen der Nacht! Wie ihr wisst, hatte
Ich letztes Mal diese Vergiftung wegen dem Hamsterblut. Aber jetzt geht es mir wieder besser.
Ich habe einen argen Streit mit meiner Mama gehabt, weil sie gemeint hat,
der ganze Satanismus ist nicht gut für mich. Aber ich habe ihr gesagt,
dass ich sonst nicht mehr leben will, wenn ich mich nicht schwarz anziehen darf.
Dann habe ich auf meinen grünen Invicta – Rucksack mit einem Filzstift HIM draufgeschrieben,
wo das „I“ ein verkehrtes Kreuz ist. Drunter habe ich ein Pentagramm mit vier Sechsen gemalt.
Ich glaube bei einem Pentagramm gehören da vier, obwohl nur drei Sechsen das Tier sein
sollen. Und wenn das Pentagramm mit der Spitze nach oben ist, dann heißt das,
dass man ein Satanist ist. So steht das zumindest im Bravo.
Ich ziehe jetzt immer schwarze Röcke an, bei denen ich den Rand zu Spitzen zerschnitten habe,
weil das habe ich in einem Katalog gesehen und das ist auch ,gothic‘ und ganz
modern. Drunter habe ich immer Strumpfhosen mit Laufmaschen an, weil das abgefuckt ausschaut und böse. Dazu habe ich dann entweder schwarze Stiefel mit Absatz an, damit ich nicht so klein bin, oder meine Skaterschuhe. Die sind zwar braun, aber das ist auch fast schwarz. In der Schule schauen
mich jetzt immer alle komisch an. Vielleicht liegt das daran, dass ich jetzt jeden Tag mit ,Corpsepaint‘
oder wie das heißt, in die Schule gehe oder auch daran, dass sie alle von meiner Hamsterblutvergiftung
wissen. Ich glaube, die haben alle Angst vor mir und mit ihrem Lachen wollen sie das nur verbergen.
Damit ich noch böser ausschaue habe ich mir ein grünes Hundehalsband gekauft.
Da sind nämlich Nieten drauf. Damit es noch böser ausschaut, habe ich es schwarz angemalt.
Dann war wieder Samstag. Am Samstag darf ich fortgehen. Zwar darf ich
Immer nur bis sieben Uhr in der Stadt bleiben, aber das reicht, um wieder in das böse Lokal zu gehen, wo alle so sind wie ich. Ich habe mich satanistisch angezogen und Corpsepaint aufgemalt und das Kreuz umgehängt und meine Nägel schwarz angemalt. So bin ich dann in die Stadt gegangen.
Die Mama hat zwar geschimpft, aber daran habe ich mich schon gewöhnt. Ich bin also wieder in das Lokal gegangen. Dort haben mich alle angestarrt und wieder zum Lachen angefangen. Aber ich glaube, die lachen nur, weil sie so freundlich sind. Dann habe ich den Mann vom letzten Mal wieder gesehen. Er hat mit einem Mädchen
herumgeschmust, das lange schwarze Haare hatte und auch so ein komisches T-Shirt an. Sie hat sogar ein verkehrtes Kreuz um den Hals hängen gehabt. Ich habe dem Mann auf die Schulter geklopft. Er hat sich umgedreht und mich böse angeschaut. Dann hat er auch zum Lachen angefangen undseine Freundin noch mehr. Ich glaube, seine Freundin kenne ich. Die habe ich schon einmal in der Schule gesehen. Ich habe
dem Mann und seiner Freundin erzählt, dass ich echt dem Hamster den Kopf abgebissen habe. Dann haben sie noch mehr gelacht und ganz oft ,Poser‘ gerufen. Ich glaube, sie finden mich super.
Dann habe ich den Mann gefragt, ob ich bei seiner Sekte mitmachen darf. Der hat mich dann ganz merkwürdig angeschaut. Er hat die Stirn gerunzelt und dann hat er wieder zum Lachen angefangen und das ganze Lokal hat mitgelacht. Ich habe auch mitgelacht, weil eine Sekte ist ja was lustiges.
Er hat dann gesagt, dass sie Leute wie mich lustig finden und dass ich ein blödes Kind bin und dass sie mich nicht mögen. Und überhaupt, hat die Freundin von dem Mann dann gesagt, ist nicht jeder Metaller ein Satanist und ich bilde mir das alles nur ein. Da habe ich eine Wut bekommen und habe fast zum Weinen angefangen. Ich
Habe meine Fäuste ganz fest zusammengeballt und dann habe ich mit piepsiger Stimme geschrien, dass sie alle froh sein önnen, dass ich ihnen keine reinhaue. Stimmt ja. Weil so gemein müssen die nicht sein.
Dann haben sie alle noch lauter gelacht und ganz viele Leute sind um mich herumgestanden.
Ich habe noch eine riesigere Wut bekommen und dann habe ich dem Mann eine Ohrfeige gegeben, damit er merkt, dass man mich nicht verarschen darf. Ich habe gebrüllt, dass er gar keine Ahnung von Satanismus hat. Der Mann hat wieder zum Lachen angefangen und um Hilfe geschrien. Aber ich glaube, das hat er nicht ernst
gemeint. Zwei andere Männer haben mich dann aus dem Lokal gezerrt und mich zum Auto von meiner Mama gebracht, weil es war ja schon sieben Uhr. Meine Mama hat wieder fürchterlich geschimpft und hat gemeint, ich brauche einen Psychiater. Der würde mich wieder normal machen. Dann habe ich ganz laut zum Weinen angefangen. Zuhause habe ich mich dann in mein Zimmer eingesperrt und habe mir mit der Schere versucht die Pulsadern aufzuschneiden. Leider hat das nicht funktioniert.
Aber dafür laufe ich jetzt die ganze nächste Woche mit trägerlosen Hemden herum, damit man die bösen Narben sieht.
Bis zum nächsten Mal,

eure Satanic Claudy666

Teil 4

Heil Satan!

Wie ihr wisst, habe ich in der letzten Folge meine erste Schlägerei mit einem anderen Satanisten gehabt, der mich ausgelacht hat. Danach habe ich versucht, mich umzubringen, aber jetzt geht es mir wieder gut, obwohl meine Mama sehr mit mir geschimpft hat.
Meine Mama hat mich zu einem Psychiater geschickt. Der Psychiater ist eigentlich eine Psychiaterin und heißt Frau Moosbichler. Die Frau Moosbichler unterhält sich jetzt jede Woche einmal mit mir.
Sie soll mir bei meinen Problemen helfen, sagt meine Mama. Dabei habe ich gar keine Probleme, finde ich.
Im Gegenteil, ich habe sogar eine Freundin gefunden, die auch eine Satanistin ist. Sie geht in meine Klasse, ist auch zwölf Jahre alt und heißt Melitta. Sie ist kleiner als ich und ein bisschen dick.
Heute in der Früh war sie auch schwarz angezogen und hat sich sogar ihre Haare schwarz gefärbt!!! Sie hatte auch so einen Rock an wie ich und ein komisches Oberteil wo alles Rüschen am Ärmel waren und das Oberteil war aus engem Samt und spannte am Bauch.
Ich fand zwar, dass das nicht so gut aussah, wenn der ganze Bauchspeck bei dem Oberteil herausschaute, aber ihr schien das nichts auszumachen. Sie war auch ganz arg geschminkt. Die Augenbrauen hatte sie sich ganz abrasiert und dann mit schwarzem Stift über die ganze Stirn nachgezogen und schwarzen Lidschatten hatte sie oben und schwarzen Lippenstift und war ganz weiß im Gesicht. In der Pause kam sie zu mir her und erzählte mir, dass sei einechter Vampir ist, weil sie in der Nacht nicht einschlafen kann. Sie hört jetzt auch HIM und sie findet aber, dass das Gothic Metal ist. Gothic Metal ist, wenn da wer ganz schön singt und im Hintergrund viele Gitarren sind und die Texte sind nicht über Satan, sondern über die Traurigkeit. Aber ich bin ein Metaller, die sind härter und böser. Ich hab die Melitta gefragt, ob sie auch ein Poser ist. Sie hat ja gesagt. Da sind wir schon zwei. Unter der Stunde haben wir dann beide verkehrte Kreuze und nackte Frauen mit Vampirzähnen gemalt und bei unserem Platz aufgehängt. Die Lehrerin hat uns ganz komisch angeschaut. Sie hat gesagt, unsere Eltern sollen einmal zu einem Gespräch in die Schule kommen.
Am Nachmittag nach der Schule haben die Melitta und ich uns dann im Park getroffen und haben zusammen eine Marlboro Light geraucht. Die Melitta hat mich gefragt, ob ich auch noch Jungfrau
bin. Ich glaube, sie meint damit das Sternzeichen. Da habe ich gesagt, dass ich leider Skorpion bin. Sie hat gelacht und gesagt, dass sie noch nie mit einem Mann geschlafen hat. Ich habe das auch noch nicht getan. Also haben wir beschlossen, uns am Samstag beim Fortgehen einen Mann zu suchen, der uns entjungfern soll. Dann habe ich nachhause müssen, weil es schon vier Uhr am Nachmittag war. Am Nachhauseweg haben wir noch heimlich ein verkehrtes Kreuz und ein Pentagramm mit vier Sechsen an die Mauer von der Kirche gemalt. Wir werden wahrscheinlich eine eigene Sekte gründen. Die soll dann ,Children of Satan‘ heißen, das heißt, dass wir Kinder des Satans sind.
Zuhause hat meine Mama dann wieder ein Theater gemacht weil sie ja in die Sprechstunde von meiner Frau Lehrerin muss. Deshalb darf ich am Samstag nicht fortgehen und das mit dem Entjungfern müssen die Melitta und ich auf den nächsten Samstag verschieben.
Ich habe mich in mein Zimmer eingesperrt und geweint weil ich so wütend war.
Schließlich wollte ich keine Jungfrau mehr sein.
Deshalb habe ich dann einen dicken Filzstift genommen und bin dann, wo die
Mama schon geschlafen hat, im ganzen Haus
herumgegangen und habe überall Pentagramme mit vier Sechsen hingemalt. Auf
die ganzen Wände und auf die Teller und überall
hin. Meine Mama wird morgen in der Früh sicher merken, dass ich kein kleines
Kind mehr bin, das alles mit sich machen lässt.

Bis zum nächsten Mal,

eure Claudy666

Teil 5

Hail Satanas Abraxas!

Meine neue Freundin, die Melitta und ich, wir haben endlich unsere eigene
Sekte gegründet! Die Sekte heißt jetzt wirklich
`Children of Satan‘ und wir haben jeden Tag nach der Schule ein geheimes
Treffen im Park. Dort rauchen wir dann immer und
zünden Kerzen an und sagen selbst erfundene Beschwörungsformeln auf. Die
Melitta schreibt auch Gedichte. Heute hat sie mir
eines vorgelesen. Es heißt ,Tod‘ und geht so:

Tod

Ich warte auf den Tod

Der Tod kommt in der Nacht
Wenn alles dunkel ist

Nur ich bin wach

Ich finde das Gedicht schön. Die Melitta sagt, ich kann so was bestimmt
auch und sollte das versuchen.
Heute habe ich die Melitta meiner Mama vorgestellt. Die Mama sagt, dass ich bestimmt einen schlechten Einfluss auf die Melitta habe und dass sie mit den Eltern von der Melitta reden wird. Aber das hat sie dann doch nicht getan. Am Samstag sind wir zwei fortgegangen. Wir sind in das Lokal gegangen, wo
die ganzen Satanisten sind. Die Satanisten kennen mich jetzt schon.
Sie wissen sogar schon meinen Namen und freuen sich, wenn ich komme.
Die Melitta und ich haben uns ganz allein zu einem Tisch gesetzt und uns zwei
Whiskey-Cola bestellt, die schmecken besser wie Bier. Der Melitta war dann auch
ganz schwindlig nach dem ersten Glas. Wir haben uns mit unserem
Taschengeld in dem Lokal eine Packung Marlboro Light
gekauft und geraucht. Dabei haben wir uns nach einem Mann für uns
umgesehen. In dem Lokal war ein Tischfussballspiel. Dort
stand ein Mann, der lange braune Haare hatte und ein T-Shirt mit blutigen
Leichen drauf an. Auf dem T-Shirt stand irgendwas
mit ,Corbs‘ oder wie man das schreibt. Ich fand den Mann cool. Die Melitta
hat gesagt, ich soll einfach zu ihm hingehen und ihn
ansprechen. Ich war aber ganz aufgeregt und habe sogar gezittert. Deshalb
bin ich vorher noch einmal aufs Damenklo gegangen
und habe mir das Corpsepaint nachgeschminkt. Beim Schminken habe ich die
Freundin von dem Mann, den ich geschlagen
habe, wieder getroffen. Sie hat mich ausgelacht und gefragt, warum ich
mich noch außer Haus traue. Ich habe nicht verstanden,
was sie gemeint hat und bin wieder zur Melitta gegangen. Sie hat gesagt,
ich soll jetzt endlich zu dem Mann hingehen. Der Mann
mit dem argen T-Shirt hat noch immer Tischfussball gespielt. Ganz
aufgeregt bin ich hingegangen. Ich habe zu ihm gesagt, dass
ich ihn geil finde. Im Bravo steht nämlich, dass man das zu einem Boy
sagen soll, von dem man was will. Ich habe ihm gesagt,
dass ich Jungfrau bin und keine mehr sein mag. Der Mann hat mich ganz
komisch angeschaut und laut zum Lachen angefangen.
Dann ist er weggegangen. Ich bin ganz verzweifelt wieder zur Melitta
gegangen. Sie hat gesagt, sie wird mir zeigen, wie man
einen Mann richtig ,anbaggert‘. Die Melitta ist zu einem anderen
langhaarigen Satanisten hingegangen und hat gesagt, dass er mit
ihr mitkommen soll. Er wollte aber nicht mitgehen. Er hat zu ihr gesagt,
dass sie fett ist. Das hat die Melitta ganz traurig gemacht
und sie hat gleich wieder ein Gedicht darüber geschrieben. Wir haben bei
allen Männern in dem Satanistenlokal versucht, uns
entjungfern zu lassen. Aber die meisten haben uns ausgelacht. Die anderen
wollten einfach nicht. Nur so ein alter Mann, der
ganz alleine auf dem Gehsteig vor dem Lokal gesessen ist, hat gesagt, er
würde das mit uns machen. Wir haben uns ganz fest
gefreut und sind mit ihm mitgegangen. Aber als er dann gesagt hat, dass
wir uns ausziehen müssen, haben wir Angst bekommen und sind weggelaufen.
Die Melitta hat gesagt, dass das ein ,Sandler‘ war. Dabei hat der gar
nicht ausgeschaut, als hätte er Sand dabei. Aber vielleicht ist das ein Beruf oder so.
Zuhause habe ich die Geschichte dann meiner Mama erzählt. Die ist ganz
blass geworden und hat gesagt, dass ich nie wieder
fortgehen darf. Dabei ist nächste Woche aber ein Konzert und ich war noch
nie auf einem echten Satanistenkonzert!
Deswegen war ich dann ganz beleidigt und hab zur Mama gesagt, dass ich mit
so vielen Sandlern mitgehen kann, wie ich will
und dann bin ich zur Melitta nach Hause gelaufen. Die Melitta hat aber
schon geschlafen. Ihre Eltern wollten mich gar nicht
hereinlassen, weil sie sagen, dass ich schuld daran bin, dass ihre Tochter
jetzt an den Teufel glaubt. Ich glaube, dass mich
niemand auf dieser Welt versteht. Ganz wütend bin ich nach Hause gelaufen
und habe ein Gedicht geschrieben. Die Melitta hat
recht, ich kann das auch. Das Gedicht geht so:

In Satans Macht

Satan wird euch holen

Dass ich entjungfert werden will

Ich bin ein Satanskind
Ich bin in Satans Macht

Schwarz wie die Nacht.

