Fassade

eile, eile, laufe weiter,
schritt um schritt und stets voran,
bleibst du auf der stellestehen,
kommst du niemals drüben an…

eile, eile, laufe weiter,
schmerzen füsse auch und knie,
bleibst du auf der stelle stehen,
dann erreichst du dein ziel nie…

ich hab gelogen,
als ich lachte,
dich betrogen,
als ich machte
was du wolltest
und im anschluss freudig sagte „das war schön!“,
denn du solltest
meinen kummer und die schmerzen ja nicht sehn…

ich hab gelogen,
als ich weinte,
dich betrogen,
als ich meinte
du würdest mich
zu tränen rühren, durch ein „verzeihung“ nach den schlägen,
du würdest dich
ja schliesslich ändern… lügen können prägen…

hast du mein leiden nicht gesehen?
hast du mein schreien nicht gehört?
ich konnte bei dir nicht bestehen,
hast herz und seele mir zerstört…

die nacht ist sternenklar und leise,
ich wende kurz den blick zurück…
ich plane eine weite reise,
sie führt ins jehnseits, führt ins glück!

und ein leises, müdes lachen umspielt zärtlich meine lippen,
als ich ansetze zu laufen, vor mir liegt der rand der klippen…

und die stimme, die ich kenne, dieseit wochen zu mir spricht,
betet jetzt mit mir zusammen ihr vernichtendes gedicht:

eile, eile, laufe weiter,
schritt um schritt und stets voran,
bleibst du auf der stelle stehen,
kommst du niemals drüben an…

eile, eile, laufe weiter,
schmerzen füsse auch und knie,
bleibst du auf der stelle stehen,
dann erreichst du dein ziel nie…

von Sinja