Bis zum nächsten Mal,
eure Vampiria Claudy666

Teil 6

Hallo ihr bösen Satanisten!

Morgen am Abend ist das coole Konzert. Auf dem coolen Konzert werden ganz viele Satanisten sein. Ich auch. Meine Mama hat gesagt, ich darf auf das Konzert gehen, wenn ich keinen Blödsinn mache. Mit Blödsinn meint sie satanistische Sachen so wie damals mit meinem Hamster. Die Melitta geht auch auf das Konzert, dabei erlauben ihre Eltern das gar nicht. Also hat sie zu ihrer Mama gesagt, dass sie bei mir zuhause schlaft und mit mir für die Schule lernt, und in Wirklichkeit geht sie mit mir mit.

Das Konzert, auf das wir beide gehen, ist ein Black Metal Underground Konzert. Underground, das ist eine Musikrichtung, die Satanisten hören, sagt die Melitta. Und weil Satanisten immer Metal hören, heißt das dann bestimmt Underground Metal. Hoffentlich spielen HIM auf dem Konzert. Ich habe mir für das Konzert einen gotischen Rock beim Orsay gekauft. Der Rock ist ganz schwarz und kurz und hat glitzernde schwarze Rosen drauf. Dazu ziehe ich eine dunkelrosarote Wollstrumpfhose mit kleinen Blümchen darauf an, weil das auch gotisch ist, sagt die Melitta. Dann habe ich noch ein Marilyn Manson T-Shirt an, weil alle Satanisten immer Hemden von ihren Lieblingssatanistenbands anhaben und braune Skaterschuhe. Das schaut richtig böse aus. Die Lippen male ich mir schwarz an und die Augen auch. Dann habe ich mir extra für das Konzert die Haare schwarz getönt, obwohl die Mama das nicht gerne hat. Aber sie hat gar nicht geschrien deswegen. Sie hat nur lieb gelacht. Wahrscheinlich hat es sie gefreut, dass ich jetzt richtig erwachsen und schön und böse ausschaue mit der neuen Haarfarbe. Leider hat das Schwarz nicht richtig gegriffen, weil die Haare ja vorher immer rot waren. Deshalb sind die Haare jetzt im Licht dunkelgrün und im Schatten grau. Aber das schaut noch viel cooler aus. Die Melitta sagt, dass sich richtige Grufties oft graue Strähnen in die Haare färben, damit sie älter und toter ausschauen. Ich schaue jetzt bestimmt auch älter und toter aus.

Die Melitta zieht sich für das Konzert wieder das an, was sie jeden Tag in der Schule anhat. Melitta ihre Eltern haben nämlich nicht viel Geld, weil ihr Vater behindert ist. Deshalb hat sie nur einen Rock und ein Oberteil, das sie nie wäscht, damit die schöne schwarze Farbe nicht herausgeht. Dafür ist ihr Gewand immer von einem richtigen Gotik-Geschäft in Deutschland und sie bestellt das immer extra. Wahrscheinlich malt sich die Melitta wieder ganz viele Kringel um die Augen und tut weiße Schminke hinauf, die aber eigentlich gar keine echte Schminke ist, sondern Babypuder, weil das ganz weiß ist. Das hat mir die Melitta einmal heimlich erzählt. Außerdem hat mich die Melitta heute stolz angerufen und mir erzählt, dass sie schon wieder zwei Zentimeter gewachsen ist. Jetzt ist sie schon einen Meter und fünfundvierzig Zentimeter groß. Das ist voll viel für ihr Alter, finde ich. Eigentlich ist sie auch gar nicht so dick, wie sie ausschaut. Sie hat nämlich nur neunundsechzig Kilo. Mein Vater hat viel mehr. Dann zieht sich die Melitta sicher wieder ihre Stiefel mit Absatz an, damit sie noch größer ist. Weil sie schwerer ist als ich, biegen sich die Absätze immer nach innen. Einmal habe ich sie gefragt, warum sie nie Hosen anzieht und sie hat gesagt, das wäre zu wenig gruftig und außerdem reiben die Hosen immer an ihren Oberschenkel. Die Melitta sagt auch, dass man mit Röcken viel schöner ausschaut. Ich finde, dass das stimmt, weil wenn man so schöne Beine wie die Melitta hat, soll man sie auch herzeigen. Die Melitta reißt immer extra Laufmaschen und Löcher in ihre schwarzen Strumpfhosen, weil ihr Netzstrumpfhosen zu teuer sind. Außerdem sind echte Löcher viel satanistischer weil das schaut dann abgefuckt aus, aber ich weiß nicht was das heißt und die Melitta auch nicht. Aber sie sagt, die Leute denken dann, man wohnt auf der Straße und nimmt Drogen und dann fürchten sie sich.

Am Nachmittag bin ich dann mit der Melitta in die Stadt gegangen und wir haben unser cooles Gewand ausprobiert. Alle Leute haben uns angeschaut und es waren sogar Satanisten mit langen schwarzen Haaren dabei. Die Leute haben auch über uns geredet, vor allem die alten Leute. Die jungen Leute haben uns meistens freundlich zugelacht, wahrscheinlich, weil sie uns so toll finden und uns verehren, weil wir sind nämlich schwarze Göttinnen, sagt die Melitta. Die Männer finden uns erotisch, weil wir Vampire sind, sagt sie. Erotisch, das ist, wenn man mit jemandem Sex haben will. Sex, das ist, wenn eine Frau mit einem Mann küsst und streichelt. Ich will das auch einmal haben.
In dem Gewand gehen wir uns morgen auf das Konzert entjungfern lassen. Das ist wichtig, damit man böse ist.

Im Namen Satans,
Claudy6666

Teil 7

Hallo ihr echten Black Metaller!

Um fünf Uhr am Abend sind die Melitta und ich von meiner Mama zum Konzert geführt worden. Ganz viele Satanisten sind vorne heraußen gestanden und haben geraucht und Bier getrunken und geredet. Die haben alle Hemden von Bands angehabt, die ich nicht gekannt habe und die Melitta auch nicht. Wir waren richtig aufgeregt, wo die Melitta und ich aus dem Auto ausgestiegen sind und mit meiner Mama an den Satanisten vorbeigegangen sind. Die Satanisten haben uns ehrfürchtig angeschaut und gelacht, weil sie so freundlich sind. Wir sind zur Kasse gegangen. Hinter der Kasse ist auch ein Satanist gesessen, der uns ehrfürchtig angeschaut hat. Meine Mama hat zwei Kinderkarten und eine für Erwachsene verlangt. Da hat der Satanist zum Lachen angefangen weil er so lieb war und dann hat er uns drei Erwachsenenkarten gegeben, weil ich mit meiner neuen Haarfarbe so alt ausschaue und gesagt, dass um neun Uhr Babysperre ist. Damit meint er wahrscheinlich, dass man am Konzert keine Babys bekommen darf. Meine Mama hat ihn böse angeschaut, weil sie den Witz nicht verstanden hat und hat uns an der Hand genommen und ist mit uns in die Konzerthalle hineingegangen.

Die Halle war nicht sehr groß und Satanisten sind am Boden gesessen und herumgestanden und alle haben geraucht und ein paar von ihnen sind vor der Bühne gestanden und haben mit ihren Haaren gewackelt. Das ist wahrscheinlich so ein Ritual, dass wir noch nicht kennen. Auf der Bühne haben Satanisten Musik gemacht, aber die war gar nicht so schön wie die vom HIM. Die Musik war so laut, dass sich meine Mama die Ohren zugehalten hat und außerdem hat der Sänger nur geschrien und so komische Laute gemacht, weil der nicht singen hat können. Der Sänger vom HIM kann das viel besser. Die Melitta und ich haben dann Durst bekommen und außerdem haben wir den Lärm nicht ausgehalten und wollten aus der Halle hinaus. Aber wir haben uns das nicht getraut zu sagen, weil wenn das ein Satanist gehört hätte, dass wir Blackmetaller sind, obwohl uns die Musik zu laut und zu wenig schön ist, hätte er das nicht verstanden und uns geopfert. Also sind wir mit meiner Mama zum Getränkestand gegangen. Die Mama hat uns immer an der Hand gehalten, weil sie gesagt hat, dass man ja nie weiß, was so verrückte Satanisten mit kleinen Mädchen machen. Die Melitta und ich wissen das aber. Mädchen werden von Satanisten nämlich in einem Ritual mit ganz viel Blut entjungfert. Aber die Mama ist ja blöd und weiß außerdem nicht, dass wir uns das gar nichts ausmachen würde. Die Melitta und ich haben uns beim Getränkestand Bier bestellt, weil alle Satanisten immer Bier trinken. Die Mama hat das aber nicht lassen und dem Satanisten hinter dem Stand gesagt, dass er uns kein Bier geben darf, weil wir erst 12 Jahre alt sind. Der Satanist hat gefragt, was wir dann trinken wollen, und meine Mama hat Orangensaft bestellt. Ich glaube, sie war schon ganz beleidigt. Die Mama versteht halt nichts von Blackmetal. Der Satanist hinter dem Getränkestand hat die Mama auch beleidigt angeschaut und gesagt, dass das ein Konzert und keine Kindergeburtstagsparty ist. Die anderen Satanisten, die mit einem Bier in der Hand um den Getränkestand herumgelungert sind haben lieb und freundlich gelacht. Ich glaube, die haben verstanden, dass unsere Mama einfach zu blöd und zu alt für Blackmetal ist. Die Mama hat dann doch keinen Orangensaft gekauft, sondern uns nur schnell an der Hand weitergezogen. Sie hat ganz beleidigt geschaut.

In die Halle sind wir zum Glück nicht mehr gegangen, weil die Musik meiner Mama auch zu laut war. Also sind wir vor der Halle herumgestanden, wo noch immer ein paar Satanisten bei ihren Autos gesessen sind oder am Boden. Alle haben geraucht und die Melitta und ich wollten auch eine rauchen, aber das hätte uns die Mama nicht erlaubt und außerdem darf die Mama nicht wissen, dass wir böse sind und schon rauchen. Deshalb haben wir zu meiner Mama gesagt, dass wir aufs Klo gehen. Zum Glück hat sie uns alleine gehen lassen. Wir haben uns zusammen vorm Damenklo versteckt und uns eine Marlboro Light angezündet. Die Melitta hat richtig gezittert, weil sie so Angst gehabt hat, dass uns unsere Mama entdecken könnte. Wo wir die Zigarette schon fast fertiggeraucht haben, ist plötzlich ein Satanist zu uns her gekommen. Er war ganz groß und dünn und blond und hatte eine Brille auf. Wir waren schon ganz aufgeregt, weil wir nicht gewusst haben, was er von uns will. Der Satanist hat zu uns gesagt, dass er der Sänger von den Cradle Of Filth ist, und die sind ganz berühmt, das weiß sogar ich. Deshalb waren wir natürlich noch viel mehr aufgeregt und die Melitta hat sich gleich ein Autogramm geben lassen. Dann hat mich der Sänger von den Cradle of Filth gefragt, ob ich Lust hätte, mit ihm mit aufs Klo zu kommen.

Ich habe noch mehr gezittert als die Melitta und bin mit ihm mit aufs Klo gegangen. Dort hat er mir dann sein Lumpi gezeigt. Er hat gesagt ich soll es angreifen. So was habe ich aber noch nie gemacht. Ich war ganz aufgeregt. Endlich werde ich entjungfert. Ich habe sein Lumpi angegriffen und es hat sich ganz komisch und warm angefühlt. Er wollte, dass ich damit spiele, aber ich habe nicht gewusst, wie das geht. Er hat es mir gezeigt und ich habe es ihm nachgemacht. Da ist dann so komisches weißes Zeugs rausgekommen, aber er hat gesagt, das ist normal und es an meinem Rock abgewischt. Ich habe ihn gefragt, ob er mich jetzt liebt. Er hat gesagt, dass er mich heiraten will. Dann hat er gelacht und ist gegangen und hat mich ganz alleine am Klo stehen lassen.

Ich war ganz stolz, weil jetzt war ich endlich keine Jungfrau mehr und außerdem habe ich mit dem Sänger von Cradle of Filth Sex gehabt. Ich habe gleich noch eine Zigarette angezündet, weil sie in den Filmen nach dem Sex auch immer rauchen. Die Melitta hat vor dem Klo auf mich gewartet und ich habe ihr gleich alles ganz aufgeregt erzählt. Die Melitta und ich sind dann beide wieder zu meiner Mama hingegangen, die noch immer ganz beleidigt dreingeschaut hat. Die Mama hat uns gefragt, ob wir geraucht haben, weil wir so lange gebraucht haben, aber wir haben gesagt, dass das die anderen Satanisten waren. Die Mama hat uns das aber nicht geglaubt. Dann hat sie mich gefragt, warum ich so blöd grinse und ich habe ihr erzählt, dass ich mich freue, weil ich von einem berühmten Sänger entjungfert worden bin. Der Sänger ist zwar nicht so hübsch wie der von den coolen Crazy Town, aber ich habe mich richtig in ihn verliebt. Ich habe meiner Mama auch ganz lässig erzählt, dass ich jetzt erwachsen bin und den Sänger heiraten werde. Die Mama hat noch beleidigter geschaut und ihr Mund hat gezittert und dann hat sie mir vor den ganzen Satanisten eine Ohrfeige gegeben und böse Sachen wie ‚Schlampe’ und ‚so jung und schon eine Hure’ gesagt. Sie hat auch gesagt, dass so ein Blödsinn typisch für mich ist und sie mit meiner Psychiaterin drüber reden wird. Dann hat sie noch mehr geschimpft und die Melitta und mich ins Auto gezerrt. Ganz schnell sind wir heimgefahren und die Mama hat die ganze Zeit geschrien. Sie hat gesagt, dass ich nie wieder alleine wohin darf. Dann hat sie die Melitta heimgeführt, weil sie so einen Grant gehabt hat und daheim mit dem Papa geredet. Der Papa hat gesagt, dass ich Hausarrest habe und zum Arzt muss ich auch, weil ich eine Krankheit haben könnte. Ganz komisch hat er das gesagt. Ich habe ganz laut geweint, weil ich keine Krankheit haben mag. Meine Eltern machen mir immer jede Freude kaputt. Dann habe ich mich in mein Zimmer eingesperrt und das Licht ausgemacht und Kerzen angezündet und vor meinem Eminem Poster zu Satan gebetet. Dem Satan habe ich gesagt, dass er meine Eltern umbringen soll, weil sie so blöd sind. Die Melitta sagt, dass das Ritual mit dem Eminem Poster immer funktioniert, weil sie das auch schon ganz oft gemacht hat. Ich will auch so cool sein wie die Melitta.

In Satan we trust

Claudy666

Teil 8
Hallo meine schwarzen Seelen!

Wie ihr vielleicht noch wisst, haben mir meine Eltern Hausarrest gegeben, weil ich mich auf dem Satanistenkonzert von einem berühmten Sänger entjungfern habe lassen. Aber ich bin draufgekommen, dass mir meine Eltern gar keinen richtigen Hausarrest geben können, weil ich ja noch in die Schule gehen muss. Das hat die Melitta und mich sehr gefreut, weil sonst hätten wir uns nicht mehr zu unseren geheimen Sektentreffen treffen können, bei denen wir zusammen rauchen und Gedichte schreiben. Bei unserem letzten Treffen ist der Melitta eine tolle Idee gekommen. Sie hat gesagt, wir könnten selbst eine Blackmetal Band gründen und dann ein Konzert machen und dann würden uns die Satanisten alle verehren. Ich halte das für eine sehr gute Idee, also haben wir uns überlegt, wie wir das machen könnten. Die Melitta hat gesagt, dass sie Gitarre spielt, aber nur akustische. Und singen kann sie auch und Texte schreiben auch. Mir ist gleich ein Name für die Band eingefallen. Wir werden sie ‚BLACK SATAN‘ nennen und unsere erste CD wird ‚666 Hymns to Satan‘ heißen und dem Satan gewidmet sein. Die Melitta sagt, wir werden ganz berühmt werden und in die Charts kommen. Ich werde Schlagzeug spielen. Als Proberaum nehmen wir mein Zimmer. Am Wochenende haben wir keine Schule, deshalb haben wir uns da in meinem Zimmer versammelt. Die Melitta hat ihre Gitarre und ein echtes Mikrophon mitgebracht und ich habe mir selbst eine Trommel gebastelt, weil ich kein Geld für ein Schlagzeug habe. Dann haben wir unser erstes Lied geschrieben. Es heißt ‚Black Vampire‘ und geht so:

Black Vampire Black Vampire of the night
You die in the light
You live in my heart
My heart is dark
Black Vampire of the night
You are Satan’s bride
You live in me
Satan’s whore I want to be

Die Melitta spielt dazu ganz schön Gitarre und singt ganz hoch, wie die Frauen das bei richtigem Black Metal machen. Wir hätten gerne noch einen, der Keyboard spielt, aber außer uns gibt es ja keinen Satanisten in unserem Alter. Also hat die Melitta gesagt, wird sie für die ganzen Intros Blockflöte spielen. Meine Mama war richtig froh, dass wir uns endlich einmal ’sinnvoll‘ beschäftigen, aber sie weiß ja nicht, dass wir böse Musik machen und dass alle unsere Texte dem Satan gewidmet sind. Schon bald haben wir ganz viele Lieder geschrieben gehabt. Wir haben mit unserem Kassettenrekorder alles auf Kassette aufgenommen. Dann haben wir ein schönes Cover gebastelt und eine nackte Frau und ein verkehrtes Kreuz und viele Pentagramme mit vier Sechsen hinaufgemalt und Blut auf die Frau gezeichnet. Die Melitta sagt, die Kassette nennt man ‚Demo’, das muss man dann an eine Plattenfirma schicken, aber mir ist keine Plattenfirma eingefallen, die solche Musik macht. Also waren wir beide ganz traurig, aber irgendwie wissen wir trotzdem, dass wir es mit Satans Hilfe schaffen werden, dass uns die ganze Welt verehrt.

Um fünf Uhr hat die Melitta wieder nachhause gehen müssen und ich war ganz alleine in meinem Zimmer. Ich habe sehr viel nachgedacht. Damit der Satan uns Kraft für die Band gibt, habe ich ein Ritual gemacht, dass ich sogar selbst erfunden habe. Bei diesem Ritual betet man zuerst dreimal den Spruch ‚Satan ist groß, Satan ist stark, meine Seele ist in seiner Macht‘ und dann sagt man noch einmal das ganze rückwärts. Dann schaut man ganz lange in einen Spiegel und dann sieht man, wie dort der Satan erscheint. Dann bringt man dem Satan ein Opfer. Ich habe mir extra den Finger mit einer Nadel gestochen und ihm ein paar Tropfen von meinem Blut geopfert.

Jetzt ist er besänftigt, und das mit meiner Band wird bestimmt funktionieren. Außerdem werde ich jetzt ein Buch über meine Rituale schreiben, mit dem ich ganz viel Geld verdienen werde. Es wird ‚Die satanistischen Rituale der Priesterin Claudy6666‘ heißen.

Heil Satan!
Eure Claudy666

Teil 9
Hallo meine satanistischen Freunde!

Heute ist mir etwas Tolles passiert. Ich war nach der Schule mit der Melitta in der Stadt, weil wir uns noch den neuen Rennbahn Express kaufen müssen haben, weil da ein HIM Special mit großem Poster drinnen ist. In der Trafik, wo wir immer den Rennbahn Express kaufen, habe ich dann plötzlich den Satanisten gesehen, der ein berühmter Sänger ist und der mich entjungfert hat und heiraten will. Er ist vor uns gestanden und hat Tabak gekauft. Als er sich umgedreht hat, bin ich ganz rot im Gesicht geworden und habe HEIL SATAN zu ihm gesagt. Er hat gelacht und gemeint, dass ich das kleine Trendy Girlie bin, mit dem er am Klo beim Konzert Sex gehabt hat. Ich habe gesagt, dass ich ihn liebe. Er hat wieder gelacht und dann hat er gesagt, er muss jetzt zum Zug gehen. Aber ich habe ihn aufgehalten, weil mir eine gute Idee gekommen ist. Ich habe gesagt, dass die Melitta und ich jetzt auch eine Band gegründet haben und dass wir sogar schon ein Demo haben und dass wir jemanden brauchen, der das verkauft und uns berühmt macht und weil er ein berühmter Sänger ist, weiß er bestimmt so jemanden. Er hat noch mehr gelacht und gefragt, ob wir das Demo dabei haben. Die Melitta hat es ganz aufgeregt aus ihrer Tasche geholt und ihm gegeben. Er hat gemeint, er wird es sich anhören und wenn es ihm gefällt, wird er Kopien davon machen und sie auf Konzerten verkaufen. Dafür braucht er von uns aber Geld, weil die Kassetten für die Kopien ja was kosten, aber das Geld würden wir doppelt und dreifach wieder verdienen, wenn er alles verkauft. Wir waren ganz glücklich und haben gefragt, wie viel Geld er dafür haben will. Er hat gesagt, dass er fünfhundert Schilling brauchen wird, und dass das ein sehr gutes Angebot ist. Wir haben ihm hundert und zwölf Schilling gegeben, weil wir nicht mehr Geld dabei gehabt haben. Aber er hat gesagt, dass das kein Problem ist und dass wir ihm den Rest ein anderes Mal geben sollten. Er hat mir seine Handynummer gegeben. Dann ist er mit unserer Kassette gegangen. Die Melitta und ich haben uns schrecklich gefreut, weil wir jetzt berühmt werden. Dann sind wir heimgefahren.

Zuhause war ich ganz alleine. Der Papa und die Mama waren noch in der Arbeit. Ich habe fernsehen geschaut und mein HIM Poster zusammengebastelt und dann habe ich es auf der Türe aufgehängt. Das schaut super aus, weil das ist der Ville Valo in Lebensgröße. Der ist viel größer als ich. Weil er so hübsch ist, habe ich sein Poster gleich geküsst. Ich wäre gerne seine Freundin, aber leider wohnt er so weit weg. Manchmal hört man Gerüchte, dass er keine Frauen mag sondern nur Männer. Aber ich glaube das nicht. Vielleicht werden wir mit unserer Band auch einmal so berühmt wie der HIM und dann spielen wir mit ihnen zusammen und ich werde den Ville Valo entjungfern wie der berühmte Sänger von der anderen Band mich entjungfert hat.

Während ich also auf meinem Bett vor mich hingeträumt habe, ist mir eine böse Idee gekommen, wie ich die Schulden bei dem berühmten Sänger zurückzahlen könnte. Ich bin in das Kinderzimmer von meinem großen Bruder gegangen, der ganz viele CDs hat. Der hat aber nur blöde CDs und meine Mama sagt oft, er ist auch ein Satanist, und sie würde ihm das gerne verbieten, aber leider ist er schon über 18 und da kann man niemandem mehr etwas verbieten. Mein Bruder, der übrigens Manuel heißt, hört keine Satanisten Musik sondern Musik, die noch lauter ist, als Blackmetal und wo die Sänger noch mehr schreien und immer Blut auf den Covers ist aber dafür keine Pentagramme. Er sagt oft, dass seine CDs wertvoll sind, aber eigentlich habe ich nicht viel mit ihm zu tun, weil er schon studiert. Ich habe dann geschaut, welche wertvollen CDs er hat, aber eh nur so blöde CDs gefunden wie zum Beispiel die ‚Imperial Doom‘ von einer Band, die ‚Monstrosity‘ heißt und von einer noch blöderen Band die ‚Extreme Noise Terror‘ heißt, eine Schallplatte, die ‚Ear Slaughter‘ heißt. Schallplatten sind überhaupt altmodisch und die braucht er bestimmt nicht mehr. Und eine dumme Kassette habe ich auch noch mitgenommen, wo auch ‚Demo‘ draufsteht aber von einer unbekannten Band, die ‚Cannibal Corpse‘ heißt. Und überhaupt haben alle Bands die mein Bruder hört, blöde Namen. Aber er hat halt keinen Geschmack. Ich finde Bandnamen wie HIM viel böser. Ich habe also seine CD und seine Schallplatte und die Kassette genommen und habe den Sänger angerufen und ihn gefragt, ob er die Sachen statt dem Geld haben mag. Er hat gelacht und gemeint, dass das noch nicht ganz reicht und dass ich ihm dann noch immer einen Hunderter schulde, aber ich habe ihm mein Jausengeld für nächste Woche versprochen. Dann war er zufrieden. Morgen nach der Schule gebe ich ihm die Sachen und das Jausengeld.

Am Abend sind meine Eltern heimgekommen und haben sich gefreut. Ich habe sie gefragt, warum sie sich so freuen. Sie haben gesagt, dass mein Bruder übers Wochenende von Wien heimkommt.

Hoffentlich fallt ihm nicht auf, dass ein paar von seinen Sachen fehlen, aber weil es eh nur so blöde Sachen sind, wird ihn das nicht stören.

Ave Satanas
Claudy6666

Teil 10
Heil Satan! Heil Dunkelheit! Heil schwarz!

Heute ist Freitag und mein Bruder ist zu Mittag von Wien heimgekommen. Gleich im Auto, wo wir ihn vom Bahnhof abgeholt haben, habe ich ihm ganz stolz erzählt, dass ich die blöden alten Kassetten und Schallplatten von ihm einem berühmten Sänger verkauft habe. Ich habe gesagt, dass er richtig stolz auf mich sein kann, weil die dummen alten Sachen braucht eh keiner mehr und er soll froh sein, dass ich mir so viel Mühe gegeben habe, jemanden zu finden, der den Müll haben will. Mein Bruder hat am Anfang etwas ungläubig geschaut und gesagt, dass ich das noch einmal ganz genau erzählen soll. Ich habe es ihm noch einmal erzählt und dann hat er begriffen, dass es kein Scherz ist. Ich habe ihn angelächelt und ihn gefragt, was ich als Belohnung bekomme. Mein Bruder ist ganz weiß im Gesicht geworden und dann plötzlich ganz rot. Er hat zu zittern angefangen. Ich glaube, er hat sich sehr gefreut. Dann wollte er etwas sagen, aber weil meine Eltern dabei waren, hat er es nicht getan. Belohnung habe ich aber keine bekommen. Nur wo wir alle hintereinander bei der Wohnungstüre hineingegangen sind, hat er mir Du wirst schon noch sehen, was du davon hast’ zugezischt.

Ich war den ganzen Nachmittag gespannt, was er für eine Überraschung für mich hat, aber es ist nichts passiert. Er hat nur mit meinen Eltern im Wohnzimmer geschrieen, aber warum weiß ich nicht. Irgendwas von ‚zusperren‘ und ‚aufpassen‘ und ‚kein Vertrauen‘ habe ich gehört. Vielleicht will er ja ganz nach Wien ziehen.

Am Abend bin ich wieder mit der Melitta fortgegangen. Ich habe mir extra mein cooles rotes Sisley-Girlieshirt angezogen und eine rote Skaterhose und eine blaue Sonnenbrille aufgesetzt, weil das bei Satanisten auch ‚in‘ ist, sagt die Melitta. Sie hat wieder das gleiche wie immer angehabt. Wir wollten wieder in das coole Satanistenlokal gehen, aber dort haben sie uns nicht hineingelassen, weil sie jetzt Türsteher haben. Die sagen, man braucht jetzt einen Ausweis, um zu zeigen, dass man schon sechzehn ist, sonst darf man nicht mehr hinein. Wir werden uns Ausweise fälschen, aber wir wissen noch nicht wie. Also sind wir in ein anderes Lokal gegangen, wo man mit zwölf hinein darf. Das Lokal heißt ‚Schülerzentrum Rettet das Kind‘ und ist gleich beim Bahnhof. Leider darf man dort nicht rauchen und trinken, aber die alten Damen dort sind richtig nett. Sie passen auf die Kinder auf und wollten von uns wissen, zu welcher Sekte wir gehören. Wir haben gesagt, dass wir unsere eigene Sekte haben. Die alten Damen waren Christen und wollten uns bekehren. Aber das wollten wir nicht, weil Satan viel cooler ist als der Gott. Deshalb sind die Melitta und ich dann wieder gegangen, weil uns die Frauen so genervt haben. Wir sind ein bisschen bei der Busstation herumgesessen und haben Wein aus der Packung getrunken, den wir uns bei der Tankstelle gekauft haben. Kind sein ist echt blöd, nichts darf man.

Um sieben Uhr hat uns meine Mama abgeholt und nachhause geführt. Zuhause bin ich gleich in mein Zimmer gegangen, weil ich es so gemein gefunden habe, dass wir nicht mehr in das Satanistenlokal dürfen. Aber in meinem Zimmer war es ganz anders. Es waren keine Poster mehr auf den Wänden und das verkehrte Kreuz aus Karton war auch nicht mehr da. Alle meine Poster und Bravo Hefte und gebrannte HIM und Marilyn Manson CDs sind zerbrochen und zerrissen am Boden gelegen. Ich habe gleich zu weinen angefangen, weil die Poster echt teuer waren und ich keinen CD Brenner zuhause habe. Weil ich so laut geweint habe, sind meine Eltern nachschauen gekommen. Ich habe ganz laut geschrieen, wer das war. Meine Eltern werden denjenigen bestimmt bestrafen, habe ich mir gedacht. Aber meine Eltern haben nur ‚Endlich ist das Satanszeug weg‘ gesagt und gelacht und gemeint, meine Phase wäre wohl bald vorbei. Mein Bruder ist auch in der Türe gestanden und hat gelacht. Ich habe das ganz gemein von ihm gefunden. Schließlich habe ich mich so bemüht, seine alten wertlosen Sachen zu verkaufen und er hat ja gar keine Ahnung, wie schwer und teuer es ist, die ganzen Bravo Hefte nachzubestellen, damit ich die Poster wiederbekomme und außerdem muss mir jetzt jemand die ganzen CDs wieder brennen. Weil ich so beleidigt war und nicht mehr gewusst habe, was ich ohne meine satanistischen Poster machen soll, habe ich einen Plan ausgeheckt. In der Nacht, wo meine Eltern schon geschlafen haben, habe ich aus ihrer Brieftasche einen Hunderter herausgenommen und bin zur Tankstelle gegangen und habe mir zwei Flaschen Wein gekauft. Ich wollte alles vergessen und tot sein. Ich habe den Wein in meinem Zimmer ganz alleine ausgetrunken und irgendwann war mir schlecht und ich bin bewusstlos geworden.

Mitten in der Nacht bin ich aufgewacht, weil ich Durst gehabt habe. Da habe ich bemerkt, dass ich gar nicht mehr zuhause war, sondern im Krankenhaus. Eine Windel habe ich angehabt und eine Infusionsnadel im Arm, mit einem langen Schlauch, wo Flüssigkeit hineingetropft ist und eine Krankenschwester und meine Eltern sind um mich herumgestanden und mein Bruder auch. Meine Eltern haben ganz laut mit mir geschrieen, dass ich nur Probleme mache und eine Alkoholvergiftung habe und dass sie mich ins Irrenhaus einweisen lassen werden. Ich habe zu weinen angefangen und mein Kopf hat mir ganz wehgetan. Die Krankenschwester hat gesagt, ich soll weiterschlafen und meine Eltern hinausgeschickt. Sie sagt, dass meine Eltern das morgen mit dem Arzt besprechen sollen.

Ich bin gleich wieder eingeschlafen und habe ganz viele Alpträume gehabt. Weil nämlich, eingewiesen werden will ich nicht.
Eure Claudy6666

Wo die kleinen Vampire herkommen 2

Ventrue: Ich danke euch allen für euer Erscheinen. Ich habe dieses Treffen einberufen um ein WEITERES Problem zu lösen, welches wir mit unseren… Kindern…

Toreador: Du hast unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, wie immer. Bitte fahre fort.

Ravnos: (Ein arschküssendes Geräusch und ein rollen von Zigeuner Augen)

Malkav: (packt Ravnos bei den Wangen und gibt ihm einen Kuss mitten auf dem Mund)

Ravnos: Bäh!! (Spuckt aus und rennt hinter Malkav her, der schnell wegläuft) Ich Leg dich um du verdammter Bastard!

Ventrue: GENUG!! (steht auf) Ravnos BITTE setz dich hin. Malkav. (zeigt auf ihn) Da hin… direkt neben Brujah.

Brujah: (lächelt und tätschelt den Sitz neben ihm und veranlasst Malkav sich hinzusetzten)

Ventrue: Wie ich vor diesem AUSBRUCH feststellte (ein strenger Blick zu Malkav) haben wir nun ein neues Problem. Die Kinder wissen das wir kleinere Makel haben die uns unterscheiden, aber jetzt wollen sie auch unsere Stärken wissen. So habe ich mir die Freiheit genommen…

Gangrel: (knurrt) Wenn du mich jetzt verarschst wie mit den Makeln kannst du deine Freiheit mit ins Krankenhaus nehmen kleiner Mann.

Ventrue: (hüstelt und nickt) Selbstverständlich… Gangrel… Sollen wir mit dir anfangen?

Gangrel: (Verschränkt ihre Arme und starrt den Mann an… wenn Blicke Töten könnten)

Ventrue: Äähm… ah ja.. (raschelt mit dem Papier) Gangrel… Ich gebe dir die Fähigkeiten deiner tierischen Natur. Wachsende Krallen mit Willenskraft, verwandeln in eine tierische Form mit Willenskraft, sogar der Nebel der Nacht selbst werden (ein tiefes Schlucken) Ist das Annehmbar?

Gangrel: Das ist ein Anfang. Ich schulde dir immer noch was für diesen Schweineschwanz.

Ventrue: Also weiter gehts… Malkav… Dir gebe ich… Die Macht der Beherrschung, du kontrollierst die Gedanken deiner –

Brujah: BIST DU VON ALLEN GUTEN GEISTERN VERLASSEN? Gibst IHM die Möglichkeit ANDERE zu kontrollieren?? Wir werden alle so wahnsinnig enden wie er!

Ventrue: Wahnsinn? Verrücktheit in andere einflößen?

Malk: Gekauft. Das wars. Danke dir.

Brujah: (Schreckt zurück und schüttelt seinen Kopf)

Ventrue: Ich bin… nicht… sicher was gerade… passiert ist… Malk? War ich das?

Malk: (Geht zu Toreador)

Ventrue: (Schüttelt seinen Kopf und nickt) Ja… eh… Toreador. Aufgrund deiner Schönheit, und unter Berücksichtigung deiner… perfekten sozialen Geschicklichkeit, und deiner unerreichten Eleganz, gebe ich dir die Fähigkeit die Gefühle der anderen zu beeinflussen. Einflößung von Ehrfurcht, Angst, Liebe, oder Respekt in jeden den du willst.

Toreador: Weise, gerecht und gut. Ich danke dir.

Brujah: (macht ein küssendes Geräusch und sieht schnell zu Malkav) Wenn du auch nur daran DENKST zerquetsche ich dich zu Brei du Spinner.

Ventrue: Assamite. Aufgrund deiner… Ääähh… Aktivitäten… Habe ich die Stille für dich gewählt. Du manipulierst die Geräusche, z.B. die Todesschreie deiner Opfer wenn sie sterben.

Assamite: (lächelt und nickt) Solche Dinge liegen mir im Blut…

Ventrue: Brujah… mein kräftiger Freund. Weiterhin… deiner Persönlichkeit gebe ich einmalige Stärke… und Geschwindigkeit. Möge deine Wut genauso schnell und quälend sein wie dein Temperament.

Brujah: (Grinst Assamite an) Aaaahhh. Ich wollte wirklich leise sein!!! (ein spöttischer Seufzer) Ich schätze ich muss mich mit Stärke und Schnelligkeit begnügen. (lachen)

Assamite: Dann leide an Stille.

Brujah: (Das Gelächter stirbt ab und jedes seiner Geräusche bricht abrubt ab)

Ventrue: Ehhm…Ich hätte dir das schon viel früher geben sollen Assamite. Weiter gehts. Tzim… Dir gebe ich…

Malk: EINEN NEUEN CLANNAMEN!!! Etwas was wir aussprechen können ohne das es sich wie ein Niesen durch einen Mund voll von… (Und er ist Leise)

Ventrue: Ich danke dir Assamite. Äehm. Tzim, du sollst die Fähigkeit haben Fleisch und Knochen zu formen, so wie Künstler Ton Formen oder Steine behauen.

Tzim: (dreckiger Blick zu Malk) Komm her mein kleiner stiller Freund…

Malk: (Ein leiser Schrei als er zwei Finger zu einem Kreuz verschränkt)

Ventrue: Ähem… Nosferatu. Dir gebe ich die Fähigkeit…

Malk: Überspringen kleiner Gebäude mit EINEM EINZIGEN SATZ!

Ventrue: (Überrascht) Ich dachte du wärst ruhig gestellt?

Brujah: (Schüttelt seine schmerzende Hand) Nun er muss bei BEWUSSTSEIN sein um das zu machen, oder nicht? (Tritt Assamite bevor er sich hinsetzt) Stärke und Geschwindigkeit. Ich Liebe es.

Ventrue: Nosferatu, Ich gebe dir die Macht nicht gesehen zu werden. Du kannst kommen und gehen und niemand wird deine Anwesenheit bemerken.

Brujah: (lacht) Oh jaa… möge er ALLE Annerkennung dieser Welt bekommen… ein echter Frauenheld.

Nosferatu: Einverstanden, danke dir Ventrue. (An Brujah gerichtet) Warum in alles in der Welt sollte ich andere Frauen anziehen?

Brujah: (wird blaß) Du… bist… ein… Oh Gott… Ich werde Krank..

Giovanni: (rückt näher zu Nosferatu) Nuuun… was machst du nach…

Ventrue: Giovanni. Dir wird Macht über die Toten gegeben. Die wahren Toten. All die Verrotteten und Verwesten in deiner Domäne.

Brujah: Ugh… da hast du eine Chance mit Nosferatu. Sieh auf Ventrue. Mann… kannst du dir vorstellen wenn… (lehnt sich flüsternd zu Ventrue der blass wird und krank aussieht)

Ventrue: Danke dir… für dieses sehr anschauliche Bild. Ich werde dir sicher meine Therapierechnung zu schicken. Ravnos…

Ravnos: (schaut erschrocken auf und sagt dann schüchtern) Tschuldigung (und händigt Ventrue sein Portemonnaie aus).

Ventrue: Nein… Ich… (schüttelt seinen Kopf und schnappt sich seine Geldbörse) Ich weiß ich werde das bereuen… aber ich gebe dir die Macht der Betrügerei. Deine Illusionen, Scherze, und allgemeiner Übermut soll nicht nur die Augen Täuschen sondern alle Sinne.

Malk: Yeah. ICH BIN der Verrückte… (Sieht nach dem bewusstlosen Assamiten und schlägt ihm gegen den Kiefer) Ich werde dich K.O. schlagen! Mama sagt mir dich K.O. zu schlagen. Ich werde diese doofe Frauenwelt erstürmen und ich bin grade… urnk.

Brujah: (schüttelt seine Hand) Stärke und Geschwindigkeit. Ich LIEBE es.

Ventrue: Lasombra. Ja… du in der schlecht beleuchteten Ecke. Deine Fähigkeiten soll die Macht über die Schatten und die Dunkelheit. Damit…….. (Blinzeld) Wo ist er hin?

Stimme von Lasombra: Einverstanden. Gern.

Malk: (wacklig und schwach) Carolanne… bleib weg vom Licht… (taumelt zurück zum Tisch)

Ventrue: Uhm… ja. Tremere. Aufgrund deiner Studien… wird dir die Fähigkeit gegeben Magie zu erschaffen. Beschwörungen zu vollziehen und deine Macht zu verwenden wie du sie verstehst.

Tremere: Aber ich hab doch schon…..

Ventrue: Und als letzter, ich selbst.

Brujah: (vorsichtig) Das Beste zuletzt? Was bekommst du?

Ventrue: Ich gebe mir die Macht der Gedankenkontrolle. Damit sollte ich uns führen, halte alle Treffen ab, und habe die Stimmenmehrheit. Jeder der widerspricht, versucht bitte seine Hand zu heben.

Alle: (bemühen sich hartnäckig ihre Arme zu heben welche sich weigern zu gehorchen)

Ventrue: Sehr schön. Treffen beendet.

Wo die kleinen Vampire herkommen 3

Ventrue: Meine Damen und Herren. Wir haben ein neues Problem. Unsere Kinder wollen nun wissen wie wir uns voneinander Unterscheiden… was uns einzigartig macht.

Toreador: Das ist einfach… wir sind alle einzigartige… besonders… schön auf unsere eigene Art und Weise sind wir –

Brujah: Halt dein Maul. Er meint was die CLANS unterscheidet du verschwendete Unterhose.

Malk: Verschwende niemals Unterwäsche… In dieser Jahreszeit sind sie zu schwer zu finden.

Ventrue: Genau Brujah. Was uns… in eine eigene Kategorie steckt. Was uns ausmacht. Unseren CLAN.

Brujah: Jaaa… noch eine weitere Möglichkeit für die Sterblichen uns zu entdecken.

Malk: Welche Sterblichen?

Brujah: Halts Maul bevor ich dich zerquetsche du kleiner Spinner.

Ventrue: (Seufzt) Irgendwelche Vorschläge?

Toreador: Besondere Kleidung?

Tremere: Halsketten? Mystische Anhänger?

Malk: Käse… Verschiedene Käsesorten die zu jedem Clan gehören. Es gibt verschiedene Sorten aus denen man wählen kann, versteht ihr?

Brujah: (sieht zu Nosferatu) Oh ja. Lass mich raten wer der Limburger ist….

Nos: Das hab ich gehört!

Ventrue: Ich dachte mehr an etwas Schicksalhaftes… an eine Schwäche… ein… kleiner Mangel

Malk: Ich sage Kryptonit!!!

Brujah: (schlägt ihm auf den Kopf) Ich bräuchte eine Kryptonitfaust. HALTS MAUL!

Malk: Unnrk.

Ventrue: O.K… Brujah… Deins wird dein Temperament sein. Aus einem klar ersichtlichen Grund.

Brujah: Temperament! WELCHES TEMPERAMENT? Scheiß Schlipsträger… Du würdest dich auch aufregen wenn du zwischen Nosferatu und Malkav sitzen müsstest.

Ventrue: (Hüstelt) Torrie, da du die Kunst liebst… sollt ihr als der künstlerische Clan bekannt sein.

Toreador: Tragisch… dennoch… sehr schön. Einverstanden.

Malk: (mit leiser Stimme) Ich will aber immer noch Kryptonit.

Brujah: (SMACK) Haha. Temperament… alles klar… Geil.

Malk Unnnggh.

Nos: (Kratzt sich am Kinn, was Haut abblättern lässt) Und was ist mein… Makel?

(Stille)

Ventrue (erschauert) Nun kommen wir zu dir Gangrel. Deins wird sein… jedes Mal wenn du in Raserei verfällst… siehst du mehr wie ein Tier aus.

Gangrel: WAAAS? Was meinst du mit „Siehst du mehr aus wie ein Tier??“

Ventrue: Es beginnt ganz klein… du verstehst… ein Pelz… eine tiefe Stimme… Vielleicht Hörner…

Gangrel: WAAAS??? Hey komm… Torrie wird melancholisch bei dämlichen Bildern und ich kriege eine beschissene Hakennase? Jaa… das ist WIRKLICH Fair… (Das Knurren wird zu einem Brummen)

Assamite: Und ich?

Tremere: Du kannst kein Vampirblut trinken (Lacht) Es ist Gift für dich. Dein Haar fällt aus und du siehst aus wie er (zeigt auf Nosferatu)

Ventrue: Einverstanden.

Nosferatu: Ich warte noch.

(Stille, Malk kichert)

Assamite: Wieso darf TREMERE meine Schwäche auswählen.

Tremere: Isso Kumpel.

Ventrue: Tremere… wenn Assamite kein Vampirblut trinken kann… dann musst du davon trinken… Alles Blut deiner Älteren

Malk: Bekommt denn keiner Kryptonit?

Brujah: (Bumm) Temperament… Ich LIEBE es.

Ventrue: Lasombra… hmmm… kein Spiegelbild.

Lasombra: Du solltest DAS an Nosferatu geben…..

Nosferatu: Ich warte…..

Ventrue: (hüstelt) Ich komme gleich zu dir Nos… Ist das akzeptabel Lasombra?

Lasombra: Jaa… Aber ihr müsst mir sagen wenn ich was an meinem Kinn habe.

Ventrue: Kein Problem. Hmmm… Tzim… deine Schwäche… wird sein…

Malk: Einen Clannamen zu haben den keiner aussprechen oder Buchstabieren kann?

Ventrue: Ja. Ehh Nein. Du… musst schlafen… in deiner natürlichen Erde.. oder du musst etwas davon in deinem Sarg haben.

Gangrel: WAAAAS??? ich kriege Zehen mit Schwimmhäuten und sie muss im DRECK schlafen??

Tzim: Einverstanden.

Gangrel: Ich will was neues…

Nos: Ich warte immer noch… hast du mich vergessen?

(Stille )

Ventrue: Machen wir weiter mit… Giovanni… Dein Kuss schmerzt. Es ist keinerlei Vergnügen in deinem Biss.

Toreador: Kannst du DAS noch mal sagen?

Die Versammlung schaut auf Torrie: Oh… Entschuldigung… war das zu leise?

Giovanni: eines Nachts… wird dich dein Unleben plagen

Ventrue: Ravnos. Deine Natur ist Kriminell.

Ravnos: (Gibt Ventrue seine Geldbörse wieder) Tschuldigung.

Ventrue: (nimmt es blinzelnd) Eh nee. Ich meinte… (schüttelt den Kopf) Aaaalso gut. Das Geld auch.

Ravnos: Oh Hier… Tschuldigung.

Nos: Wann bekomme ich einen Makel?

Brujah: Bei Geburt…

(Unterdrücktes Lachen)

Ventrue: Ähm… Du dort drüben… Setit… deine ist… du magst das Licht nicht.

Gangrel: HEY MAN WAS IS’N DAS FÜRN SCHEIß??? Ich bekomme Fledermausflügel und er mag kein grelles Licht??

Malk: Fliegt meine kleinen Affen… Fliiiiiiiegt.

Brujah: (hebt seine Hand und Malk zuckt zusammen)

Set: (grinst) Einverstanden – Fair und gerecht. (er zwinkert)

Gangrel: (zeigt auf Set) Er hat gezwinkert!! Ihr beide hattet eine Abmachung?? Gottverdammte Drecksschlangen…

Nos: Wenn du mich weiterhin ignorierst… werde ich HÄSSLICH!

Malk: Zu spät.

(Unterdrücktes Lachen)

Ventrue: Habe ich jemanden Vergessen?

Malk: Krieg ich jetzt mein Kryptonit?

Tzim: Du, kleiner Mann, hast GENUG Probleme… Du brauchst keinen zusätzlichen Makel.

Ventrue: Dann ist es Beschlossen….

Nos: Du hast dich selbst vergessen… und mich.

Brujah: Genau. Mr. Pingelig. Was ist dein Makel?

Ventrue: (lächelt) Ich bin Pingelig… darüber… was ich esse…

Gangrel: (steht auf und wirft seinen Stuhl um) Ich GEHE!! (zeigt auf jeden im Raum) Ich kriege einen Euter wie eine Verfickte KUH und DU schläfst im DRECK? DU bist ein nervöser Esser? Du vertiefst dich in Kunst… DU… (der Finger zeigt auf Nosferatu) Also gut ich glaube es könnte schlimmer kommen.

Nos: Ich habs. Ich bin der Makellose Clan. Das ist es!

Brujah: (lacht) Jau das ist es.

Ventrue: (hüstelt) Das Treffen ist beendet.

Malk (verlässt den Raum, sehr leise singend): Du bist hässlich… du bist hässlich… und deine Mama kleidet dich grässlich….Du bist hässlich… du bist hässlich…

Wo die kleinen Vampire herkommen 4

Samstag (Poker)Nacht

Ungefähr 03:42 Uhr morgens

Im Unterschlupf des Vorsintflutlichen der Gangrel

Die Szene:

Eine große ägyptische Pyramide, wir sind im Inneren. Es ist ein großer Raum, bedeckt mit Staub; antike Gräber umgeben die Wände, der gesamte Raum riecht nach Verfall und Tod. In der Mitte des Raumes sitzt eine Gruppe von Vampiren, sie spielen Karten. Ein einzelnes Licht hängt von der Decke herab und beleuchtet die gesamte Szenerie.

Gangrel: Ich halte dein Chicago und erhöhe um den Schwarzwald.

(lange Stille)

Tremere: Halte deinen Schwarzwald und erhöhe um die Mona Lisa.

Toreador: Das kannst du nicht machen.

(kurze Stille)

Tremere: Wie bitte?

Toreador: Das kannst du nicht machen.

Tremere: Warum nicht?

Toreador: Die Mona Lisa gehört mir.

Tremere: Das weißt du nicht!

Toreador: Doch das tue ich. Sie ist in Paris, der größten Stadt der Toreador, ich besitze sie, ich kontrolliere sie, sie gehört mir.

Tremere: Nein tut sie nicht. Ich hab es hier.

(Geräusch von Scharren und ein langes Stück Stoff wird entrollt, danach eine lange Pause)

Toreador: Du Bastard!!! Wie hast du das bekommen?

Tremere: Eine Variation von Zweck des Weißen Sendschreiben; hat eine Weile gedauert das Ritual des Besitzes korrekt zu beherrschen, aber niemand hat die Fälschung bisher entdeckt.

Toreador: Wie konntest du das tun? Du Teufel, du Bestie!!! Eines der größten Kunstwerke die jemals geschaffen wurden, eines der feinsten Stücke… (ad infernitum)

Nosferatu: (flüstert) Sie geht jedes mal in die Luft, oder nicht?

Assamite: Nun, keine Disziplin diese Toreador.

Malkav: Eigentlich haben sie welche.

Assamite: Oh nein! Halt den Rand Malk!

Malk: DAS ist nicht sehr nett! Nur weil du mehr physische Eigenschaften bekommen hast als ich! (schmoll)

Nosferatu: Assamite, kannst du sie nicht ein wenig ruhigstellen? Nur soweit das man ein Wort verstehen kann.

Assamite: Das kann ich nicht hübscher Junge. Bei meinem Level würde es den gesamten Raum beeinflussen – Probleme mit höhergestellten Disziplinen. Jedenfalls hat sie Majestät aktiv und du weißt wie kompliziert es ist all diese gesellschaftlichen Eigenschaften zu überwinden.

Nosferatu: Schlitzohr! Hey, Tremere, Misch die Karten!

(Unterdessen)

Toreador: …wie lang hat er an diesem Bild gearbeitet; die Qualen und Entbehrungen die wir durchgemacht haben um es vor den Brujah zu beschützen; die komplizierte Schönheit des Kreuzstriches; es ist unbezahlbar, etwas was geteilt werden muss, etwas das die Welt zum Leben braucht, etwas…

Tremere: RUHE!!!

(Stille)

Nosferatu: (nebenbei) Ich wette es kostet ihn einen Punkt Willenskraft um nicht in Raserei zu verfallen.

Assamite: (nebenbei) Verdammt richtig.

Tremere: Schau Toreador. Ich entschuldige mich. Können wir für eine Sekunde ne Pause machen? Warum hörst du nicht auf zu brüllen und schaust kurz auf dieses schöne Bild?

Toreador: Nein, das sollte ich nicht… Sieh Tremere, wenn du denkst du kannst durch die Ewigkeit gehen mit deinen Lügen und Tricks… und kannst scheußlich sein zu denen von… uns… die… OH!(verzückt) WAS FÜR EIN SCHÖNES BILD!

(lange Pause)

Nosferatu: Gott sei dank dafür! Ich schwöre diese Pokernächte werden Langweilig.

Gangrel: Nicht wie in den alten Tagen.

Nosferatu:: Verdammt richtig. Bestimmt nicht wie in den alten Tagen. Das waren noch Zeiten als wir die Erde durchstreiften wie Giganten, alles unterlag unserer Herrschaft, nichts hat uns kontrolliert…

Malkav: Außer Kain.

Nosferatu: O.K. da war Kain. Richtig, aber davon abgesehen, niemand hat uns kontrolliert, niemand stand uns im weg….

Malkav: Nun da war Enoch.

Stille, alle starren ihn an

Nosferatu: Ja, nun da war Enoch, das gestehe ich dir zu, aber…

Gangrel: Und da waren noch die anderen zwei.

Tremere: Wie wurden sie genannt?

Malkav: Ich weiß es nicht, hängt davon ab welche Version vom Buch Nod du ließt, eine Version sagt man nannte sie…

Nosferatu: OK, OK, da waren also Kain und die zweite Generation, aber ich meine, abgesehen von denen, wer war den dort der uns im weg gestanden hätte, wer…

Malkav: Lilith.

Tremere: Genau, Lilith. Ich hab sie schon lang nicht mehr gesehen.

Gangrel: Du hast Lilith noch nie getroffen.

Tremere: Hab ich wohl.

Gangrel: Du lügst. Niemand hat Lilith gesehen, seit Jahren. Du erzählst eine VERDAMMTE LÜGE!

Nosferatu: SEHT! WIE ICH SCHON GESAGT HABE! Abgesehen von Lilith und Kain; und der zweiten Generation. Wer zum Deibel stand uns in den alten Tagen im Weg?

(eine verlängerte Pause)

Assamite: Ich wusste gar nicht das Nosferatu Präsenz hat.

Tremere: Das wusste ich auch nicht. Er war echt gut, meint ihr nicht?

Gangrel: Ich glaube so wie er auf den Tisch gesprungen ist war er schrecklich beeindruckend.

Assamite: Ich denke wir sollten unsere Bewunderung zeigen.

(Ein Geräusch von höflichem, schnellem Applaus)

Nosferatu: Ähm…danke?

Tremere: Nicht der Rede wert alter Kumpel. Sehr gut.

Malkav: Selbstverständlich hast du ein paar Leute vergessen.

Nosferatu: Was?

Malkav: Du hast ein paar Leute vergessen. Die Leute die uns gegenüberstanden, die Leute die uns stoppen wollten.

Nosferatu: Oh hab ich das? Nun, na denn, trübe Tasse, sag es uns. Wen hab ich vergessen von deiner kostbaren Liste?

Malkav: Uns selbstverständlich.

(Lange, ernsthafte Stille als die Versammlung merkt das Malkav grade die Wahrheit sagte)

Assamite: Ich hasse es wenn er das tut.

(Stille)

Nosferatu: Egal, abgesehen von diesen Punkten. Die alten Tage waren besser. Wir waren alle zusammen; wir alle 13. Eine große Gruppe. Die Dinge waren groß damals.

Tremere: Wie war es denn?

Gangrel: Oh Fantastisch. Du sahst Brujah den Vampiren erklären wie man liest (er brauchte Tausende von Versuchen, aber er konnte in der Zeit zurückreisen und so dauerte es nur einen Nachmittag)…

Assamite: Ich mochte Brujah noch nie.

Malkav: Warum nicht?

Assamite: Er hält immer die Zeit an nur um mich ungeschützt zu erwischen.

Malkav: Jau, aber du hast immer die Pfeife des Schiedsrichters verstummen lassen so hat niemand bemerkt wenn du dich regelwidrig benommen hast.

Gangrel: Wie ich schon sagte!!! Dann war da noch Ventrue…

Malkav: JAWOHL!!! Ventrue! Was für ein Prachtkerl.

Tremere: Du MOCHTEST Ventrue?

Malkav: Ja aber sicher, er war verrückter als ich es bin.

Tremere: Ventrue! Verrückt!!?!

Assamite: Verdammt Richtig. Er pflegte mit einem Cilp-Board durch die Gegend zu laufen immer versuchend alles in irgendwelchen Treffen zu Organisieren und sowas. DIE GANZE ZEIT; er wollte schon immer mit diesem blinkendem Metall spielen.

Gangrel: Aber dieses ‘GELD’-Dings das er erfunden hat, hat mächtig eingeschlagen.

Nosferatu: JA, aber das wird niemals überleben.

Tremere: Ventrue, VERRÜCKT! Nun ich hätte niemals…

Nosferatu: Oh ja. Herzhaft wie ein Nusskuchen war der alte Ventrue.

Gangrel: Aber da war auch Lasombra, der immer etwas für ihn zu tun gefunden hat.

Malkav: Lasombra, das war eine interessante Sache.

Tremere: Ich hab ihn nie richtig kennen gelernt.

Gangrel: Oh er war schon ganz in Ordnung. Sehr eigenbrötlerisch. Verbrachte viel Zeit alleine in seinem Zimmer. Leider haben sie ihn vor der Erfindung des CD-Players getötet. Er hätte die Smiths GELIEBT.

Malkav: Nicht so sehr wie Kappadozius.

Assamite: Nun da war ein Verrückter. Dachte er könne andere Vampire aussaugen, mein Gott er hat es getan. Er liebte tote Dinge….

Tremere: Tun wir das nicht alle?

Assamite: Nicht so wie er das getan hat. Ich meine, es begann harmlos genug. Gangrel tötete seine Hauskatze…

Gangrel: Das war ein Unfall.

Assamite: Na dann, du hättest KI benutzen sollen! Ich meine, du hättest dich in eine Katze verwandeln können anstatt in einen Bengalischen Tiger…

Gangrel: Sie wollte es aber so.

Malkav: Dr. Doolittle und seine fröhliche Band der Perversionen hat wieder zugeschlagen!

Assamite: Was auch immer, seit dem begann er damit mit toten Dingen zu spielen. Er war zweifellos der Überflüssigste von uns allen.

Malkav: Nee, Set war überflüssiger.

Tremere:: Wo ist Set?

Set: Dort drüben.

(Erstaunte Stille)

Malkav: Frag nicht. Ist ne lange Geschichte.

Assamite: Egal, Kappadozius (wir nannten ihn kurz Erich), letztendlich wurde er wirklich bekloppt. Er versuchte Gott zu ersetzen. Wir mussten schnell einen Ersatz für ihn finden

Tremere: Und so habt ihr Giovanni gewählt?

Gangrel: Jap, ich hab ihn damals 1250 getroffen. Er lief über diese übertriebene Piazza in Venedig – Ich glaub das macht er immer noch.

Nosferatu: Nein, das ist sein Vetter.

Gangrel: Welcher?

Nosferatu: Du kennst diesen schmalen, mit diesen witzigen gesellschaftlichen Sitten.

(Stille)

Gangrel: Wen?

Nosferatu: Du WEIßT schon! Der Alte mit dem albernen Bart! Der eine, der mit der verheiratet war, welche die Schwester des Vetters des Mädchens ge(räuspert sich) hat die den Bruder des Vaters von dem geheiratet hat, der mit der Frau des Onkels der Schwester des Ahnen im Bett erwischt wurde der mit dem Bruder seiner Nichte geschlafen hat die gesagt hat er hätte einen kleinen (bricht ganz ab).

(Stille)

Gangrel: Wen?

Assamite: Egal, Kappadozius ist jetzt tot. Giovanni hat ihn umgelegt. Und du hast Saulot getötet. Und Brujah hat Ventrue ermordet und Troile tötete Brujah, und die Anarchisten töteten Lasombra und beinahe auch Tzi… uuups!

Tremere: Was war das?

Assamite: Och nichts. Wirklich nicht.

Tremere: Was wolltest du sagen?

Assamite: Nichts mein Freund ehrlich.

Malkav kichert

Tremere: Was geht hier vor? Versucht ihr etwas vor mir zu verbergen?

Gangrel: Nein nicht wirklich. Assamite war nur etwas verwirrt, STIMMTS NICHT ASSAMITE?

(Geräusch eines beschleunigten Tritts zusammen mit großer Stärke, trifft jemandem mit großer innerer Stärke unter dem Tisch)

Assamite: Äehm… Ja. Das wars, ich war verwirrt. Kommt von meinem seltsamen Hintergrund. Wirklich.

(Lange misstrauische Stille)

Malkav: Jau danach wurde es ein wenig verrückt. Jeder hat jeden umgelegt. Das ist es warum wir im Mittelalter mit der besten Lösung dieses Problems ankamen.

Tremere: Die Camarilla?

Malkav: Nein, die Pokernacht. Hielt uns für Jahre am Leben. ‘Ewiger Heiliger Krieg’ und all das.

Tremere: Oh klar! Ich hab verstanden. Und das bedeutet Gehenna ist…

Malkav: Was mir machen wenn wir uns Langweilen. Richtig. Jetzt hast du es Verstanden.

(Stille)

Nosferatu: Apropos Poker, Tremere, wegen deinem letzten Stich. Vier Asse. Was war dieses Herunterleiern was du vorher gemacht hast?

Tremere: Och, nichts.

Nosferatu: Du hast doch nicht dieses ‘Zweck des Weißen Sendschreibens’ Gedöns, von dem du vorhin geredet hast, hast du?

Tremere: Nein, der Himmel bewahre.

Nosferatu: Du hast, oder nicht?

Tremere: Nein, bestimmt nicht.

Malkav: Er Lügt. Er hat es in seiner Aura geschrieben.

Tremere : Seht, O.K. ich habs getan. Aber Nosferatu betrügt genauso.

Nosferatu: Nein tu ich nicht!

Tremere: Er hats getan. Er verdunkelte sich, schlich herum und spähte über Malkavs Schultern.

Malkav: Oh du verdammter Betrüger!

Assamite: Wie lange hast du das schon getan?

Nasferatu: Ich betrüge nicht! Kommt Leute. Ihr kennt mich.

Assamite: Exakt. Warte eine Minute. Damals in 1475 – Den Flush den ich hatte. Da hast dus getan, oder? In der Nacht hab ich Arabien verloren, du betrügerisches …

(Geräusche eines kleinen Streites und einen gelegentlicher Seufzer von Toreador)

Szene: Gerade außerhalb. Zwei Gestalten nur beleuchtet vom fahlen Mondlicht.

Kain: Siehste, DAS ist der Grund warum ich nicht zurück gehe!

Lilith: O.K. O.K., du hast deinen Standpunkt klargemacht. Können wir jetzt nach hause gehen. Ich habe einen Braten im Ofen…

Wo die kleinen Vampire herkommen 1

Ventrue: In Ordnung, meine Damen und Herren, nehmen Sie Platz. Ich nehme an, Sie fragen sich, warum ich Sie alle hierher gerufen habe.

Toreador: In der Tat! Ich habe in zwei Stunden eine Verabredung, die ich einfach einhalten muss, und ich möchte nicht zu spät kommen.

Ventrue: Ja, ja. Ruhe bitte (Klopfgeräusche). Nun, ich weiß nicht, wie das bei Ihnen ist, aber meine Nachkommen haben begonnen, mit recht…, nun…, hhm… beunruhigende Fragen zu stellen und ich…

Malkav: Sag ihnen einfach, wenn sich Mami und Papi sehr lieb haben…

Ventrue: Seien Sie still, Malkav. Nun, sie wollen wissen, wo wir herkommen, warum, wie, und all das. Ich denke, es ist Zeit, dass wir eine Antwort für sie finden.

(Stille)

Brujah: Also, was wollen Sie? Wir ficken nicht herum!

Saulot: Etwas gewählter, bitte!

Brujah: Tschuljung.

Ventrue: Was ist mit Ihnen, Ralf? Sie stecken Ihre Nase doch überall rein.

Nosferatu: Ich habe auch keine Idee – aber etwas anderes: Ich nenne mich nicht mehr länger Ralf. Von heute an sollten Sie mich „Nosferatu“ nennen.

(Stille)

Ravnos: Mache ich nicht, Mann. Ralf passt zu Ihnen.

Nosferatu: Nein! Ich weigere mich, mit diesem Namen geschlagen zu sein!

Ventrue: Lassen Sie ihn, Ravnos.

Toreador: Um bei diesem Thema zu bleiben…

Ventrue: Was gibt’s denn jetzt noch?

Toreador: Ich habe den Künstlernamen „Toreador“ angenommen.

(tiefe Stille)

Hassam: Heinrich, Du hast niemals einen Stier gesehen, geschweige denn mit einem gekämpft!

Toreador: Das ist allein meine Sache!

Ravnos: Ich wollte etwas sagen mit „Kuh…“, ach, lassen wir’s.

Ventrue: Können wir nun zurück zum Thema kommen?

Lasombra: Ralf, ich denke, „Nosferatu“ klingt wirklich cool.

Nosferatu: Oh, danke, und es ist weitaus einfacher auszusprechen als Ralf, besonders, wenn man die Zähne nicht einziehen kann.

Ventrue: Meine Damen und Herren!!!

(Stille)

Ventrue: Okay, irgendwelche Ideen?

Tzimisce: Äh…

Ventrue: Ja, Tzimisce?

Tzimisce: Wie wäre es vielleicht mit einer Krankheit?

Saulot: Nein! Nicht so was. Ich wüsste, wenn es so was wäre.

Malkav: Ooh! Ooh! Ich habe eine Idee!

Ventrue: (gähnend) Was denn?

Malkav: Ooh! Ooh! Wir alle sind… Außerirdische! Ja! Vom Planeten… Yuggoth!

Brujah: Malkav?

Malkav: Ja?

Brujah: Halt’s Maul!

(Stille)

Malkav: Ist es nicht zu schade, dass Du kein Dominate besitzt?

Brujah: Richtige Männer brauchen kein Dominate!

(Geräusch von einem Faustschlag)

Malkav: Auuu!

Ravnos: Okay, ich hab’s.

Ventrue: Ja?

Ravnos: Sie sind nicht wirklich Vampire, sie glauben bloß, dass sie welche wären.

Ventrue: Hmmm, nicht schlecht… Aber was ist, wenn einer der Trottel dies glaubt und versucht, ein Sonnenbad zu nehmen?

Lasombra: Na, und? Merzt die blöden aus, wir haben weniger Überbevölkerung und weniger Nachkommen, die dumme Fragen stellen.

Toreador: Lasombra, Du bist pervers.

Lasombra: Heh, bin ich meines Bruders Hüter?

Tzimisce: Eigentlich hat er recht.

Toreador: Ihr seid krank!

(Gemurmel)

Saulot: meines Bruders Hüter… das erinnert mich an was. Wissen Sie, an diese Leute, die diese spaßigen Handtücher um den Kopf tragen.

Hassan: Hüte Deine Zunge, Dreiauge!

Saulot: Verzeihung. Nun, sie haben eine alte Geschichte über jemanden, der seinen Bruder ermordete und dafür verflucht wurde. Schauen sie…

Sutekh: Verflucht, sagen Sie?, Hhmmm… das gefällt mir!

Nosferatu: Ja, aber wenn Sie das erzählen, glaubt es niemand.

Tremere: Ich weiß was besseres! Wir haben es mit Magie getan!

(tiefe Stille)

Brujah: Wer zum Teufel ist das?

Tremere: Oh. Tremere! Meister der Magie – zu Ihren Diensten.

Saulot: Verschwinden Sie, Sie haben hier erst ab 1314 etwas zu sagen!

Tremere: So? Ich bin ein Orakel der Zeit. Ich bin, wann ich will.

Ventrue: Ein Sterblicher, was? Heh, Tremere!

Tremere: Ja?

Ventrue: Raus!

Tremere: Klar. (Aufschlaggeräusch) (Gemurmel: Verdammt. Ich muss lernen, wie das geht) (Türeschlagen)

Ventrue: Nun sollten wir uns weiter mit dieser „Fluch“-Geschichte auseinandersetzen. Wir haben noch nichts von Gangrel gehört und wir brauchen die Meinung einer Frau zu diesem Thema. Was denken Sie, Gangrel?

(Stille)

Ventrue: Gangrel?

(noch mehr Stille)

Ventrue: Hat irgendjemand Gangrel gesehen?

Ravnos: (Räuspern) Nun… nun, ja, wir hatten eine kleine Meinungsverschiedenheit.

Malkav: Oh, liebt Sie Dich nicht mehr?

Ravnos: Verpiss Dich!!!

Malkav: Macht sie’s auch wie…

(undefinierbares Geräusch)

Ravnos: Danke, Brujah.

Brujah: Gern geschehn, Bruder.

Ventrue: (Seufzen) Okay, also, was war das mit diesem Fluch?

Saulot: Nun, sie sagen, dass die ersten zwei Söhne des ersten Menschen ihrem Gott Opfer zu bringen hatten. Der erste Bruder opferte Pflanzen und so Zeug, der zweite opferte Tierblut.

Alle: Ja! Klingt Super! Das ist es! Cool!

Saulot: Dann tötete der ältere – Kain, glaube ich – Abel, seinen jüngeren Bruder, und wurde von Gott für diesen allerersten Mord verflucht.

Hassam: Innovativer Charakter, dieser Kain.

Sutekh: Soso, wir stammen also von einem psychopatischen Vegetarier ab. Wie wäre es, wenn wir von dem Ermordeten abstammten? Dann wären wir die Erwählten Gottes, die Träger der göttlichen Macht, die…

Malkav: Du hast wirklich einen Götterkomplex, oder? Erzähl mir von Deiner Mutter. Sperrte sie Dich in den Kleiderschrank? Oder…

(gleiches, undefinierbares Geräusch wie eben)

Brujah: letzte Warnung!

Ventrue: Sutekh, würde es Ihnen sehr viel ausmachen, wieder von dem Stuhl herunterzuklettern?

Tremere: Ich mag diese „von Gott verflucht“-Kiste, wirklich!

Ventrue: Wie kommen Sie schon wieder hierher?

Tremere: Ach, einfach so. Ich dachte, Sie wüssten alles? Heh, Saulot!

Saulot: Ja?

Tremere: Ich glaube, ich kann mich jetzt erinnern, wo ich Ihr Gesicht schon mal gesehen habe. Kann ich Sie kurz unter vier Augen sprechen, vor der Tür vielleicht? Es dauert höchstens fünf Minuten – versprochen.

Saulot: Sicher. Ich komme.

(Türgeräusch)

Lasombra: Ich frage mich, was er wollte… egal…

Toreador: Ich denke, ich bevorzuge den älteren Bruder. Er ist eine charmante, leidenschaftliche Persönlichkeit, die ihrem Herrn hingebungsvoll opfert, aber von Eifersucht verzehrt wird und schließlich zu einer verzweifelten Tat getrieben wird. Natürlich bedauert er diese später, aber zu spät, um dem harten Gericht eines unbarmherzigen Gottes zu entgehen, und wird verdammt, auf ewig auf der Welt umzugehen, ausgestoßen von den anderen Menschen. Oh, der Schrecken! Oh, die Menschlichkeit! Oh, die Angst! Ach!

Brujah: Was ist „Angst“?

Sutekh: Oh, das ist eine Art Kreuz, aber mit einem kleinen Ring am oberen Ende. Meine Landsleute lieben das.

Brujah: Oh… Dann verstehe ich nicht..

Toreador: Das reicht jetzt…

(Ein Schrei von draußen)

Tzimisce: Was zum Teufel war das?

Nosferatu: Klang wie Saulot. Heh, da draußen! Ruhe!

(die Tür öffnet sich)

Tremere: Oh, Verzeihung, hmm… Saulot hat gesagt, äh, dass er noch etwas zu tun hätte und gehen müsse – sofort, ääh, aber er war.. hrmph, er meinte noch, viele Grüße.

Nosferatu: Kommt’s nur mir so vor, oder schaut er ein wenig bleich aus?

Ventrue: Wen kümmert’s. Noch mal zu diesem Fluch…

Lasombra: Sind wir also seine direkten Nachkommen? Wieso wissen wir dann nicht, wo er ist?

Malkav: Nun, er erschuf uns und reiste dann weiter. Ziemlich schnell sogar.

Ravnos: Nein, nein, nein, zuerst erschuf er noch einige andere, und dann erschufen diese uns.

Toreador: Und er war entsetzt über den Schrecken, den er über die Welt gebracht hatte! Und er zog sich selbst vor unserer aller Blicken zurück!

Malkav: Und lief sogar sehr schnell weg!

Toreador: Naja, bei Ihnen…

Ventrue: Aber wieso sind wir alle so verschieden, wenn wir vom gleichen Ahnen abstammen?

Toreador: Der Fluch wirkt auf mysteriösen Wegen.

Nosferatu: Ja! Ich war einer der bestaussehendsten Männer der Welt.

Ravnos: Ja, wirklich.

Brujah: War ich vielleicht ein Philosoph?

Ravnos: Und Toreador hatte früher mal Geschmack…

Malkav: Und ich war verrückt!

(Stille)

Ventrue: Ich denke, dass wir unser Glück mit dieser Geschichte auf die Probe stellen.

Sutekh: Eine bessere Idee?

Ventrue: Nein. Also, lassen Sie uns abstimmen. Wer stimmt für Magie?

Tremere: Ja!

Ventrue: Das ist eine Stimme.

Ventrue: In Ordnung, Außerirdische vom Planeten Yuggoth?

Malkav: 23

Ventrue: Ihre gespaltenen Persönlichkeiten zählen hier nicht, Malkav!

Malkav: Oh. Aber sie sollten auch nicht unterdrückt werden!

Ventrue: Die erwählten Söhne Gottes?… Sutekh, Lasombra, Tzimisce. Noch jemand?

Hassam: Hier.

Ventrue: Gut, das sind vier. Verfluchte Kinder eines psychopathischen Vegetariers?… Das sind vier, plus meine Stimme, also fünf.

(Gemurmel)

Lasombra: Wahlbetrug, Sie fleckwestiger Bürokrat!

Ventrue: Wenn es Ihnen nicht gefällt, gehen Sie und eröffnen Sie ihren eigenen Verein.

Lasombra: Vielleicht werde ich das…

Ventrue: Gut, damit wären wir am Ende unserer Versammlung. Ich bitte Sie alle, Ihren Nachkommen die Geschichte zu erzählen, so wie ich es meinen Nachkommen erzählen werde. Ein schriftliches Protokoll der Sitzung wird Ihnen wie immer in dreifacher Ausfertigung zugehen.

(Klopfgeräusche)

Ventrue: Mag jemand einen Drink?

Malkav: Ich glaube, Tremere hatte schon AAAAAAAaaaaahhhh…

Tzimisce: Warum haben Sie ihn aus dem Fenster geworfen, Brujah?

Brujah: Keine Ahnung, Mann, irgendwie musste ich es einfach tun (Seufzen). Keiner von Euch versteht mich…

Hassam: (geflüstert) Heh, Tremere!

Tremere: Ja, was gibt’s denn?

Hassam: Saulot.. Du hast’s ihm gegeben, oder? Hast ihn ausgetrunken?

Tremere: Hhm, äh, …, ja.

(Stille)

Hassam: Und, äh, hat sich das gut angefühlt?

Bräute im Rollenspiel

Rollenspielende Frauen sind im Augenblick ein heiß diskutiertes Thema. Das waren sie schon seit die erste Generation der (männlichen) Rollenspieler alt genug war sich für Mädchen zu interessieren. Irgendjemand schaute damals in die Spielrunde und dachte: „Mann, ich wünschte ein paar Bräute würden mit uns rumhängen!“ Auch die Spielehersteller bemerkten dies und dachten: „Mann, ich wünschte zweimal so viele Leute würden meine Spiele kaufen!“

Zwei verschiedene Strategien wurden entwickelt. Erstens: Füge Dinge in die Spiele ein, die den Bräuten gefallen. Zweitens: Entferne, was ihnen nicht gefällt.

Aber wenn Rollenspieler wirklich gewusst hätten, was Bräute mögen, dann hätten sie wohl kaum ihre Jugend damit verbracht mit einem Haufen Freaks rumzuhängen, die so tun als wären sie Elfen. Also mussten sie sich mit der Entferne-was-ihnen-nicht-gefällt Strategie abfinden. Das war Pech, denn was den Bräuten eigentlich an Rollenspielen nicht gefällt, sind die Spieler.

Seien wir mal ehrlich, wenn der knackige Brad, Kapitän der Fußballmannschaft, Rollenspiele spielen würde, dann würden sich die Bräute schon dafür interessieren.
Statt dessen spielen aber Typen wie der nicht-so-knackige Norman, Kapitän der Schachmannschaft, vorzugsweise Rollenspiele. Die Bräute hassen es, von ihm jedesmal angebaggert zu werden, wenn sie mal versuchen eine Runde Schach zu spielen. Sie nennen es „sexuelle Belästigung“, weil Norman eben ein Wichser ist.

Norman: „Wenn du verletzt bist, dann kann dich mein Paladin heilen, indem er dir die Hand auf …“

Braut: „Denk noch nicht mal dran, du Schwein!“

Und so geschah es. Die Spielehersteller bemühten sich, die ursprünglichen Fans vom Rollenspiel-hobby abzubringen.

Eins muss man ihnen lassen, sie haben wirklich gute Arbeit geleistet. Sie haben außerdem noch einige andere Dinge entdeckt, die Bräute nicht am Rollenspiel mögen, aber das war wahrscheinlich Zufall. Indem sie Dinge aus den Spielen entfernten, die die Fans mochten, haben sie in der Tat noch einige andere Elemente entfernt, die den Bräuten nicht ganz zusagten.

Das Wort „Braut“, zum Beispiel. Bräute hassen es. Es gibt nicht mehr viele Spielregeln, die das Wort „Braut“ verwenden, wenn sie über Bräute reden. Nicht dass es jemals so viele Spiele gegeben hätte, die wörtlich das Wort „Braut“ verwendet haben, aber im übertragenden Sinne hatten sie denselben Tonfall. Außerdem machen die Spiele jetzt nicht mehr so viele Verallgemeinerungen über Bräute. Bräute mögen es nicht, verallgemeinert zu werden. Bilder mit Kettenhemd-Bikinis, getragen von großbrüstigen Kriegerbräuten, um ein anderes Beispiel zu nennen, wurden von den meisten Bräuten verabscheut und waren zur selben Zeit eines der Dinge, die Norman, der ebenfalls von den meisten Bräuten verabscheut wurde, besonders anzogen. Jeder, der jemals die 1st Editon von AD&D gespielt hat, erinnert sich an die Zeichnung des Succubus im Monsterhandbuch. Sicher, sie würde schwer erarbeitete Erfahrungspunkte stehlen, hatte Klauen, kleine Hörner und Fledermausflügel, aber sieh dir nur mal diese Titten an! Wow!

Der Spielleiter würde drohen: „Sie beginnt damit, dir das Leben auszusaugen!“
Worauf Norman antworten würde: „Auf geht’s, Baby!“

Ein anderer wichtiger Punkt war die Mathematik. Bräute sind furchtbar schlecht in Mathe, oder mögen sie zumindest nicht, wohingegen Leute wie Norman das Zahlenjonglieren lieben. Heute sind die meisten Braut-freundlichen Spiele „regelarm“, benötigen wenig Rechnerei und solche Sachen. Bräute mögen das, Norman nicht. Hinzu kommt, dass der knackige Brad, Kapitän der Fußballmannschaft, ebenfalls nicht besonders gut in Mathe ist, regelarme Spiele aber selbst für ihn verständlich sind. Er könnte also tatsächlich spielen – vorausgesetzt jemand liest ihm die Regeln vor. Brad zum Spielen zu bewegen und Norman dazu aufzuhören, ist der Schlüssel um Bräuten das Hobby näher zu bringen.

Eine Menge Spiele haben jetzt damit angefangen das Pronomen „sie“ anstelle des neutraleren „er“ zu verwenden. Damit spricht das Spiel viel mehr das gewünschte Zielpublikum an und Norman fühlt sich einmal mehr ausgeschlossen. Es besteht aber keine Gefahr Leute wie Brad damit vom Spielen abzuhalten, denn, wir erinnern uns, Brad kann gar nicht lesen.
Das Pronomen „er“ ist deswegen allgemeiner, weil es schon immer so verwendet wurde und auch von jedem so verstanden wird. So heißt es zum Beispiel: „Der Spielleiter leitet das Spiel. Er würfelt für die Monster.“

Gemeint ist natürlich: „Er oder sie würfelt für die Monster.“ Beide Geschlechter werden einbezogen und Leute wie Norman hatten damit auch nie Probleme. Das hat sich nun geändert.

In den neuen Regeln heißt es: „Sie würfelt für die Monster.“ Dadurch fühlt sich Norman ausgeschlossen und beschließt, lieber mit seinem Mathematik-Club rumzuhängen.

Die paar Bräute, die bereits rollenspielen, tun ebenfalls ihr Bestes um Norman auszuschließen. Wahrscheinlich folgen die Spielehersteller nur ihrem Beispiel. „Women in Gaming“, kurz WIG, ist eine Art exklusiver Verein nur für rollenspielende Bräute. Norman könnte ihm nicht beitreten, selbst wenn er wollte (und glaubt mir, er will). Nun, ich weiss, dass sich WIG (englisch für „Perücke“) sexistisch anhört, da die Assoziation von Frauen mit Perücken stereotyp ist, und ich bin absolut kein Sexist, aber die Bräute sind von ganz allein auf diese Abkürzung gekommen. Ich persönlich hätte mich ja für „Broads in Gaming“, kurz BIG, entschieden. Aber mich hat keiner gefragt.

Unter anderem veranstaltet WIG einen „Bräute only“-Tag, damit sie Norman wenigstens einmal im Jahr direkt ins Gesicht sagen können, dass er nicht willkommen ist. Ich glaube sie nennen diesen Tag „Ich mag dich, nur nicht auf diese Weise, du hast eine tolle Persönlichkeit, lass uns nur Freunde sein“-Tag. Und vielleicht wollen sie auch mitten im Spiel Säuglinge an der Brust stillen, was nicht so sexy ist wie ihr vielleicht denkt.

TSR verfolgte eine andere Strategie um die Spieler von ihrem Hobby abzubringen, die sogar noch viel erfolgreicher war: Sie schrieben ihre Spiele für Zwölfjährige. Eine absolut brillante Idee, denn noch nicht mal Zwölfjährige interessiert irgend etwas, das für Zwölfjährige geschrieben wurde. Zum Beispiel wurde die erste Auflage von AD&D für Erwachsene geschrieben. Die Spielmodule, das Monsterkompendium etc. beinhalteten Themen für Erwachsene und Bilder von nackten Brüsten. Es war also ganz natürlich, dass sich viele Zwölfjähirge davon angezogen fühlten.

Als einfaches Beispiel kann man hierzu auch ein beliebiges „Teen-Magazin“ anführen. Wer liest denn diese Heftchen? Doch wohl kaum ein ernstzunehmender Teenager. Nein, die Vor-Teenager lesen sie, denn diese Magazine schreiben über Themen welche für Vor-Teenager eigentlich nicht geeignet sind. Sex zum Beispiel. Der sicherste Weg um das Desinteresse der Jugend für etwas zu wecken, ist für sie darüber zu schreiben. TSR bemerkte dies, setzte es in die Tat um und wie zu erwarten war, blieben die Zwölfjährigen (zusammen mit allen anderen) dem Spiel fern. Auch diverse Spielclubs folgten den Kettenbikinis aus dem Hobby. TSR war mit ihrer Strategie so erfolgreich, dass sie fast in Konkurs gingen und sich an eine Spielkarten-Firma verkaufen mussten.

Die Verkaufen-Ohne-Sex Strategie wurde von den anderen Herstellern adaptiert. Sex sells, besonders aber an die Sorte von Leuten, an die sie nicht verkaufen wollten (d.h. männliche Spieler), so dass alle Hersteller den moralischen Weg zum Bankrott wählten. Jungen fühlen sich nunmal zu Mädchen hingezogen, und eine nackte Elfenprinzessin ist doch im Grunde nichts anderes als eine nackte Fünfzehnjährige mit spitzen Ohren. Die allfälligen Anfragen der Justiz konnten die Hersteller immer ganz einfach beantworten: „Kinderpornographie? Gott bewahre, nein! Sehen sie sich doch nur mal die spitzen Ohren an!“ Wie auch immer, es ist schwer die Argumente gegen Sex als verkaufsförderndes Mittel zu verstehen, denn gäbe es keinen Sex, dann wäre wohl niemand von uns hier. Und mit „hier“ meine ich natürlich „im Internet“.

Wie dem auch sei, Norman vom Rollenspielen abzubringen war nur der erste Schritt. Jetzt mussten noch die Bräute zum Hobby gebracht werden.

Vampire und Vampire-ähnliche Spiele eigneten sich bestens für beide Aufgaben. Diese Spiele wurden eingeführt, weil Leute wie Norman sie hassen. Er will ein Krieger sein, ein Held, der mit komplexen mathematischen Kalkulationen großbrüstige Monster ins Jenseits befördert. Gothic-Spiele haben das nicht zu bieten. Sie bieten dafür „Regeln light“, wenig bis keine Mathematik und einiges an Romantik, was Norman sowieso noch nie verstanden hat. Bräute hingegen mögen all diesen Romantikmist, und Vampire im speziellen sprechen die perversen Vergewaltigungs-Fantasien an, die natürlich alle Bräute abstreiten zu haben.

Der Spielleiter sagt nun also: „Er beginnt damit, dir das Leben auszusaugen!“
Und die Spielerin antwortet: „Auf geht’s, Baby!“

Natürlich ist diese Vampire-Sache erst der Anfang. Deadlands zum Beispiel wird auch immer populärer. Es spielt in einer Art Horror-Western Welt. Der „Horror“-Teil ist eine gute Anknüpfung an das Vampire-Thema, außerdem mögen Bräute Cowboys. In der Tat kann man wahrscheinlich ganz einfach vorhersagen, welche Art Rollenspiele im nächsten Jahr erscheint, indem man in einen Männer-Strip-Club geht und sich die Kostüme ansieht. Es gibt da immer mindestens einen „Bronco Billy“-Tänzer, der Sporen, Staubschutz, Stiefel und Hut trägt. Der String-Tanga gehört nicht zum gewöhnlichen Cowboy-Outfit, aber das Gesetz schreibt ihn vor.

Damit soll aber nicht gesagt werden, dass Frauen keine klassischen „Schwert und Zauberei“-Rollenspiele mögen. So habe ich einmal eine Kampagne gespielt, bei der viele Freundinnen der Spieler mitgemacht haben. Der Spielleiter begann damit, Abenteuer zu führen, die den Bräuten gefallen, was natürlich dazu führte, dass die richtigen Spieler letztlich aufhörten. Schließlich bestand die ganze Gruppe nur noch aus Bräuten. Das wird nach und nach immer üblicher werden, wenn Leute wie Norman ihr Hobby aufgeben und Bräute damit anfangen. Wenn du planst, in einer „Bräute-Only“-Spielrunde der Spielleiter zu sein, dann musst du dich anpassen.

Es gibt einige Dinge, die ein Spielleiter tun muss, um das Spiel für Bräute interessant zu machen. Sie wollen nicht dieselben Dinge tun, die ein Kerl machen würde. Sie wollen zum Beispiel nicht mit komplexen mathematischen Kalkulationen großbrüstige Monster ins Jenseits befördern.

Männer lieben die Jagd. Sie mögen es, wenn man ihnen ein Ziel vorgibt und sie dieses mit engstirnigem Fanatismus verfolgen können. Deshalb bestehen auch so viele Fantasyabenteuer aus der „Queste“- oder Befreiungs-Variante. In der Tat ist das klassische „Befreie die Prinzessin“-Abenteuer nichts anderes als eine Queste, in der das Ziel Brüste hat. Es ist nicht wirklich eine andere Art Abenteuer, sondern bloß eine Variation des Themas. Es ist das Mittelalter-Fantasy Äquivalent zum Internetsurfen.

Bräute hingegen lieben Shopping. Sie mögen es, auszuziehen um zu sehen was sie finden können, ohne dass sie genau wissen, was sie eigentlich suchen. Außerdem halten weibliche Abenteurer an und fragen nach dem Weg, wenn sie sich verlaufen haben, so dass man weder Tabellen für Zufallsbegegnungen noch Proben auf den Orientierungssinn benötigt. Die Bräute werden schon selber Begegnungen provozieren. „Entschuldigung, Herr Ork? Können sie uns sagen, ob das der Weg in den Verwunschenen Wald ist?“ Ach ja, sie gehen natürlich nicht wegen irgend etwas Speziellem in den Verwunschenen Wald, sondern sie wollen nur sehen, was sie dort finden können.

Und glaub jetzt bloß nicht, dass es damit getan ist, den Ork einfach angreifen zu lassen. Männer würden den Ork kurzerhand töten, die Leiche plündern und sich wieder auf den Weg machen (obwohl sie sich völlig verirrt und keinen blassen Schimmer davon haben, welcher Weg das eigentlich ist). Bräute hingegen würden probieren mit dem Ork eine zwischenmenschliche (oder besser zwischenorkische) Beziehung aufzubauen. Sie werden ihn nicht töten, sondern wahrscheinlich gefangen nehmen und dann solange auf ihn einreden bis er sich wünscht tot zu sein. „Sieh dir doch nur mal deine Klamotten an! Ehrlich, wie konntest du nur in diesem Aufzug die Höhle verlassen? Hast du keinen Respekt vor deiner Mutter?“ und „Warum bist du eigentlich jedem gegenüber so feindlich eingestellt? Ich werde dich nicht losbinden, bis du nicht gelernt hast, dich in weniger beleidigender Weise auszudrücken.“

Auch ist die „Suche nach einem verschollenem Gegenstand von großem Wert“ nicht so reizvoll für Frauen wie das „Finden eines echten Schnäppchens“. Ein Sonderangebot also. Lass sie ein Gerücht hören, dass es in der nächsten Stadt Breitschwerter im Sonderangebot gibt und sie werden sich so schnell wie möglich auf den Weg machen. Natürlich müssen sie sich zuerst für die Reise ausrüsten, was für Bräute bedeutet, dass sie sich ein völlig neues Outfit für die Reise zulegen müssen. Das muss selbstverständlich ausgespielt werden und deswegen ist es wohl am besten, wenn man sich für solche Situationen ein paar Spielregeln ausdenkt. Gewöhne dich solche Sachen zu sagen wie: „Okay, du probierst das Kleid an … wirf mal einen W20 für einen Rettungswurf gegen Es-lässt-deinen-Arsch-fett-aussehen.“

Du kannst die Charakterbögen, die du die letzten 10 Jahre verwendet hast, getrost wegwerfen. Denn auch diese müssen an die neue Situation angepasst werden. Die Spalte mit der Ausrüstungsbeschreibung wird sicherlich um einiges größer werden. Dort wo Männer einfach „Kleidung, abgenutzt“ hinschreiben (wenn überhaupt), werden Bräute die Art des Stoffes, den Designer, die Farbe, die Waschinstruktionen und den Kaufort anführen wollen. Statt die Kosten jedes Ausrüstüngsstückes zu protokollieren, werden Bräute aufschreiben wieviel sie beim Kauf gespart haben. „Schwert, lang, elfischer Stil, grauer Stahl mit malvenfarbigem Griff, Insignien des Hochelfen-Designers Krados eingraviert, 10 Goldstücke gespart beim Einkauf im Schwertwarenhaus in Morgorim City.“ Es wird wohl das Beste sein, eine Extra-Seite zu benutzen.

Auch die Snacks während dem Spiel werden sich ziemlich verändern. Vergesst die Chips, billige Noname-Cola und Pizza. Willkommen in der Welt von hors d’oeuvres, fettarmen Keksen, ungezuckertem Popcorn, Cola Light und Fruchtpunsch. Für diejenigen, die es nicht wissen: Ein hors d’oeuvre ist ein kleines essbares Etwas am Ende eines Zahnstochers. Gewöhne dich also daran mit Zahnstochern zu essen, oder manchmal sogar mit dem teuren Silberbesteck. Es gibt da noch kleine, meist viereckige Papier- oder Stofffetzen, die „Servietten“ genannt werden und es wird von dir erwartet werden, dass du sie benutzt. Dies setzt natürlich voraus, dass man dich überhaupt einlädt.

Letztendlich haben die Spielehersteller nur das Zielpublikum gewechselt. Statt zu expandieren und sowohl an Männer als auch an Bräute zu verkaufen, verkaufen sie ihre Frauen-Only-Spiele jetzt nur noch an Bräute. Damit sind die Hersteller aber immer noch in einer besseren finanziellen Lage als vorher. Denn schließlich werden sie auch Bräute anstellen, die das Design, das Artwork und das Schreiben von neuen Spielen übernehmen. Und das bedeutet große Einsparungen, weil sie den Frauen nur 75% des Lohnes eines Mannes zahlen müssen.

Wahrscheinlich denkst du jetzt, dass du die Rollenspiele so magst wie sie zur Zeit sind und möchtest nicht, dass Bräute das Hobby übernehmen. Wahrscheinlich hast du das Gefühl als wäre das alles nicht ganz fair. Tja, hör auf zu flennen, du Weichei! Es gibt nichts, was du dagegen tun kannst. Die Männer hätten daran denken sollen bevor sie den Bräuten das Wahlrecht gegeben haben. Jetzt fühlen sich die Bräute dazu berufen, sich alles zu nehmen was sie wollen, genauso wie wir es früher getan haben. Mann kann sie nicht mehr aufhalten.

Heinz Sielmnann im Reich der Rollenspieler

Guten Abend meine Damen und Herren,

heute möchten wir uns bei unserem Ausflug ins faszinierende Reich der Tiere, einer ganz besonderen Spezies zuwenden, dem Homo loquiens vulgaris, oder zu deutsch dem gemeinen Rollenspieler.

Diese interessante und überaus faszinierende Lebensform verdient unser aller Beachtung, besonders wenn man bedenkt, dass sie in unseren heimischen Breiten nur noch in sehr kleinen Populationen von 3-7 Einzeltieren je Revier auftreten.

Aber beobachten wir nun diese possierlichen Wesen in ihrem natürlichen Lebensraum. Dort um diesen Tisch drapiert sehen sie fünf Exemplare dieser außerordentlich seltenen Gattung. Obwohl gerade dieser Raum und seine Ausstattung nahe legen, dass der gemeine Rollenspieler auch keine Schwierigkeiten mit dem sich durch den Menschen veränderten Lebensräumen hat, wachsen die einzelnen Populationen nie über eine gewisse Zahl heraus an. Das kapitale Männchen an der Stirnseite der Gruppe scheint das Leittier zu sein. Seinen durch diverse Grunzlaute gegebenen Anweisungen leisten die schwächeren Exemplare im allgemeinen Folge. Nur gelegentlich kommt es zu kleineren Beißereien, die aber in der Regel unblutig verlaufen. Das unterlegene Tier zeigt dann seine Demut, mit einem Laut, der sich in etwa so anhört: „Ist ja gut steht wirklich auf Seite 63.“ Das dominierende Exemplar erkennt diese Demutsgeste mit einem Heraufziehen der Lefzen an.

Besonders auffällig ist die Vielzahl der Laute, die fast meinen lässt, der gemeine Rollenspieler wäre einer orientierten Kommunikation innerhalb der Reviergruppe fähig. Noch in den Kinderschuhen indes steckt die Forschung bezüglich der verschiedenen Duftmarken, welche die einzelnen Exemplare setzen, und damit oftmals heftigste Reaktionen unter ihren Artgenossen produzieren.

In seiner Ernährungsweise erinnert der gemeine Rollenspieler an den amerikanischen Vielfrass. Seine Kiefer scheinen ständig zu malen und er scheint auch jede Form von Nahrung anzunehmen. Besonders possierlich ist es zu sehen, wie der Rollenspieler zunächst mit den Vorderpfoten die Nahrung prüft und sie wenig später in die Backentaschen schiebt. Eine weitere erstaunliche Eigenschaft hat man erst kürzlich entdeckt. ähnlich einer Elster scheint der gemeine Rollenspieler eine Vorliebe für das Sammeln von kleinen Gegenständen zu haben, mit denen er dann sein Nest ausstattet. Es geht dabei aber nicht um glänzende Dinge sondern um 6-20 seitige kleine bunte Gegenstände. Gern nimmt er sie in die Vorderpfoten und rollt sie von sich weg, ein Verhalten welches von beeindruckendem Mienenspiel begleitet wird. Welchem Zweck es dient, ob der Balz oder der Revierabgrenzung, ist bis heute nicht geklärt. Sehen sie da, wie das Jungtier ständig dieses Verhalten, was es bei den älteren Exemplaren abgeschaut hat, vollführt? Sehr putzig! Unlängst unterhielt ich mich mit Ed Redwood vom Institut of Research Califonia, der diese faszinierende Gattung seit nunmehr 18 Jahren erforscht. Im Verlaufe seiner zahlreichen Expeditionen gelang es im auch einzelne Exemplare handzahm zu bekommen. Er glaubt jetzt den Grund für die geringe Populationsdichte gefunden zu haben. Anscheinend übersteigt die Zahl der Männchen bei weitem die der weiblichen Exemplare. Dieser Mangel an Weibchen ist wahrscheinlich auch die Ursache für das ausgesprochen eindrucksvolle Balzverhalten dieser Spezies. Gleich mehrere männliche Exemplare umwerben hier in diesen Aufnahmen ein einziges Weibchen. Beobachten sie hier meine Damen und Herren, wie die Anwesenheit des Weibchens zu einer Veränderung des Verhaltens ei den Männchen führt. Die Augen werden glasig und es kommt zu verstärktem Speichelfluss, der sogar soweit geht, dass einige der Männchen regelrecht zu sabbern beginnen. Jetzt bieten sie die bereits erwähnten bunten Dinge da, was den Schluss nahe legt, das ihr eigentlicher Zweck doch die Balz ist. Wie dieses Verhalten weitergeht, konnte leider auch diesmal nicht gefilmt werden, weil unser Infrarotfilm aus unklarer Ursache hoffnungslos überbelichtet war. Auch gelang es uns nicht einen Wurf junger Rollenspieler zu filmen. Wahrscheinlich verbringen sie die ersten Jahre ihres Lebens in Erdbauen, welche sie erst zum Beginn der Pubertät verlassen. Man nimmt an, dass das Weibchen meist ein, selten zwei oder mehr gesunde Jungen wirft.

Da diese Tiere sehr scheu sind, bleibt nur zu hoffen, dass dieses Verhalten irgendwann auf einem Film dokumentiert werden kann. Auf den Film gebannt hat man indes ein weiteres faszinierendes und bis dato ungeklärtes Verhalten dieser Spezies. Ein oder auch mehrmals im Jahr, machen sich viele Exemplare auf den Weg zu einem Ort, an dem sich dann oft mehrere hundert Einzeltiere zu einer großen Herde zusammenschließen. Anders als bei den Lemmingen kommt es nicht zu einem kollektiven Selbstmord, sondern die Exemplare präsentieren sich gegenseitig ihre bunten Gegenstände, die bei dieser Gelegenheit auch den Besitzer wechseln können.

Wodurch dieses Verhalten ausgelöst wird, ist bis heute ein Rätsel. Die Herde bleibt dann etwa 1-3 Tage beieinander, dann ziehen sich diese possierlichen Wesen in ihre angestammten Reviere zurück.

Sie sehen also, meine Damen und Herren, eine wirklich beachtenswerte und eindrucksvolle Spezies, die der Wissenschaft noch viele Rätsel aufgibt. Hoffen wir, dass sie gelöst werden können, bevor der gemeine Rollenspieler gänzlich ausgestorben ist.

Sollten sie das Glück haben eine dieser Populationen in freier Wildbahn beobachten zu können, vermeiden sie es, ihr natürliches Verhalten zu stören, Damit diese possierlichen Tierchen auch morgen noch eine Chance haben.

Bis zum nächsten mal.

Ihr Heinz Sielmann